Fundstück: Russia Today über Kommossas “Deutsche Karte”

Ich weiß zwar nicht, ob wir es schon mal hatten. Aber es ist doch immer wieder angenehm zeigen zu können, dass befreundeten Verlagen, wie dem ARES-Verlag, auch im Ausland Aufmerksamkeit zuteil wird. Aber ganz veraltet ist das ganze nicht: Das Buch gibts immer noch HIER.

Hochschultour – ein kurzes Fazit

Die erste Blaue Narzisse-Hochschultour liegt hinter uns. Aus diesem Grund möchte ich ein kurzes Fazit ziehen: Die Tour startete in Bayreuth gleich mit einer Gegendemonstration. Trotzdem konnten alle Vorträge ungestört stattfinden. Keiner der Veranstalter bekam kalte Füße.

Wir können deshalb gleich zum Inhaltlichen übergehen: In Bayreuth sprach ich über Ausländergewalt. Sehr erfreulich war, daß sich “Deutsche Opfer” in der Diskussion geoutet haben und von Übergriffen berichteten. Nur durch diese persönlichen Berichte kann dieses Thema authentisch werden. Nächsten Montag, den 7. Mai, ist dieser Vortrag noch einmal in Chemnitz und am 18. Mai in Ellwangen zu hören. Anmeldungen bitte mit einer kurzen Nachricht an redaktion@blauenarzisse.de.

Von Bayreuth aus ging es weiter nach Münster. Genauso wie in Dresden an diesem Montag ergab sich dort eine intensive Debatte über ein “Europa der Regionen”. Mein Hauptanliegen ist es bei diesem Thema, kontrovers über Alternativen jenseits der Europäischen Union zu diskutieren. Vollkommen klar ist dabei, daß viele Konservative eisern am Nationalstaat festhalten. Das darf jedoch nicht soweit gehen, gänzlich auf eine Europa-Vision zu verzichten. Neben dem Regionalismus werde ich deshalb in Kürze die Idee eines “Zwischeneuropas” kurz vorstellen.

Die dritte und vierte Station der Hochschultour waren Düsseldorf und Stuttgart. Dort sprach ich jeweils über die “Skandalokratie”. Jeder Skandal hat so einen Beigeschmack von Paris Hilton „unten ohne“. Er ist obszön, voyeuristisch und schmutzig. Solange er sich nur um Stars und Sternchen dreht, hat er keine große Bedeutung. Sobald er aber den Bereich des Politischen okkupiert, wird es gefährlich. Die Skandalokratie pendelt zwischen der berechtigten Aufdeckung von Mißständen und der Verleumdung von Non-Konformisten, mutmaßlichen Abtrünnigen und Zufallsopfern. Gefragt werde ich bei diesem Thema immer, was man denn dagegen tun könne?

Politische Maßnahmen nach chinesischem Vorbild sind sicher nicht zielführend. Aber die Gefahr lauert an einer ganz anderen Stelle: Es ist die Hoffnung auf einen fairen Diskurs und die Überbewertung der Möglichkeiten einer Gegenaufklärung mit Argumenten. Zuallererst müssen wir also begreifen, daß Medien keine Instrumente der Aufklärung sind. Sie haben vielmehr Medienrituale ausgebildet, die man bereits mit einem falschen Wort auslösen kann. Das ist meistens sehr schmerzhaft, kann aber auch sinnvoll genutzt werden. Hier müssen wir den Hebel ansetzen …

Kraftklub versus 1000 Robota

Chemnitz ist eine kleine Noch-Großstadt deutlich oberhalb des Äquators, nur unwesentlich westlich der Oder-Neiße-Linie und definitiv direkt neben Zwickau, in der momentan jeder mit den fünf Jungens von Kraftklub verwandt sein will. Irgendwer kennt immer irgendwen, dessen Bruder mal mit einem von Kraftklub ein halbes Bier trinken war, zumindest weiß es der Arbeitskollege vom Neffen des Meerschweins seines Großcousins mütterlicherseits.

Das Debütalbum „Mit K“ schoß aus dem Nichts auf Platz eins sämtlicher nur denkbarer Charts. Der lustige Linus Volkmann führt das Phänomen in seinem Hausblatt Intro auf drei Gründe zurück: Den griffigen Stabreim im Namen, die Attitüde genau in der Mitte zwischen „juvenilem Suffkopptum“ und „bemühte[n] Nerdkasper[n]“ und eben der Tatsache der Abkunft aus Karl-Marx-Stadt. Richtig, Karl-Marx-Stadt und eben nicht Chemnitz. Sänger Felix Kummer („The Voice of East-Germany“) betreibt auf den Konzerten regelmäßig Massenhypnose:

Heute abend sind wir alle aus Karl-Marx-Stadt!

Er schreit es mit seiner komisch gepreßten Stimme und von Hamburg bis München finden das alle unheimlich cool. Volkmann nennt das „Sloganeering“ und stellt es in den Kontext der wesentlichsten Grundaussage der Band: Irgendwie war alles schon mal da und wenn jemand eine kolossale Jugend hatte, dann unsere Eltern. Deren Kinder, also die jetzt Zwanzigjährigen, leben in Zeiten von restaktiver Postmoderne und Globalkultur, die einfach alles nivelliert. Es gibt keine neue Botschaft mehr, meinen sie und legen die Hände lässig in den Schoß, weil einfach alles Pop ist. Deswegen kann auch alles verschlagwortet werden, selbst der seit zwanzig Jahren zu den Akten gelegte Name Karl-Marx-Stadt, der wie kein zweiter für die gescheiterte Utopie des Sozialismus steht. Und auch das ist irgendwie noch lustig und cool. Hatten wir ja nix mit zu tun.

Kraftklub machen aber in Wirklichkeit überhaupt nichts besonders und sind damit trotzdem unheimlich erfolgreich, einfach, weil sie hammerharten Konsens produzieren. Vermeintliche Ecken und Kanten der Provinz-Kids sind einfache Verkaufsmaschen, auch, wenn das die Fans natürlich anders sehen wollen. Das Konzept hat einen Haken: Musik, die dem Motto folgt „Nichts Originäres mehr möglich, bleiben wir unkreativ!“ klingt auch so. Ihr einziger Bonus und das wahrscheinlich ausschlaggebendste Moment ihres Erfolges beruht auf ihrer unspektakulären, ja randständigen Herkunft. Die Chemnitzer Fans lieben Kraftklub, weil sie vormachen, es ist auch als Provinz-Kid möglich, ganz groß raus zu kommen (The American Dream). Alle anderen Fans lieben die Band, weil sie aus einer irgendwie kuriosen Stadt kommt, in der irgendwie noch immer DDR ist. Kraftklub verkörpern zumindest nach außen etwas, mit dem sich jeder gern identifizieren will: den schnellen und steilen Aufstieg, den wirklichen Erfolg, der auf „echtem Engagement“ beruht, einem „nicht zu brechenden Willen“ und einer „Vision“.

Daß das Musik-Business aber ganz, ganz anders ist, dokumentiert der am 4. Mai auf DVD erscheinende Film Utopia Ltd. Genau wie Kraftklub sind 1000 Robota zunächst eine aufstrebende, deutschsprachige Band. Der Film handelt vom steinigen Weg nach oben, der sich für 1000 Robota trotz des anfänglich großen Medien-Echos und mittlerweile drei Platten nicht in vergleichbarem Maße lohnt, wie für die fünf Konsens-Herren aus Chemnitz. Frontmann Anton Spielmann ist kein Milchbubi vom Schlage Kummers. Wenn er von Visionen spricht, dann glaubt man ihm das. Kraftklub machen eine „Tugend“ aus der Feststellung, daß nichts Neues mehr zu sagen ist. Spielmann, der Urtyp des klugen Rüpels, im Film auf denselben Zusammenhang angesprochen, lacht und bringt die Rolle seiner Band mit für ihn typischer Präzision auf den Punkt:

Wir wollen Entstehung verursachen und nicht erinnern.

Utopia Ltd. zeigt den Weg einer Band, die genau wie Kraftklub eine Zusage für den Bundesvision Songcontest hatte, aber aus Ekel nicht hingegangen ist. Er zeigt das Portrait einer Band, die statt von Party von Sprachlosigkeit singt, die die Kafka-Attitüde kultiviert, die ein Lied gegen die widerwärtige Moralisierung aller Debatten in Deutschland geschrieben hat, eine Band, die so viele Ecken und Kanten hat, daß es nur Befürworter oder Gegner gibt. Der Film zeigt, wie 1000 Robota um ein Haar von den Klopphölzern eines Indy-Labels verheizt worden wäre:

Hauptsache einen Gig nach dem anderen spielen, egal in welcher Kaschemme, Hauptsache glamourös, egal, was ihr zu sagen habt, egal, was ihr macht, Hauptsache, wir können mit Eurem Scheiß unser Team bezahlen.

Der verzweifelte Anton Spielmann spricht Leute vor dem Konzerthaus an, weil ihm vom Label wieder ein Sinnlos-Konzert ohne Gäste gebucht worden ist, bei dem er nicht wieder vor drei Leuten spielen will. Die vom Veranstalter versprochene Gage will er um 100 Euro verringern, um noch vierzig Leute auf die Gästeliste zu bekommen, also das Publikum wenigstens mit freiem Eintritt zu locken. Doch umsonst. Der Angesprochene versteht Spielmanns „Wir spielen Wave-Punk“ als „Rave-Punk“ und hat überhaupt keine Lust. Es laufen noch fünftausend andere Konzerte in dieser Nacht. Spielmann gibt nicht auf:

Wir spielen Wave-Punk, so wie Joy Division.

Darauf hat der Partygänger aber nun wirklich „überhaupt keinen Bock“. Zeilen wie „Intelligenz setzt unsere Trends“ oder „Sag‘ den Dummen nicht, daß Du schlauer bist“, wären in der Tat auch nichts für ihn gewesen.

Utopia Ltd. ist ein großartiger Film über die wichtigste deutsche Nachwuchsband. Er wirft ein grelles Licht auf ein riesengroßes, um sich selbst rotierendes Business, das sich jede Nachfrage erst künstlich erzeugen muß. Ein Business, das vor allem eines macht: junge Talente verschleißen.

Utopia Ltd. Ein Dokumentarfilm von Sandra Trostel. Rapid Eye Movies, 2012.

Wallfahrtsort Zwickau: Auf der Frühlingsstraße 26 wächst bald Gras über die Sache

Die Sonne nestelt sich durch Wolken und wärmt die Fluren, die Natur grünt und blüht. Es gibt viel zu tun, von früh bis spät. Doch auch im herrlichsten Frühling geistert die Nationalsozialistische Untergrundarmee (NSU) durch die Medien. Deren Terrorzentrale, die sich in der Zwickauer Frühlingsstraße 26 befand, ist jetzt abgerissen worden, wie die Frankfurter Rundschau ausführlich kriegsberichterstattet, obwohl das Gebäude im Jahr 1928 „von einem jüdischen Mäzen“ als Siedlerheim errichtet wurde – freilich nicht für heimliche NSU-Siedler, sondern für kinderreiche Mitarbeiter der Zwickauer Horch-Automobilwerke.

Interessant hierbei ist, daß nach dem Zweiten Weltkrieg die in Westdeutschland neu gegründete Auto-Union (Audi) Rechtsnachfolger der Horch-Gruppe wurde. Audi ist im Latein der Imperativ Singular von audire (zu Deutsch hören, zuhören) und bedeutet „Zuhören!“ oder eben „Horch!“. Anno 1969 fusionierten die damalige NSU AG und die zum Volkswagen-Konzern gehörende Auto Union GmbH mit Sitz in Ingolstadt zur Audi NSU Auto Union AG mit Sitz in Neckarsulm.

Bereits am 3. Februar diesen Jahres konnten wir berichten: „Mittlerweile ist eine weitere Zwickerzelle bei Ingolstadt aufgeflogen. Sie nennt sich Autonome deutsche Intifada (AUDI) und soll für den Tod von hunderten Menschen verantwortlich sein, vorrangig auf Autobahnen und Bundesstraßen.“ Soweit zu den politischen Zusammenhängen zwischen der Zwickauer Wohnung und den Dönerterroristen.

Doch auch die Hausnummer 26 hätte schon weitaus früher Verdacht erwecken können. So stehen die Ziffern 2 und 6 im Alphabet für „B“ und „F“, was der Geheimcode für „Blood & Fire“ ist, einer brutalen Internetorganisation. Deshalb findet es Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß „besser, wenn das Haus verschwindet, bevor es zu einem Wallfahrtsort für Menschen wird, die den Nationalsozialismus verherrlichen“. Diese wallfahrenden Verherrlicher sollen schließlich, anstatt ihre Zeit mit Herumwallfahren totzuschlagen, lieber ihrer eigentlichen Tätigkeit als echte Neonazis nachgehen: Hakenkreuze in Pobacken ritzen oder kleine Kinder in Schwimmbädern ersäufen zum Beispiel.

Eine Anwohnerin allerdings hegt Zweifel: „Der Abriss bringt gar nichts. Als ob die Rechten, bloß weil da mal eine Wiese sein wird, nicht hinkommen könnten, um Blumen abzulegen oder zu demonstrieren.“ Das werden diese Rechten auch machen: Sie wollen rote Rosenblätter streuen und auf der Wiese Purzelbäume schlagen. Das alles unter den Argusaugen der beiden ausgestopften NSU-Nazikatzen, von denen die erste (Adolf) bereits aus den Fängen des Zwickauer Tierheims befreit werden konnte.

Die Entscheidung für den Abriß sei allerdings schon sehr früh gefallen, sagt die Oberbürgermeisterin, nämlich gleich, nachdem zwei Drittel der Terrorarmee liquidiert waren, ihre Zentrale in die Luft flog und die Bekenner-DVD’s und Todeslisten weit in die Lande verstreute. Der Polizeipräsident habe ihr sogleich „Videos von einem Aufmarsch Rechter in Bautzen am 1. Mai letzten Jahres gezeigt. ‚Schwarz gekleidet, mit weißen Masken, so zogen die durch die Stadt’, sagt sie. ,Der Polizeipräsident sagte, das könnte uns hier auch drohen, denn die Rechtsterroristen hätten sich ein Denkmal setzen wollen mit dem Abbrennen des Hauses in der Frühlingsstraße.’“ So war der Abriß die einzige Lösung, denn einen halbverkohlten Wallfahrtsort könne in Zwickau niemand gebrauchen, Denkmäler habe die Stadt genug.

Der Abriß mitsamt Vertreibung der übrigen Anwohner kostet 200.000 bis 300.000 Euro. Diskutiert wird noch, ob das Abrißgut an einem geheimen Ort vergraben werden soll, so wie der Schutt des nach dem Dahinscheiden des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess abgerissenen Spandauer Militärgefängnis – nicht, daß die Schutthalde selbst noch zum Wallfahrtsort für braune Rattenfänger wird. Schließlich sind bereits zur Brandruine in der Frühlingsstraße 26 im November letzten Jahres unzählige Menschen gekommen, „um die Ruine zu fotografieren. Darunter viele Leute, die von ihrem Äußeren her wie Rechte aussahen.“ Also Glatze, Bomberjacke, Springerstiefel und Baseballkeule, dazu die obligatorische gefangene Ratte auf der Schulter.

Im Juni wird dort, wo das Haus stand, der Rasen grünen.“ Dann also soll endlich Gras über die Sache gewachsen sein, so hoffen die Zwickauer. Doch die braunen Nagerjager flechten schon Erinnerungskränze und üben an ihren Purzelbäumen.

Quelle: http://eulenfurz.wordpress.com/2012/04/25/wallfahrtsort/

Schwarmfinanzierung: Wer gibt mir Geld?

Was ist nicht alles in den Weiten des WWW möglich? Auch wenn uns manche als ewiggestrig einschätzen, sind wir immer auf der Suche nach dem nächsten großen Ding. So sind wir auch vor einiger Zeit auf das sogenannte “Crowdfunding” gestoßen. Die Idee dieser Schwarmfinanzierung: Jemand will ein Projekt umsetzen, ihm fehlt aber das Geld. Deshalb stellt er sein Projekt im Internet vor und bietet allen Spendern besondere Geschenke an. Diese sind umso größer, je größer die Spende ist.

Aktuell will z.B. ein Gerrit van Aaken ein Buch über “Prägnante Webtypografie” schreiben. Er ist der Meinung, daß er das in fünf Wochen schafft und in dieser Zeit 7.500 Euro verdienen sollte. Bisher konnte er schon 5.596 Euro sammeln und hat für die restlichen 2000 Euro noch über einen Monat Zeit, um sie einzusammeln.

Wenn ich so etwas lese, frage ich mich, wie bescheuert wir eigentlich sind: Wir haben es auch schon mal mit der “Schwarmfinanzierung” versucht. Zur Sicherheit haben wir auf einen Anbieter aus der Schweiz gesetzt und wollten auf diese Weise 2.000 Euro für den Kafka-Preis eintreiben. Wenige Stunden vor Beginn der Spendenaktion teilte man uns aber auch aus der Schweiz mit, daß man sich von uns distanzieren müsse.

Ich bin noch auf ein anderes Beispiel gestoßen: Damit 500.000 Schülerzeitungen gegen rechts verteilt werden können, hat die Initiative “Kein Bock auf Nazis” um 7.500 Euro Spenden gebeten und am Ende sogar noch etwas mehr bekommen.

Würden wir so etwas auch hinbekommen?

  • Wie wäre es, wenn ich ankündigte, ein Buch über die Skandalokratie schreiben zu wollen? Ich brauche dafür deutlich länger als fünf Wochen – sagen wir mal: mindestens ein halbes Jahr (und das auch nur, weil ich schon seit über einem Jahr intensiv zu diesem Thema recherchiere, Material sammle und Vorträge halte). Ich würde mich aber trotzdem mit deutlich weniger Geld als van Aaken zufrieden geben. Aber keine falsche Bescheidenheit – 4.000 Euro bekommen wir doch bestimmt zusammen, oder?
  • Wie wäre es, wenn wir für eine Blaue Narzisse-Druckausgabe sammeln würden, damit wir die Auflage mal richtig in die Höhe treiben können. An die 500.000 kommen wir freilich nicht ran, aber wie wäre es zumindest einmal mit 10.000 oder 25.000 Stück, die ausschließlich an Schulen und Universitäten kostenlos verteilt werden? Wir bräuchten dafür einen Zuschuss von 2.000 Euro. Kriegen wir das hin?

Wer übrigens auf herkömmliche Weise unsere Arbeit unterstützen möchte, dem sei unser Förderverein sowie unser Modell der Autorenpatenschaft empfohlen. Mühsam ernährt sich bekanntlich das Eichhörnchen. Die Frage ist nur: Wollen wir für immer ein niedliches Eichhörnchen bleiben?

Vorträge über Ausländergewalt am 7. Mai in Chemnitz und am 18. Mai in Ellwangen

Morgen geht es weiter mit unserer Hochschultour. In Stuttgart spreche ich über die Skandalokratie. Am Montag, den 30. April, geht es dann in Dresden noch einmal um ein “Europa der Regionen”, das wohl kontroverseste Thema der Vortragsserie, wie auch ein Veranstaltungsbericht auf PI zeigt.

Nach der Hochschultour werde ich im Mai noch zweimal über Ausländergewalt sprechen: am 7. Mai in Chemnitz und am 18. Mai in Ellwangen. Der Vortrag in Chemnitz hat einen speziellen Grund. Hier sorgt ein Asylbewerberheim dafür, daß sich die Bürger des betroffenen Stadtteils nicht mehr sicher fühlen können. Bei der parteiunabhängigen Bürgerbewegung Pro Chemnitz ist dazu vor wenigen Tagen ein desillusionierender Brief eingegangen:

Ich wohne seit 1950 hier. Habe also zig Jahre mit den Soldaten der Roten Armee in unmittelbarer Nähe gelebt. Ich bin in meiner Jugendzeit zu jeder Zeit ohne Bedenken den Weg von der Frankenberger Straße im Dunkeln  sorglos zu meiner Wohnung gekommen ohne belästigt zu werden. Diesen ‘Luxus’ kann ich seit der Belegung der sogenannten Asylbewerber vergessen. Denn selbst im Grundstück wird man von den Bewohnern des Heimes belästigt.

Wie oft haben wir schon gesagt, wir wollen zwar ‘Erich’ nicht wieder haben aber unsere Russen! Denn da hatten wir Ruhe und mussten in unserem Umfeld nicht den Müll nachräumen, den sie fallen lassen wo sie gerade sind. Auch hätte sich kein Russe erlaubt vor unserm Fenster seine “menschlichen Geschäfte”  in aller Öffentlichkeit zu machen. Auch würde sich keiner trauen, mir sein Geschlechtsteil zu zeigen, nur weil man ihn aufmerksam macht, dass unser Gartenzaun keine Toilette ist.

Aus den vorgenannten Zeilen heraus sehen sie, wie uns als Anlieger hier zu Mute ist. Wir zahlen die gleichen Grundsteuern wie die Bürger, die in sicheren Wohngebieten wohnen. Ganz sicher auch die Frau Oberbürgermeisterin, die der Meinung ist, die Ausländer wären eine Bereicherung für die Stadt.

Wie der letzte Satz polemisch andeutet, liegt das Hauptproblem zunächst darin, daß die etablierte Politik und die Medien die offensichtlichen Mißstände totschweigen oder schönrechnen. Bevor wir also über irgendwelche Maßnahmen nachdenken können, müssen wir die Lage vor Ort erstmal gründlich analysieren. Was sagen Statistiken über das Gewaltpotential der Asylbewerber aus? Welchen Eindruck und welche Ängste haben die Anwohner?

Die Linkspartei in Chemnitz widmet sich diesen Statistiken und Sorgen der Bürger nicht. Sie hat dafür aber bereits im “Wörterbuch der Denunziation” nachgeschlagen, wie man die Aufklärer bei ihrem Vorhaben behindern könnte. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion “Die LINKE”, Susanne Schaper, hat darin die “geistigen Brandstifter” gefunden. Selbstverständlich darf auch der Querverweis zur NSU nicht fehlen:

Wohin diese Art von verantwortungsloser Politik führen kann, haben die Ereignisse um die Mitglieder des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ leider schmerzlich bewiesen. Die NSU die auch in Chemnitz ihren Rückzugsort gefunden hatte zog von Sachsen aus durch das Land um Ausländer zu ermorden. (übernommen mit Kommafehlern)

Wer erfahren möchte, was ich wirklich zu dem heiklen Thema “Asylbewerberheim und Ausländergewalt” zu sagen habe, kommt am besten zu dem Vortrag und meldet sich mit einer Nachricht an redaktion@blauenarzisse.de dafür an!

Deutschland – Einsatz in vier Wänden

Das Frühjahr ist naturgemäß die Jahreszeit, in der sich alles neu formiert, in der das neue Semester beginnt, in dem die meisten Umzüge stattfinden. Auch viele Konservative ziehen um und richten sich dann eine mehr oder weniger komfortable und chice Studentenbude ein, je nach dem ob ein Porsche vor der Tür steht oder ein Fahrrad.

Dabei sind selbstverständlich auch weltanschauliche und erzieherische Aspekte zu berücksichtigen. Auffallend oft ist es nämlich so, daß gerade die Buden der konservativen Studenten und Studentinnen aussehen, als wäre der Rußlandfeldzug noch in vollem Gange. Deswegen habe ich mir ein Beispiel an der Tine Hit… äh… Wittler genommen, die in ihrer tollen Sendung so gern die Wohnungen von Hartz-IV-Prekariat verschönert.

Vor einiger Zeit bekam ich den Schwur vom Juli 1944 in die Hand, ein Text, der jeden zutiefst bewegen muß, dem noch etwas an Deutschland liegt. Ich habe ihn ansprechend gesetzt:

Und nun die Idee: Jeder, der in der nächsten Zeit umzieht (mir fallen ad hoc allein mindestens drei BN-Autoren ein) und einen Punkt in seiner  neuen Wohnung schaffen will, der zur Einkehr und Aufrichtung einladen soll, der schreibt mir eine Mail an rezension@blauenarzisse.de und bekommt die Datei in riesengroßer Auflösung zugesendet. Die läßt er sich dann als Photo-Tapete anfertigen (Onlinedruckereien besorgen das mittlerweile für wenige Euros) und tapeziert anschließend eine Wand in seiner Wohnung damit. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Das darauf entstandene Photo schickt er dann und wir veröffentlichen es. Das schönste Photo wird von einer unabhängigen Jury (mir selber) prämiert und erhält einen Preis.

Welchen Zweck das haben wird? Nun, probiert es aus. Ich bin der festen Überzeugung, daß diese Worte (also der Schwur an der Wand, den man jeden Tag liest und darüber nachdenkt) ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Denn der wesentlichste Punkt, der den Konservativen von seinem Umfeld unterscheidet, ist ein ästhetischer – der Stil, die Haltung.

(Und für alle, die wieder nicht unterscheiden können, ob das jetzt hier Ironie ist oder nicht: Ja, ich meine das vollkommen ernst (Pop Art) und nein, ich will mich nicht über den Stauffenberg lustig machen.)

Irland: Republikaner starten Nein-Kampagne / Referendum zum EU-Fiskal-Pakt am 31. Mai

(Pressemitteilung) Dublin/Wien – Am 31. Mai wird der Süden Irlands wohl als einziges EU-Mitglied seine Bevölkerung über den EU-Fiskalpakt abstimmen lassen. Republican Sinn Féin wird wie mehrere andere republikanische und sozialistische Organisationen, sowie große Teile der Gewerkschaften für ein „Nein“ aufrufen. Als Teil der Kampagne startet Republican Sinn Féin die Homepage www.nofiscaltreaty.net. Die Seite wird in den kommenden Wochen über die Nein-Kampagne informieren. Sie wird stetig erweitert werden.

Bereits im Zuge der Abstimmungen über den Nizza- und Lissabon-Vertrag hat Republican Sinn Féin für ein „Nein“ in den Referenden aufgerufen. Beide Verträge wurden anfänglich von der irischen Bevölkerung abgelehnt. Der Präsident von Republican Sinn Féin, Des Dalton, erklärte in einer Stellungnahme: „Das Schüren von Angst und Einschüchterungen sind abermals die Methoden, die Irlands Regierung der 26 südlichen Grafschaften und ihre politischen Meister in Brüssel gegen die Bevölkerung Irlands anwenden. Im Jahr 2012 soll das irische Volk neuerlich gedrängt werden, auch das letzte Stück an Unabhängigkeit von sich zu geben.“

„Beginnen wir uns für unser Land zur Wehr zu setzen und stimmen wir Nein!“, so Dalton.

Der internationale Pressesprecher von Republican Sinn Féin, Dieter Blumenfeld, appellierte an die Bevölkerung aller EU-Mitgliedschaftsländer, die irische Nein-Kampagne zu unterstützen. „Wieder einmal wird außer der süd-irischen Bevölkerung niemand gefragt, ob wir diesem Treiben der EU zustimmen. In den nationalen Parlamenten wird der Vertrag auf undemokratische Weise durchgepeitscht. Doch wir müssen nicht untätig bleiben. Geben wir unsere Stimme der irischen Nein-Kampagne und stärken wir so auch die Forderungen aller Bürgerinnen und Bürger für eine Volksabstimmung in ihrem eigenen Land.“

Gauck und die “Vereinigten Staaten von Europa”: Die Realität wird ihn einholen

Während ein alter Mann, in diesem Fall der neue Bundespräsident, Joachim Gauck, anlässlich seines Einführungsbesuches bei José Manuel Durão Barroso, seines Zeichens Präsident der Europäischen Union, noch von seinen Träumen faselt, nämlich den “Vereinigten Staaten von Europa”, natürlich nach dem Vorbild der geschichtlich total unterschiedlich strukturierten und vor gänzlich anderem Hintergrund gegründeten Vereinigten Staaten von Nordamerika, wittern die Finanzhaie und Heuschrecken schon längst den Aasgeruch, den Europa und der Euro in ihrer jetzigen Form auszuströmen scheinen.

Ihr dürft gern eure Suchmaschine befragen, welch kompetente Leute die Herren Krugman und Roubini sind, da sie so schwarz sehen für das zum Abschuss freigegebene “good old Europe”. Es scheint, als wüssten diese Leute, ganz im Gegenteil zur deutschen Kanzlerin und ihrer Entourage, wovon sie sprechen.

Paul Krugman: Europa begeht Selbstmord
Paul Krugman ist der Meinung, dass europäische Politiker sehenden Auges ihre Wirtschaft und ihre Gesellschaft die Klippe herunterstürzen. Die wirtschaftliche Katastrophe sei ohne maßgebliche politische Veränderungen unvermeidbar, dennoch halte man an harten Sparmaßnahmen fest. “Europa begeht Selbstmord”, glaubt der Ökonom.
http://www.gold-silber.biz/paul-krugman-europa-begeht-selbstmord/

IWF schließt Euro-Ende nicht mehr aus
18. April 2012 Der IWF schließt erstmals einen Staatsbankrott oder auch den Zusammenbruch der Eurozone nicht mehr aus. Im aktuellen World Economic Outlook wurde auf dieses Risiko hingewiesen. Die Folge sei dann eine Panik an den Finanzmärkten und ein Abzug der Einlagen von den Bankkonten. Erst zu Beginn des Monats hatte IWF-Chefin Lagarde betont, dass es keinerlei Indizien für ein solches Ereignis gebe.
http://www.eilpost.org/iwf-schliest-euro-ende-nicht-mehr-aus/

Nouriel Roubini: Die Eurozone braucht eine Scheidung
04. April 2012 Es ist Zeit für eine Scheidung in der Eurozone. Die hochverschuldeten Peripheriestaaten müssten sich vom Rest abtrennen und ihre Währungen abwerten, um die Exporte wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Dies schreibt der bekannte Ökonom von der New York University Nouriel Roubini in einem Gastbeitrag in
http://www.eilpost.org/nouriel-roubini-die-eurozone-braucht-eine-scheidung/

Quelle: http://karlmartell732.blogspot.de/2012/04/joachim-gauck-und-seine-phantasien-von.html

Sonderangebot der Woche: Deutsche Jugend

Als letzte Sonderaktion bieten wir diese Woche bis zum 30. April unser Motiv “Sprachproblem der deutschen Jugend” bis zu 50 % reduziert an.

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