Anstoß

Aus dem Tal der Ahnungslosen

Wer ahnungslos ist, lebt glücklich. Wir müssen den Mut zum Nicht-Wissen, zum Ignorieren des alltäglichen Wahnsinns und Unfugs in den Medien aufbringen.

In dieser Kolumne wird jeder mal eins mit der Pfanne übergezogen bekommen. Fürchtet euch!

Warum wählen die Ossis „rechts“ und die aufgeklärten Wessis links, wo doch kaum Ausländer in den neuen Bundesländern leben? Ganz einfach: Eine Reise nach NRW reicht aus, um zu erkennen, daß wir so definitiv nicht leben wollen. Niemals!

Zum Bundeswehr-Nazi-Skandal, der eigentlich ein BAMF-Skandal sein müßte, wenn es in diesem Land noch halbwegs normal zugehen würde: Haben diese ganzen verteidigungspolitischen SprecherInnen eigentlich alle wenigstens gedient? Oder plappern die den ganzen Tag irgendwelche Gülle, von der sie keine Ahnung haben?

Es gibt noch Dinge im „Real Life“, die man bei Wikipedia nicht findet: Jeden Morgen streiche ich mir dieser Tage eine Marmelade mit der Andenbrombeere namens „Mora“ aufs Brötchen. Wikipedia kennt 26 „Moras“. Die Frucht aber (noch) nicht.

Werde ich es bis zur Bundestagswahl im September schaffen, an dieser Stelle jede Woche einen passenden Aphorismus von Nicolás Gómez Dávila zu bringen? Mal sehen. Hier ist auf jeden Fall Nr. 1: „Je ernster die Probleme, um so größer ist die Zahl der Unfähigen, die die Demokratie zu ihrer Lösung aufruft.“

Die Rechten sind echt blöd. Da wollen die ein „neues 1933“ und die „Demokratie zerschlagen“, wie Michael Bittner in unserer Sächsischen Zeitung nach Lektüre von Volkmar Weiß mitteilen kann und dennoch reden sie den ganzen Tag von Volksabstimmungen. Wie paßt das denn zusammen? Bitte erklärt es mir, liebe Volkspädagogen!

Rahmenkultur: Weil Inhalte nichts mehr zählen?

Bittner ist in der SZ der Linke und der in allen Medien (auch der BN) omnipräsente Politikprofessor Werner Patzelt der Rechte, der Pegida-Versteher, der nun diese Woche die Debatte um unsere „Leidkultur“ (mit „d“ oder „t“ – ich bin ahnungslos, im Sächsischen hört sich das alles gleich an) vorantreiben sollte. Seine Meinung: Wir könnten zu dem, was die, die schon länger hier leben, geprägt haben, auch „Rahmenkultur“ sagen. Das ist doch mal ein Vorschlag: Bei einem Kunstwerk interessiere ich mich auch immer viel mehr für den Rahmen. Die Inhalte sind schließlich austauschbar.

Im Wahlkampf soll man bekanntlich dem Volk aufs Maul schauen wie Martin Luther. Ja, aber wie und worüber spricht das Volk? WhatsApp-Sprache mit Tausend Smileys möchte ich euch nicht antun. Dann lieber alte Redewendungen, die längst kalter Kaffee sind, noch einmal aufwärmen. Wenn jemand Gefallen daran findet, ist es schön. Wenn nicht, ist es mir auch egal. Fangen wir an mit „A“:

„Ab nach Kassel!“

Dies bürgerte sich nach 1870 ein, als der gefangengenommene Napoleon III. von preußischen Truppen auf Schloß Wilhelmshöhe gebracht wurde. Statt „Haut ab“ zu brüllen, wie am 3. Oktober hier im schönen Elbflorenz geschehen, konnten sich die Deutschen damals also noch zivilisierter ausdrücken, meinten aber Ähnliches.

Und vielleicht sollten wir unseren Politikern heute auch wieder vermehrt „Ab nach Kassel“ zurufen. Neben dem eigentlichen Sinn dieses Ausspruchs wäre damit betont: Macht euch mal ein Bild von der multikulturellen Hölle, für die ihr verantwortlich seid und die der einfache Bürger jeden Tag erleben muß, weil er sich keine Vorstadtvilla und Privatschule für seine Kinder leisten kann.

PS: Das Titelbild dieses Beitrags zeigt Napoleon III. und der andere Mann ist hoffentlich selbst ansonsten Ahnungslosen bekannt. Sollte sich herausstellen, daß dieses Bild ungeeignet dazu ist, euch zum Lesen zu verführen, muß ich mir das nächste Mal etwas Neues einfallen lassen. Brüste? Zwingt mich bitte nicht zu dieser Primitivität!

In diesem Sinne: Beitrag fleißig verbreiten und teilen, sonst muß ich versuchen, mit Niveaulosigkeiten zu punkten … und das wollen wir doch alle nicht 🙂

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