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Haie und Möpse gegen Rechts!

Jawollo!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Korrigiere mich, scheint doch nur ein Undercover-Spitzel der NVP zu sein:

Der Hai: geistiger Brandstifter

Der Hai: geistiger Brandstifter

Im Sudan droht ein neuer Genozid

Der Menschenrechtler und Federführer des “Zentrums für politische Schönheit” Philipp Ruch weist auf die aktuelle, mehr als prekäre Lage im Sudan hin. Er fordert eine Spielart des “aggressiven Humanismus” gegen den dortigen Massenmörder und Dikator Bashir:

Dabei hatte die Regierung Bush vor Jahren einmal vorgemacht, wie mit Bashir umzugehen ist. Nach dem 11. September wollte Khartum (Hauptstadt der Republik Sudan, J.S.) keine Informationen zu Osama bin Laden offenlegen. CIA-Agenten trafen sich in London mit Vertretern Bashirs und drohten, Ölraffinerien, Häfen und Pipelines zu bombardieren. Umgehend wurden die gewünschten Informationen ausgehändigt. Aber der Krieg gegen Terror war wichtiger als der Krieg gegen Genozid.

Nun bleibt es fragwürdig, wie Deutschland und Europa das Massenmorden in Afrika verhindern können. Der Erfolg westlicher Entwicklungshilfe ist umstritten, oftmals versanden Millionen durch tragische Details. Oft wollen die afrikanischen Regierungen auch an den Menschenrechtsverletzungen der Konzerne ordentlich mitverdienen. Obwohl es beispielsweise dem Nachbarland Äthiopien fast durchgehend gelang, sich gegen italienische Imperialisten zu verteidigen, versinkt das Land nicht weniger in Chaos und Genozid. 1993 haben sich die USA in Somalia die Zähne ausgebissen.

Wie kann also eine humanitär engagierte Afrika-Politik aussehen? Ruch versucht auch in dem Film “Die Überläufer” eine Antwort zu geben. Der circa 15-minütige Zusammenschnitt einer Aktion am Berliner Alexanderplatz wurde am Sonntag in der Hauptstadt ausgestrahlt. Eine Rezension dazu wird heute auf BlaueNarzisse.de veröffentlicht.

Europas Wünsche

Heil dem Schwert, das keck der entnervten Staatskunst
Netz entzweihaut, stürmende Helden waffnend:
Schon erbebt Stambul, und es flattern ringsum
Christliche Fahnen!

Nicht umsonst aufnährst du, o Rhein, die Traube:
Trotz des Korans such’ in Johannisbergs Wein -
Ihn kredenzt Freundschaft – der erschrockne Sultan
Süße Betäubung!

Unser Deutschland trage der Wittelsbacher
Leu’n im Schild, hoch fliege der Adler Friedrichs;
Doch, wie Mahmud, werde zu Staub die lichtscheu
Türkische Willkür!

Möge Frankreichs junges Geschlecht des langen
Kampfes Preis einernten! Es möge schleunig
Portugals blutfroher, in Wien geschulter
Teufel zugrund gehn!

Wiederkehr einst werde dem zarten Mädchen,
Das den Freibrief hält in der Hand der Unschuld:
Glück und Recht ausstreuend, wie Blumen, lande
Donna Maria!

Möge bald jedwede gemeine Selbstsucht,
Wo der Tod sei, fühlen, und wo die Zukunft:
Dauer leihn Balsam und Gewürz der Mumie,
Seele gewiß nicht!

August von Platen (1829)

Freies Obst für freie Bürger!

(von www.mundraub.org)

Wir möchten, dass kein herrenloses Obst mehr am Baum verrottet und machen deshalb Mundraub salonfähig.

Wir wissen, dass jedes Jahr herrliche Früchte an zigtausenden von herrenlosen oder vergessenen Obstbäumen an Landstraßen, in verlassenen Gärten oder auf Grundstücken von Menschen mit wenig Zeit verderben. Oft handelt es sich dabei um sehr kostbare alte Sorten. Und das in unserer nächsten Umgebung.

Wir haben uns deshalb überlegt, wie ihr dem Rest der Welt über diese kostbaren Ressourcen berichten könnt. Die Initiative mundraub.org bietet euch eine Plattform, wilde oder herrenlose Obstbäume zum Abernten in der MundraubMap zu taggen, um sie anderen Menschen ins Bewusstsein zu bringen. Gratis, als euer Geschenk und als Geschenk der Natur. Wenn Ihr was zurück schenken wollt so werdet Ihr in der nächsten Version Informationen zu Aktionen finden, an denen Ihr Euch beteiligen könnt – oder die Ihr vielleicht selbst organisiert!

Wir sind uns bewusst, dass vermeintlich herrenlose Bäume – wie zum Beispiel an einer verlassenen Landstraße – jemandem gehören könnten. Ob Bund, Land oder Privatperson – wir wollen nicht zum Diebstahl animieren! Mit dem Wachsen der Plattform werden wir uns gemeinsam darum kümmern, dass die Besitzer ihre Bäume für alle sichtbar freigeben. Damit ihr ohne schlechtes Gewissen nach Herzenslust mundrauben könnt. Dazu bitten wir alle – Besitzer, Mundräuber, Anwohner – Missbrauch vorzubeugen. Damit die Schätze gebraucht und nicht missbraucht werden.

Wir hoffen, dass ihr die Schätze vor eurer Haustür wieder entdeckt und dass ihr für Bioäpfel und Ökokirschen aus Übersee, zumindest zwischen Juli und November, bald nur noch ein weises Schmunzeln übrig habt…

West + Ost = Deutsch

“Das bißchen Deutschland zusammen zu schweißen,/
Das lag in der Zeit, das will nicht viel heißen”

Anlässlich der 20 Jahre Deutscher Einheit möchten wir auf eine Lyrikanthologie namens “West + Ost = Deutsch. Erinnerungen an ein geteiltes Land.” aufmerksam machen. Zu den beitragenden Dichtern zählt übrigens auch Uwe Lammla. Aus der Ankündigung der Edition Thaleia:

Wie war das damals noch, als Deutschland geteilt war, als ein Teil des Volkes im Osten lebte, der andere Teil im Westen? Mehr oder weniger waren wir doch alle davon betroffen, sind es vielleicht noch. Anlässlich des 20. Jahrestags des Mauerfalls haben sich 11 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich, Schweden und Israel zusammengeschlossen und ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse zu diesem Thema in lyrischer Form versammelt:

Mit Beiträgen von Moshe Sala Chazara, Orit Chazara, Hanna Fleiss, Niklas Jung, Sabine Kirchhoff, Uwe Lammla, Bernhard Lierheimer, Ilona Pagel, Heinz Kurt Rintelen, Stephanie Simon und Karl-Heinz Wienke.

Die Anthologie, kostet übrigens nur 14 Euro. Sie entstand auch auf Grundlage des Dichterforums mypoems.de. Nun ist das wieder mal eine schöne Gelegenheit, um auf den Rilke-Preis aufmerksam zu machen. Wer weiß? Vielleicht gelingt uns ja eine Anthologie zum Thema “Vergänglichkeit und Zukunft – Deutschland 2030″?

Casa Pound: Nessun dolore – Kein Schmerz

Im Oktober 2010 erscheint – vorerst noch auf Italienisch – in der Rizzoli-Verlagskette (entspricht in etwa Weltbild oder Thalia in Deutschland) der Roman “Nessun dolore Il romanzo di Casa Pound“. Zu deutsch: “Kein Schmerz. Der Roman über Casapound”. Rizzoli gehört zum größten italienischen Medienkonzern, RCS aus Mailand, der  stark von der Regierung Silvio Berlusconi beeinflusst ist. Man darf also gespannt sein, wie der Jurist Domenico di Tullio das rechte Hausbesetzerprojekt analysiert und bewertet. Ein Verriss dürfte nicht zu erwarten sein: Di Tullio, geboren 1969 in Rom, ist Strafverteidiger von Casa Pound.

Aus der Ankündigung (für die Romanisten unter uns zuerst auf Italienisch, dann übersetzt):

Flavio e Giorgio, quarant’anni in due, si incontrano per la prima volta fuori da scuola e diventano amici allo stadio Olimpico, mentre Flavio sta cercando di entrare senza biglietto. Sono entrambi figli di Roma, ma di anime diverse della città. Flavio è di Roma Nord, di un quartiere bene, ha davanti a sé un avvenire già tracciato per lui dai genitori: dopo la maturità la Bocconi, poi un master negli Stati Uniti e magari, un giorno, un posto comodo nell’azienda di famiglia.

Zu Deutsch:

Flavio und Giorgio, zusammen sind sie 40 Jahre alt, treffen sich zum ersten Mal außerhalb der Schule und werden im Olympiastadion Freunde, während Flavio gerade versucht da ohne Ticket reinzukommen. Sie sind beide Söhne Roms, aber von unterschiedlichem Geist. Flavio kommt aus dem Norden Roms, aus einem gutbürgerlichen Viertel, seine Eltern haben für ihn den Weg schon vorgeplant.  Nach dem Abitur soll die Luigi Bocconi (eine angesehene Mailänder Wirtschaftsuniversität, J. S.)  folgen, dann ein Master in den USA und dann, eventuell, ein bequemer Posten im Familienunternehmen.

Giorgios Eltern dagegen wohnen in der römischen Zentrale von CasaPound. Denn die “Sozialbewegung” lässt italienische Familien vergünstigt bei sich wohnen. Das oberste Gesetz der WG lautet: “niente droga, niente armi, niente criminalità” – “keine Drogen, keine Waffen, keine Kriminalität. Es herrscht un “regolamento semplice ma ferreo” – ein einfaches, aber eisernes Gesetz.

Der Roman ist für den 13. Oktober 2010 in Italien angekündigt.

Bild oben: Buchcover

Bild unten: Autor Domenico di Tullio

Literaturbombardement 2

Und hier noch ein Beitrag zu einer Lesung von Rainhald Goetz bei Suhrkamp. Motto “Mittendrin in dieser Kaputtheit”.  Erwähnt wird auch die Stippvisite Christian Krachts bei der Scientology-Zentrale in Berlin.

Ich möchte die Gelegenheit gleich nutzen, um noch einmal auf unseren Rainer-Maria-Rilke-Preis 2010 zu verweisen.

Poetry Rain in Berlin/ Gedichteregen

Hier das Video einer sehr schönen Aktion vom 27. August 2010 in Berlin. Organisiert hat es die Literaturwerkstatt Berlin, über den Berliner Himmel flog die Lyrik deutscher und chilenischer Gegenwartsautoren. Mehr davon!  Auch die BZ hat darüber berichtet.

Änderungen bei Sarrazin-Lesungen

In unseren wöchentlich erscheinenden Veranstaltungstipps wiesen wir auf drei Sarrazin-Lesungen hin. Aufgrund massiven Drucks von Antifanten-Kreisen haben sich nun die Veranstaltungsorte geändert. Hier die aktuellen Daten:

  • Das “Brandenburgische Literaturbüro” hat aufgrund der Absage des “Waschhauses” die Lesung vom Donnerstag, den 9. September, in den Nikolaisaal (Wilhelm-Staab-Straße 10-11, 14467 Potsdam) verlegt. Beginn ist 20 Uhr.
  • Diesen Freitag, den 10. September, diskutiert Sarrazin in Berlin mit ZDF-Moderator Christhartd Läpple. Der Veranstaltungsort steht nach der Absage des Absage des “Hauses der Weltkulturen” noch nicht fest. Informationen zu Uhrzeit und Ort dürfte es bald hier geben.

Die meisten Tickets sind übrigens schon vergeben, der Veranstaltungsort dürfte sich noch ein paarmal ändern. “Der Ansturm ist unglaublich”, teilte das Münchner Literaturhaus am WE mit.

Weitere Informationen zu Thilos Tour durch die bunte Republik hat die dpa gut zusammengefasst.

Arte kuscht vor Männern aus der Pariser Vorstadt

Vergangenen Mittwoch kündigten wir einen Arte-Abend zum Thema “Der neue Mann – brutaler Macho” an. Gezeigt werden sollte auch eine Dokumentation über Frauen-Schläger aus den Pariser Vorstädten. Interessant nun, was FAZ.net dazu vermeldet (Seite 7):

Gesprächspartner bedroht

Arte nimmt Dokumentation aus dem Programm

Verkürzter Themenabend am vergangenen Dienstag auf Arte: Er war dem Hass auf die Frauen gewidmet. Sein Schwerpunkt war ein Dokumentarfilm über die Lage in der Banlieues-Siedlung Balzac in Vitry-sur-Seine, in der 2002 eine junge Frau in einem Keller verbrannt worden war.

Um 21 Uhr meldeten sich Teilnehmer, die in der Dokumentation aussagen, und gaben an, bedroht zu werden. Sie verlangten, den Film aus dem Programm zu nehmen. Die Sendeleitung entschloss sich eine Stunde vor der Ausstrahlung, den Beitrag tatsächlich abzusetzen. Sie informierte darüber auf Twitter. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Leuten, die wir interviewen“, begründet Arte die Entscheidung: „So etwas kommt sehr, sehr selten vor.“ Man wird mit allen Betroffenen reden und will den Film nächstens zeigen – allenfalls mit leichten Änderungen. Seine deutschsprachige Version wurde programmgemäß ausgestrahlt. (J.A.)