Zwei Stammtische: Berlin am 21.1. und Dresden am 23.1.
Am Sonnabend, den 21. Januar 2012, findet das 20. Berliner Kolleg über Friedrich den Großen statt. Wir nutzen diese empfehlenswerte Veranstaltung, um uns danach noch mit unseren Lesern auf ein paar Bier und traditionell Orangensäfte zu treffen. Unser Berliner Stammtisch startet am 21. Januar 19 Uhr. Den Veranstaltungsort geben wir wie immer nach erfolgter Anmeldung bekannt. Bitte meldet euch bei uns über unser Kontaktformular.
Am Montag, den 23. Januar 2012, treffen wir uns dann in Dresden. Der Stammtisch beginnt 20 Uhr. Auch hier informieren wir über den Veranstaltungsort nach erfolgter Anmeldung. Bitte auch hierfür das Kontaktformular nutzen oder eine kurze Nachricht an redaktion@blauenarzisse.de schreiben.
Berlin-Wahl: Wir haben es schon lange gewußt
Ich habe mich auf den gestrigen Tag sehr, sehr gefreut, weil ich diese hysterischen Hoffnungen auf rechtskonservative Parteien einfach nicht mehr ertragen kann. Was ich schon vor einem Jahr prophezeit habe, ist nun eingetreten: DIE FREIHEIT ist eine Totgeburt. Für diese Aussage habe ich viel Prügel bezogen, aber sie war eben richtig. Hoffentlich geht jetzt allen, die dieser Partei ihr Geld in den Rachen geworfen haben (wir reden über 50.000 Euro an einem einzigen Tag), ein Licht auf. Ich hätte mit dieser Geldsumme ein neues Jugendzentrum aufgemacht. Und mit dem ganzen Engagement der vielen Menschen … ach, da kommt man ins Träumen, was man mit diesen Ressourcen alles Sinnvolles bewegen könnte. So verschieden sind eben die Ansätze.
Wählt die polyamore Franziska Brychcy zur Rettung des Vaterlandes!
Wer noch nicht weiß, für wen er die letzten Tage Wahlkampf in Berlin machen soll, für den habe ich jetzt einen Befehl. Franziska Brychcy von der Linkspartei ist eine Politikwissenschaften studierende Politikerin, die noch dazu in polyamorer Partnerschaft gegen die demographische Katastrophe ankämpft. Brychcy wurde 1984 geboren und hat schon mit zwei Männern vier Kinder. Glückwunsch!
Und weil sie so viele Erfahrungen mit Kleinkindern hat, weiß Brychcy auch, was junge Eltern auf keinen Fall machen dürfen:
Ich lehne Scham als Konzept grundsätzlich ab. Sie wird Menschen anerzogen, um sich schlecht und schuldig zu fühlen. Doch kein Mensch ist schuldig, weil er nackt ist oder Sexualität ausleben möchte. Die systematische Unterdrückung kindlicher Nacktheit und Sexualität und völlig unnötige Anerziehung von Schamgefühlen ist eine extreme Menschenrechtsverletzung, die den Kindern in unserer Gesellschaft von klein auf angetan wird. (…)
Ich selbst lebe in einer langjährigen polyamoren Partnerschaft mit zwei Männern, mit denen ich vier Kinder habe. Unsere Kinder haben eine Mutter und zwei soziale Väter … Biologische Elternschaft ist daher kein Gradmesser für gute und liebevolle Elternschaft.
Berlin ist also auf dem richtigen Weg. Bereits in der Grundschule werden noch die Kinder umerzogen, die nicht so tolle soziale Eltern haben wie die Kinder der Familie Brychcy.
Vorträge in Stuttgart und Berlin
Am Mittwoch, 6. Juli 2011, spricht um 20 Uhr bei der Berliner Burschenschaft Gothia der Sprecher der Aktion Linkstrend stoppen über die Frage “Braucht es noch Konservative im 21. Jahrhundert?”.
Am Donnerstag, 7. Juli 2011, spricht ebenfalls um 20 Uhr Tobias Norbert Körfer von der AGMO bei der Stuttgarter Burschenschaft Ghibellinia über die Frage “Menschenrecht auf Muttersprache – nicht für Deutsche?”.
In Berlin lernen Erstklässler das Schwul-Sein
Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (65, SPD) hat sich eine neue Absurdität für Erstklässler einfallen lassen. Er hat eine Kampagne gestartet, in denen bereits Erstklässlern erklärt wird, daß man sich aussuchen kann, ob man männlich oder weiblich sein möchte. Die Leiterin der Initiative, Conny Kempe-Schälicke (45), sagte der BZ:
Homosexualität soll dabei nicht herausgestellt werden. Vielmehr geht es um Vielfalt. Weg von der klassischen Vater-Mutter-Kind-Familie, hin zu Modellen, in denen Kindern auch glücklich sein können. Denn das Einzige, was wichtig ist, ist eine liebevolle Umgebung.
Das heißt also, daß Kinder in der klassischen Vater-Mutter-Kind(er)-Familie nicht glücklich werden können? Das klingt zumindest ganz stark so, auch wenn die Frau mit dem Doppelnamen das sicherlich dementieren würde. Aber seien wir einmal ganz bescheiden und hören dieser Expertin einfach zu. Sie will Kinder dazu anregen, darüber nachzudenken, …
wie es ist, wenn man nicht genau weiß, ob man männlich oder weiblich ist. Als Jugendliche können sie sich dann bewusst für eine sexuelle Identität entscheiden, so wie für eine Religion.“
Ich hoffe ja wirklich sehr, daß die Frau mit dem Doppelname bei ihrer Initiative auf ein paar Jungs aus dem Orient trifft, die ganz genau wissen, welche Religion sie haben und wie sie mit Mitschülern umgehen, die ihnen an den Popo fassen wollen. Vielleicht hört sich ja die Frau mit dem Doppelname mal deren Argumentation an. Ich habe gehört, in U-Bahnen sollen sie besonders diskussionsfreudig sein. Vielleicht verlegt die Frau mit dem Doppelnamen ja ihre Aufklärungskampagne mal an einen solchen Ort – so gegen 22 Uhr. Dann werden die Pantomimespielchen sicherlich noch witziger:
So werden Jugendliche aufgefordert, Begriffe pantomimisch darzustellen wie: „Selbstbefriedigung“, „zu früh kommen“, „Orgasmus“, „Darkroom“.
Vereins-Mitarbeiter erteilen Aufträge für Rollenspiele: „Du bist Kemal, 25 Jahre. Du willst mit deinem Freund eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Heute wollt ihr es deiner Mutter erzählen.“
Na da bin ich ja mal gespannt, wie die Muter von Kemal reagiert. Ich wette: Sobald der Papi von Kemal davon erfährt, wird der arme Schwule ganz schnell zu Döner verarbeitet. Wir haben mal einen jüdischen Autor über dieses Problem schreiben lassen:
Es ging in Erdkunde gerade um Globalisierung. Der Lehrer bat einen muslimischen Pubertierenden, die Globalisierung anhand des Beispiels AIDS zu erklären. Ali: „Ein kanadischer Jude ist nach Afrika gereist und hatte dort Geschlechtsverkehr mit Affen. Zurück in Kanada war er dann in der Homosexuellen-Szene aktiv. So verbreitete sich das Virus.“
Der Lehrer wollte das eigentlich ignorieren und einfach den nächsten dran nehmen, als plötzlich aus den hinteren Reihen ein anderer Junge namens Markus rief: „Ach ihr Kanacken mögt ja keine Juden.“ Der Lehrer geriet in Rage, schrie den Jungen an, das Wort „Kanacke“ sei fremdenfeindlich und er würde in seiner Klasse kein nationalsozialistisches Gedankengut tolerieren. Das böse Verhalten von Markus wurde mit einer Mitteilung an die Eltern sanktioniert.
Vortrag in Berlin am 17. Mai: „Skandalokratie – Sarrazin, Guttenberg und der Super-Gau in Japan“
Am 17. Mai um 20 Uhr spreche ich bei der Berliner Burschenschaft der Märker (Podbielskiallee 15, 14195 Berlin) über die „Skandalokratie“ und insbesondere die Fälle Sarrazin, Guttenberg und Fukushima. Meine These: Der Skandal ist der letzte Modus in der heute völlig entideologisierten Konsensdemokratie, mit dem sofortige politische Kehrtwenden erzwungen werden können. Geltendes Recht wird dann notfalls ignoriert. Dies läßt sich am Fall Sarrazin ebenso gut ablesen wie etwa an den Konsequenzen des medialen Ausnahmezustandes nach dem Atomunglück in Fukushima. Die bürgerlichen Parteien warfen trotz der Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke ein halbes Jahr vorher ihren bisherigen Kurs komplett über den Haufen.
Ich möchte aber noch mehr zeigen: Genauso wie das „verdammte 20. Jahrhundert“ mit einem Skandal, der Dreyfus-Affäre, begonnen hatte, kann das derzeitige Zeitalter auch nur mit einem unvorstellbar großen Knall zu Ende gehen. Wer sich also fundamentale Veränderungen unserer Gesellschaft wünscht, der muß genauso wie Émile Zola oder Charles Murras vor über 100 Jahren einen gewaltigen Skandal provozieren – Ausgang ungewiß …
Ich würde mich freuen, am kommenden Dienstag viele von euch persönlich anzutreffen! Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion und natürlich auch zum persönlichen Gespräch.
Gewalt gegen Menschen von links II
Nicht nur in Griechenland ist es unter Linken offenbar wieder modisch geworden, wie in den 20ern und 30ern des zwanzigsten Jahrhunderts Menschen totzuschlägern. Eine Gruppe Vermummter schlug in Berlin mit Eisenstangen auf einen bekennenden Rechtsextremen ein:
Der 26-Jährige verließ um 7.30 Uhr sein Wohnhaus, als aus einer Gruppe Vermummter heraus mit einer Metallstange auf ihn eingeschlagen wurde. Der Mann konnte sich ducken, zerstört wurde die gläserne Hauseingangstür. Bereits im Oktober hatten Unbekannte sein Auto niedergebrannt.
Dies schreibt der Tagesspiegel.
TV Berlins “Political Post”
In der ersten Folge dieses Formats, für das noch nicht sicher ist, ob sich ein Sendeplatz im TV finden wird, diskutiert unter anderem auch Manfred Kleine-Hartlage – Autor von Das Dschihadsystem – über Deutschland schafft sich ab und die öffentlichen Reaktionen diesbezüglich.
Sehen kann man die aufgezeichnete Sendung im Netz HIER.
Wim Wenders und Deutschland 09
Arte strahlt seit dem vergangenen Mittwoch eine Serie namens Deutschland 09 aus (erster Film kann bereits im Netz gesehen werden):
Bilder von dem “Erster Tag”, Dialoge zwischen deutschen politischen Legenden und Weltkonferenzen zwischen Kindern: “Deutschland ’09″ zeigt unterschiedliche Teile der deutschen Einheit. Kinostars wie Benno Fürmann spielen vor den Kameras weltberühmter Regisseure wie Fatih Akin, Wolfgang Becker und Tom Tykwer. Stets mit scharfem Blick halten sie uns den Spiegel vor und erzählen mal vom deutschen Unbehagen oder der “Idee Deutschland”.
Es geht in dieser Filmreihe um Erinnerungen, Vergangenheit und Zukunft. Mit Filmen wie “Der Weg, den wir nicht mehr zusammen gehen” und “Fraktur” reisen wir tief in die deutsche Geschichte, um später, mit Regisseuren wie Christoph Hochhäusler und Angela Schanelec, uns die Frage nach der deutschen Identität in Zeiten der Internationalisierung zu stellen. “Deutschland ’09″ kann als Patchwork von Ideen verstanden werden, von Ideen, die in ihrer Summe ein Bild von Deutschland ergeben.
Die einzelnen Filme im Überblick:
(1): “Der Name Murat Kurnaz”; (2): “Krankes Haus”; (3): “Schieflage”; (4): “Der Weg, den wir nicht zusammen gehen”; (5): “Séance”; (6): “Ramses”; (7): “Die Unvollendete”; (8): “Joshua”; (9): “Erster Tag”; (10): “Fraktur”; (11): “Eine demokratische Gesprächsrunde zu festgelegten Zeiten”; (12): “Feierlich reist”; (13): “Gefährder”.
Streckenweise erinnert Deutschland 09 an Wim Wenders großartigen, fast elegischen Film Der Himmel über Berlin von 1987. Analog zu den von uns bereits umfassend vorgestellten Gedichtfilmen handelt es sich hier um poetische Prosafilme, von denen es freilich in Deutschland noch viel zu wenig gibt. Erinnert sei auch an Wenders nicht weniger schönen Film Paris, Texas.
Bild: Otto Sanders als Engel in Der Himmel über Berlin

