Monatsarchiv für Juli 2010

 
 

Jugend von heute: dance against reality

In unserer Jubiläumsausgabe haben wir uns ausführlich der Frage gewidmet, wie die Jugend von heute zu charakterisieren ist. Unsere Autorin Laura Küchler hat dabei die Meinung vertreten, wir könnten von einer “Generation Sehnsucht” sprechen. Ich hingegen kann nicht erkennen, auf welche Ideale sich diese Sehnsucht beziehen soll. Deshalb halte ich den Ausdruck “Generation Zaghaft” für angebrachter.

Eine Anfang Juli erschienene Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte hat sich nun dem Thema “Jugendkulturen” gewidmet. Die Ergebnisse bestätigen unsere Vermutungen. Der Leiter des Archivs für Jugendkulturen, Klaus Farin, führt in seinem Beitrag aus, daß etwa 20 Prozent der Jugendlichen einer Subkultur angehören. Wenn heute über “die Jugend” gesprochen wird, werden diese 20 Prozent meist absolut gesetzt, was für ein verzerrendes Bild sorgt. Die allermeisten Jugendlichen sind also völlig unorganisiert und ungebunden. Selbst die Angehörigen der Subkultur orientieren sich an Konsummoden. Musik spielt dabei eine besondere Rolle.

Beate Großegger betont in ihrem Beitrag “Jugend zwischen Partizipation und Protest”, daß Jugendkulturen heute “eine größtenteils politikfreie Zone” sei:

Die breite Mehrheit der Jugendlichen identifiziert sich mit Jugendkultur(en), doch sie nutzt diese nicht für politische Positionierungen, sondern vielmehr für ein bewusstes Ausklinken aus der Beschäftigung mit den großen politischen Themen unserer Zeit. (…)

Die alltägliche Überforderung, die das Leben in der Gegenwartsgesellschaft kennzeichnet und die in der sozialwissenschaftlichen Debatte mit Begriffen wie Komplexitätsdruck, Informationsüberlastung oder gesellschaftlicher Burn-out diskutiert wird, wirkt heute bereits im jungen Lebensalter. Sie lähmt bereits in jungen Jahren die Bereitschaft zu sozialem und politischem Engagement und mündet in eine Sehnsucht nach dem “emotionalen Sonnenstudio”, das drängende und nicht selten auch drückende gesellschaftspolitische Themen vergessen lässt.

Großegger findet einen schönen Slogan für die “Jugend von heute”: dance against reality. Selbst in linken Subkulturen ist dieses Motto angekommen. Das beweist sehr schön die Musikrichtung “Technopunk”. Politisch linke Inhalte werden dabei mit dem Hedonismus der Techno-Szene vermischt. Die antideutschen Hedonisten Egotronic haben für diese Musikrichtung bereits vor ein paar Jahren mit “Raven gegen Deutschland” eine Hymne geschaffen. Links-Sein muß eben tanzbar sein. Systemkritik ist nicht so wichtig, weil sich eh nichts bewegen läßt.

‘nimm keins’ gesünder als nimm2

(foodwatch) Vitaminzusätze in Lebensmitteln sind meist nur ein plumper Verkaufstrick. Besonders Hersteller von Süßwaren und Fertigkost wollen ihre Produkte mithilfe künstlicher Vitamincocktails “gesundwerben”, kritisierte die Verbraucherorganisation foodwatch. Dabei sind die zusätzlichen Vitamine in der Regel völlig überflüssig und werden ganz einfach wieder ausgeschieden. Mit der werblichen Auslobung von Vitaminzusätzen setzen Hersteller einen Kaufanreiz, der offenbar vor allem Eltern suggerieren soll, sie könnten ihren Kindern etwas zu Naschen geben und gleichzeitig etwas Gutes tun. Besonders der Hersteller Storck setzt bei seinen Bonbons Nimm2 auf diese Masche: Er wirbt mit “wertvollen Vitaminen”, die in Wahrheit völlig überflüssig sind. foodwatch hat eine Recherche zu Nimm2 heute auf www.abgespeist.de, der Internet-Plattform zum Thema Etikettenschwindel, veröffentlicht.

“Kinder leiden in den allermeisten Fällen nicht an einem Vitaminmangel, sie sind teilweise sogar überversorgt”, erklärte Anne Markwardt, Leiterin der abgespeist.de-Kampagne von foodwatch. “Vitaminanreicherungen sind nicht nur überflüssig, sondern ein perfider Verkaufstrick, um gesund-getarntes Naschwerk abzusetzen. Vitamine hin oder her, ,Nimm keins’ ist in jedem Falle gesünder als Nimm2. Bei Bonbons gibt es kein gesünder – sie bleiben eine zuckrige Süßigkeit.” Kinder und Erwachsene können ihren Vitaminbedarf in der Regel problemlos über eine ausgewogene Ernährung decken. Auch die Co-Projektleiterin der Nationalen Verzehrstudie II der Bundesregierung, Dr. Constanze Cholmakov-Bodechtel, erklärte gegenüber foodwatch: “Vitamine haben in Süßigkeiten nichts verloren.”

Wie eine gesündere Alternative zu herkömmlichen Bonbons wird der Bonbon-Klassiker Nimm2 bereits seit Markteinführung 1962 beworben. “Die Masche funktioniert seit fast 50 Jahren – damit ist Nimm2 vielleicht der längste Etikettenschwindel der Welt”, sagt Anne Markwardt von foodwatch. Neben den angeblich “wertvollen” Vitaminen lobt Storck auf der Verpackung auch Traubenzucker und Fruchtsaft aus. Dabei ist Traubenzucker nicht besser als herkömmlicher Zucker und macht zudem nur ein Neuntel des Gesamtzuckers im Produkt aus. Fruchtsaftkonzentrat ist gerade einmal zu 1,3 Prozent in den Bonbons enthalten. Gegenüber foodwatch hat Storck schriftlich erklärt, dass die Vitaminanreicherung der Bonbons “nicht auf einem wie auch immer gearteten ernährungsphysiologischen Konzept” beruhe. Storck will auch “keinen spezifischen Vorteil” im Traubenzucker sehen, der Hersteller weise “auf den Traubenzucker als Bestandteil lediglich hin”.

Neben Storck versuchen auch andere Hersteller, Naschwerk mit überflüssigen Vitaminzusätzen gesundzuwerben. So tragen die zuckrigen Frühstücksflocken Frootloops von Kellogg’s, die Capri Sonne von Wild oder der Nesquik Kakao von Nestlé Hinweise auf zugesetzte Vitamine. Diese ändern jedoch nichts daran, dass es sich bei den Produkten um Süßigkeiten handelt, die angesichts ihres Zuckeranteils nur in Maßen verzehrt werden sollten. “Kinder brauchen eine klare Trennung zwischen Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln”, sagte Anne Markwardt von foodwatch. “Mit unnötigen Vitaminzusätzen suggerieren die Hersteller, dass Süßigkeiten so wichtig sind wie Obst oder Gemüse – das ist ein völlig falsches Signal.”

Kampf im Klassenzimmer

oder hier:

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=4980716

Gerne hätte ich gewusst, woran es liegt, dass die Ausnahmelibanesin an der Hauptschule so freundlich zu den Deutschen ist. Ist sie vielleicht maronitische Christin?

Nunja, es wäre wohl etwas zu viel verlangt. Es gibt nicht alles auf einmal. Die Reportage ist eine halbe Sensation, obwohl

1. NICHT klar und deutlich darauf hingewiesen wird, dass das notorische Abgrenzungsverhalten genauso wie die praktizierte Gewalt (mit ihrem Mitteilungscharakter) systemimmanenter Bestandteil islamischer, DEZENTRALER  Normdurchsetzung ist

und

2. die Reportage erst im TV gesendet wurde, als die Generation 60+ und ein Gutteil der Arbeitenden schon die Schäfchen gezählt hat.

Wer es verpasst hat und noch nicht die tägliche Portion Wut im Bauch hat, sollte die Sendung unbedingt nachholen. Als ich in einem früheren Beitrag unterstellte, dass Islamisierung IMMER mit Gewalt gegen Nichtmuslime einhergeht, wurde mir Dummheit vorgeworfen. Eine grandiose Studie, die das eindeutig belegt, hat Manfred (der von dem Blog) vorgelegt, auf die an dieser Stelle schon einmal hingewiesen werden soll. Die 20€ sind gut angelegt. Islamkritik unter permanentem Verweis auf Einzelfälle wie es bspw. PI macht, ist auf Dauer nicht ausreichend. Es wird in wenigen Tagen eine umfassende Rezension von meiner Seite zum Dschihad-System in unserem Artikelbereich veröffentlicht werden.

Rot(-Rot)-Grüne Gewerkschaft macht Ernst: Türkische Polizei für NRW

Das geht so schnell, da kommste gar nicht mehr hinterher.

Jedem sollte langsam gewahr werden, wer hier wohinein integriert werden soll. Die Zeit des Palaverns ist vorbei. Es mache sich jeder seine Gedanken! Mit solchen Institutionen ist nichts mehr zu wollen.

taz trauert um “verlassene” Mütter

“Alleinerziehende sind wie Robbenbabies, jedem tun sie leid.”, anlysiert eine taz-Leserin treffend die Atmosphäre um diese geschundene Nicht-Randgruppe. Die verlassenen Macchiato-Mütter sind zu bedauern. Erst ist alles supi. Dann irgendwann lassen die bösen, egoistischen, karriegeilen Männer sie a`la Joschka Fischer, Gerhard Schröder oder Christian Wulff wegen einer Jüngeren sitzen und nun beginnt der soziale Abstieg…

Blablabla!

Mit denen habe ich kein Mitleid. Sie leiden nun an Ihrem eigens jahrzehntelang propagierten Ideal von Emanzipation (=Unverbindlichkeit) und Öko-Schick, sowie ihrer eigenen Unfähigkeit die Ehe, oder schlüpfriger “die Partnerschaft”, zusammenhalten zu können. Nein, auch diese Männer sind keine Lichtgestalten. Unmöglich ist es aber zu entwirren, wer woran schuld ist. Männer, die jahrelang gerichtlich gezwungen wurden Unterhalt zu zahlen, um der Ex den Lebensstandard aus Ehezeiten zu finanzieren, während ihnen der Umgang mit den Kindern durch ebendiese erschwert wurde, sind ebenso nicht zu beneiden.

Ich konnte mir eine Kommentierung dieses Geschreibsels ausnahmsweise nicht verkneifen. Ob mein Kommentar bei der taz veröffentlicht wird, weiß ich nicht, deshalb kopiere ich ihn hier hiniein:

Haha! Seit Jahrzehnten wird von profilierter Seite die Ehe als Ideal des familiären Zusammenlebens madig gemacht, als spießig und einengend dargestellt. Und jetzt wo die Konsequenzen in Form eines durch Emanzipationsrhetorik und Ichbezogenheit vergifteten Geschlechterverhältnisses sichtbar werden, ist wahlweise wieder das Patriarchat, die Gentrifizierung, konservierte (iieeh konservativ) Geschlechter”rollen” oder sonst irgendein anonymes System bösartiger Verschwörungen am Elend der Welt schuld.

Nicht nur (aber auch) das TAZ-Milieu hat es, progressiv und fortschrittlich wie es sich geriert, immer besser gewusst. Gleichsam den Teufel herausgefordert und reibt sich jetzt verwundert die Augen, wenn die Hölle über ihm tatsächlich hereinbricht.

Dass die Selbstreflexion soweit gedeiht, um zur Einsicht zu reifen, dass es nicht möglich ist mehr als ein, vielleicht zwei Wohlstandsgenerationen gegen die conditio humana zu leben, bleibt noch zu hoffen. Aber das linke Milieu treibt den Beelzebub noch stets mit dem Satan aus. Erst unter permanentem Solidaritätsgequassel alle etablierten gesellschaftlichen Erwartungszusammenhänge zerstören, um dann die verlorene Solidarität zu beklagen. Vermutlich sind Sie wirklich nicht mehr zu retten. Aber morgen kommt er schon der neue Mensch mit seiner neuen Freiheit. Bestimmt.

Absurde Ideologie, gute Folgen?

Wir haben uns den Klimarettern und ihrer Ideologie schon häufig genug gewidmet. Es steht für mich außer Frage, daß hier eine kleine Elite ein Feld gefunden hat, auf dem sie sich als bessere Menschen inszenieren können.

Bei klimakatastrophalen Temperaturen während einer Autofahrt habe ich heute im Radio von einer mir bisher unbekannten Initiative erfahren. Die Green Music Initiative will CO2 in der Unterhaltungsbranche einsparen. Bevor wir uns jetzt an den Kopf greifen, sollten wir uns fragen, was diese Selbstverpflichtung konkret bedeuten kann.

Von heute bis Sonntag findet in Ferropolis das Melt!-Festival statt, das sich der Klimaschutz-Initiative angeschlossen hat. Die Ideen zum Klimaschutz und die Handlungsanweisungen für die Besucher sind ganz simpel, einfach umzusetzen und rundum begrüßenswert:

  • Reist gemeinsam mit öffentlichen Verkehrsmitteln an und ab!
  • Verursacht nicht so viel Müll und entsorgt ihn ordentlich! (Damit das klappt, wurde ein Müllpfand eingeführt.)
  • Esst die neu angebotenen regionalen Speisen!

So absurd also die dahinterstehende Ideologie auch sein mag, die Folgen sind doch positiv, oder?

Das ist Eure Zukunft

Im Tagesspiegel erschien unlängst eine Zusammenfassung der Migrationsdaten aus 2009, die das statistische Bundesamt ermittelt und veröffentlicht hat. Die wesentlichen Aussagen lauten:

Erstmals hat im vergangenen Jahr die Zahl der hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund mehr als 16 Millionen betragen. Das ist ein knappes Fünftel der Bevölkerung oder 19,6 Prozent.

Und unter den Neugeborenen machen die Migrantenkinder inzwischen mindestens 30 Prozent aus, in städtischen Ballungsgebieten auch 60 Prozent und mehr. „In einzelnen Stadtbezirken ist die Zwei-Drittel-Grenze geknackt“, sagt Gunter Brückner vom Statistischen Bundesamt.

Die ethnisch deutsche Bevölkerung schrumpft zugleich – um 1,3 Millionen seit 2005. Sie stirbt nach Einschätzung der Statistiker praktisch weg. Der Migrantenanteil an den über 75-Jährigen ist statistisch noch irrelevant.

Migrationshintergrund hat demnach, wer nach 1950 ins Gebiet der heutigen Bundesrepublik kam – auf diese Weise werden Vertriebene aus den früheren deutschen Gebieten in Polen, Tschechien und der früheren Sowjetunion nicht mitgerechnet – oder wer selbst oder wessen Eltern oder Großeltern nicht in Deutschland geboren wurden.

Der Osten ist davon fast unberührt: 96 Prozent aller Migranten lebten auch 2009 auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik und des früheren Westberlin.

Auch wenn ich über das semiprofessionelle Interview heute schmunzeln kann und im Nachhinein manches nur noch modifiziert äußern würde, bleibt der Grundtenor vollkommen richtig.

Und nebenbei: Die pikierten Bayern, Badenser und Schwaben seien versichert, dass auch wir von der Blauen Narzisse um Schönheit und Eigenheit des süddeutschen Raumes wissen. Doch die harten Fakten sind ernüchternd. Jedenfalls für Nürnberg, Augsburg, München, Mannheim, Stuttgart und Co. sieht es nach wie vor düster aus.

Tanzen die Dohlen …

Konrad Lorenz hat einmal die Laute der Dohlen ausgewertet und dabei bemerkenswerte massenpsychologische Erkenntnisse gewonnen:

Der Dohlenschwarm, der am Tag aufs Feld zur Futtersuche und am Abend in den Wald zum Schlafen fliegt, stimmt sich durch die Rufe der einzelnen Vögel immer wieder als Ganzes auf eine einheitliche Tendenz ab. Wenn in den Morgen- oder den Abendstunden die Tendenz der einzelnen Vögel divergiert, kann man beobachten, daß der Schwarm eine Zeitlang hin und her fliegt: Überwiegen die Rufe “Djak” über die Rufe “Djok”, so fliegt der Schwarm in Richtung Wald oder umgekehrt. Das geht so lange hin und her, bis plötzlich alle Vögel nur noch den einen Ruf ausstoßen und der Schwarm dann als Ganzes entweder in den Wald oder aufs Feld fliegt. Dann ist der Schwarm durch Abstimmung für eine bestimmte Handlung, die Futtersuche oder das Aufsuchen der Schlafplätze, bereitgestellt. Es herrscht dann eine gemeinsame Stimmung oder so etwas wie eine gemeinsame Emotionalität. Der Dohlenschwarm ist also eine Abstimmungs-Republik.

Wer die Dohlen nicht nachahmen möchte, sondern lieber die Einsamkeit (vielleicht gemeinsam mit den besten Freunden) sucht, für den könnte dieses Volkslied, das ihr euch hier anhören könnt, etwas sein.

Grundbegriffe zum Mythos

Ergänzend zu den zwei Artikeln Alles atmet einen Hauch Mythos und Das Mythische wirkt fort möchte ich mithilfe kurzer Auszüge aus Mircea Eliades “Das Heilige und das Profane. Vom Wesen des Religiösen” einige Grundbegriffe erläutern.

Das Numinose …

… steht abseits von allem, es ist das “Ganz andere”: nichts Menschliches und keine Erscheinung des Weltalls ist ihm vergleichbar. Dem Numinosen gegenüber fühlt der Mensch seine völlige Nichtigkeit, er hat die Empfindung, “nur eine Kreatur” zu sein oder, wie Abraham zum Herrn sagte, nichts als “Staub und Asche” (Genesis 18,27).

Das Heilige …

Der Mensch erhält Kenntnis vom Heiligen, weil dieses sich manifestiert, weil es sich als etwas vom Profanen völlig Verschiedenes zeigt. Diese Manifestationen des Heiligen wollen wir mit dem Wort Hierophanie bezeichnen. (…) Es handelt sich immer um denselben geheimnisvollen Vorgang: das “Ganz andere”, eine Realität, die nicht von unserer Welt ist, manifestiert sich in Gegenständen, die integrierende Bestandteile unserer “natürlichen”, “profanen” Welt sind. (…) Der heilige Stein, der heilige Baum werden nichtsd als Stein oder als Baum verehrt; sie werden verehrt, weil sie Hierophanien sind, weil sie etwas “zeigen”, was nicht mehr Stein oder Baum ist, sondern das Heilige, das Ganz andere.

Der Mythos …

… verkündet das Erscheinen einer neuen kosmischen “Situation” oder eines primordialen Ereignisses. Er ist also immer der Bericht einer “Schöpfung”: man erzählt, wie etwas ausgeführt wurde, wie es zu sein begann.

Der unreligiöse Mensch …

Für den unreligiösen Menschen sind alle vitalen Erfahrungen – Sexualität, Ernährung, Arbeit, Spiel – entsakralisiert. Das heißt, daß es allen diesen physiologischen Akten an einer geistigen Bedeutung und damit an der wahrhaft menschlichen Dimension fehlt. (…) Die meisten “religionslosen” Menschen verhalten sich immer noch religiös, auch wenn sie sich dessen nicht bewußt sind. (…) Der moderne Mensch, der sich als areligiös empfindet und bezeichnet, verfügt noch über eine ganz verkappte Mythologie und viele verwitterte Ritualismen. (…) Diese Menschen sind manchmal unter einem ganzen Wust religiös-magischer Vorstellungen begraben, die jedoch bis zur Karikatur entstellt und deshalb schwer zu erkennen sind. (…) Ein reiner Vernunftmensch ist eine Abstraktion, die in der Wirklichkeit nirgends auftritt. Jedes menschliche Wesen setzt sich aus seiner bewußten Aktivität und aus seinen irrationalen Erlebnissen zusammen.

Die religiöse Aura …

… die Inhalte und Strukturen des Unbewußten sind das Resultat unvordenklicher existentieller Situationen, insbesondere kritischer Situationen, und aus diesem Grund eignet dem Unbewußten eine religiöse Aura. (…) Die religiöse Lösung löst nicht nur die Krise auf, sondern macht zugleich die Existenz “offen” für Werte, die nicht mehr zufallsbedingt oder privat sind; sie ermöglicht es also dem Menschen, die persönlichen Situationen zu überschreiten und Zugang zur Welt des Geistes zu finden.

Schweiz zieht hochqualifizierte Einwanderer an

(Berlin-Institut) Die Attraktivität der Schweiz als Einwanderungsland hat im letzten Jahrzehnt stark zugenommen. Der Anteil von Zuwanderern an der Gesamtbevölkerung beläuft sich inzwischen auf rund ein Viertel. Werden die in der Schweiz geborenen Personen mit Migrationshintergrund hinzugezählt, wächst der Anteil sogar auf ein Drittel an. Mehr als 1,7 der 7,8 Millionen Bewohner der Schweiz besaßen am Ende des Jahres 2009 einen ausländischen Pass. Gleichzeitig hat sich die Struktur der Zuwanderung deutlich verändert. Während früher besonders geringqualifizierte Migranten aus Süd- und Südosteuropa in die Schweiz kamen, waren es in den vergangenen zehn Jahren vermehrt Hochqualifizierte aus den unmittelbaren Nachbarländern beziehungsweise aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Der Anteil von Arbeitsmigration an der Gesamtzuwanderung belief sich im Jahre 1994 auf einen Tiefstwert von 17 Prozent. Im Jahr 2008 hingegen erreichte er eine Spitze von 52 Prozent. Gleichzeitig ging der Anteil des Familiennachzugs von etwa zwei Dritteln auf ein Drittel zurück. (Weiterlesen …)