Leserbrief zu Aktionsidee: Schickt euren Schrott an die EZB!
Ein gewisser Herr Joschka Pfuscher, selbst schon Autor in diesem Magazin, hat uns eine neue Idee für eine Aktion unterbreitet:
Die EZB nimmt jetzt bekanntlich alles in Zahlung: Ramschpapiere ohne Bonität, wertlose Anleihen und sonstigen Schrott jeglicher Art. Hauptsache, unsere neunmalklugen Besserwisser an der Staatsspitze halten auf diese Weise ihr gehätscheltes Prestige-Projekt noch eine Weile am Leben: den Teuro. Wir sollten daher die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und der EZB ebenfalls unseren Schrott zuschicken, denn nichts anderes tun Griechenland und Co. ja auch. Hier der Entwurf für ein Anschreiben an Herrn Trichet, den obersten Pfandleiher der EZB, des größten Ramschladens der Welt:
Herrn Jean-Claude Trichet
Europäische Zentralbank
Kaiserstrasse 29
60311 Frankfurt am Main
Sehr geehrter Herr Trichet,
mit großer Freude habe ich in der Zeitung/ im Internet (Nichtzutreffendes bitte streichen) gelesen, dass die EZB jetzt jeden Schrott in Zahlung nimmt. Anbei sende ich Ihnen daher
- einen Kronkorken aus echtem Messing
- zwei verbogene Büroklammern, garantiert rostfreier Edelstahl
- eine Schraube (6 x 30 mm) mit verzinktem Senkkopf, auch umweltschonend wiederverwertbar, falls bei der EZB derzeit jede Menge Schrauben locker sind
- mein altes Matchboxauto, Kotflügel aus poliertem Weißblech (kleine Kratzer im Lack)
- eine leere Bierdose der Marke … (bitte Namen der Brauerei eintragen) aus wertvollem Aluminium. Das Bier hat übrigens sehr gut geschmeckt.
- eine unbezahlte Rechnung der Firma … (bitte Namen der Firma eintragen)
(Zutreffendes bitte ankreuzen)
Bitte überweisen Sie mir den Gegenwert für meinen Schrott auf mein Konto Nr. … (bitte die Kontonummer eintragen) bei der …-Bank (bitte BLZ und den Namen der Bank eintragen). Die unbezahlte Rechnung bitte ich Sie der Einfachheit halber gleich direkt zu begleichen. Leider kann ich die Rechnung nicht selber zahlen, da ich mein Geld für den Urlaub nächste Woche brauche.
Mit vielem Dank für Ihre verständnisvolle Solidarität und freundlichen Grüßen
(Unterschrift, Datum)

14. Juli 2011 um 20:09
Moment mal! Messing, Edelstahl, usw. bitte auf gar keinen Fall in Zahlung geben. Höchstens erst dann, wenn die neue Währung da ist. Die Preise für Metalle und Rohstoffe werden alsbald explodieren. Gold beispielsweise war gestern so teuer wie nie.
Andererseits könnten wir uns gegenseitig Schuldscheine mit langen Laufzeiten ausstellen, und diese dann versuchen, bei der EZB noch schnell gegen Bares einzutauschen. Mit dem Geld dann zügig Gold gekauft, und Crash und Hyperinflation werden dem glücklichen Goldbesitzer nicht wirklich weh tun.
14. Juli 2011 um 23:50
Ich habe noch einen kaputten Multifunktions-Tintenstrahldrucker von HP im Angebot, das Faxgerät geht da sogar noch!
16. Juli 2011 um 11:45
Hier übrigens der Link zur Online-Petition gegen den ESM:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18123
Klar, ist alles zwecklos – aber wer sein Gewissen ein wenig beruhigen will, kann gerne mitzeichnen. Der große Aufruhr kommt sicher erst, wenn’s zu spät ist – die Deutschen sind bekanntlich im Dauerschlaf.