Linksmilitante Angriffe auf Burschenschaften – Neuer Fall in Göttingen

(Polizeimeldung vom 22. Juli 2011) Drei junge Männer einer Burschenschaft im Alter zwischen 20 und 23 Jahren sind vergangene Nacht vor einem Verbindungshaus im Schildweg von einer etwa zehnköpfigen, dunkel gekleideten Personengruppe von hinten angegriffen, mit Reizgas besprüht, getreten und zu Boden gerissen worden. Dabei wurden zwei der Opfer leicht verletzt, eine musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Die Angreifer flüchteten anschließend in den nahe gelegenen Cheltenham-Park. Die Tätergruppe wird aufgrund ihrer Kleidung und ihres Vorgehens dem linksautonomen Spektrum zugeordnet.

“Der wiederum durch vermutlich linksmotivierte Täter erfolgte Übergriff auf Andersdenkende sowie die massive Beschädigung der Innenstadtwache der Polizei zeigen, dass die Stadt Göttingen weiterhin ein markanter Brennpunkt linksmotivierter Kriminalität ist. Die Täter beabsichtigen die Verletzung von Menschen oder nehmen sie rücksichtslos in Kauf. Nicht zuletzt die durch das Bundeskriminalamt festgestellte zunehmende Gewaltbereitschaft linksmotivierter Täter zeigt sich auch in Göttingen deutlich. Es ist nicht zu rechtfertigen, dass Personengruppen ihre Weltsicht mit Gewalt auf der Straße durchzusetzen versuchen. Dieser äußert bedenklichen Entwicklung werden wir mit allen rechtstaatlichen Mitteln entgegenwirken”, so Polizeipräsident Kruse.

Eigene Anmerkung: Wir möchten Studentenverbindungen bitten, die ebenfalls Gewalt gegen Mitglieder oder Häuser erfahren haben, dies uns für eine Chronik zu melden. Bitte die Fälle per E-Mail an blauenarzisse@gmx.de senden.

Ariernachweis und Judenverfolgung in der Deutschen Burschenschaft

Pünktlich zum Beginn des jährlichen Burschentages in Eisenach weiß Spiegel Online aus vertraulichen Dokumenten, daß der Dachverband Deutsche Burschenschaft kurz vor der Einführung von “Rassevorschriften” steht:

Es geht um die Einführung einer Art “Ariernachweis”.

Selbst “konservative” Wissenschaftler fürchten nun eine erneute Judenverfolgung:

Wer für diese eindeutigen Passagen noch eine Übersetzung braucht, bekommt sie vom Rechtshistoriker Rainer Schröder. Der Professor der Berliner Humboldt-Universität beschäftigt sich mit der Rechtsprechung im Nationalsozialismus. Für den konservativen Wissenschaftler steht nach Einsicht in die Dokumente fest: “Die Struktur dieses Ausschlussverfahrens ähnelt frappierend der Ausgrenzung der Juden im ‘Dritten Reich’.”

Man muß dazu wissen, daß es so gut wie sicher ist, daß sich die “Rechtsextremen” durchsetzen. Das sagt nämlich die schlaue Politologin Alexandra Kurth:

Die Rechtsextremen pochen auf eine völkische, also rassistische Definition und hängen immer noch den großdeutschen Träumen der politischen Rechten in der Weimarer Republik an. Sie sind seit dem fatalen Kompromiss mit den Liberal-Konservativen im Jahr 1971 immer mächtiger geworden, inzwischen besetzen sie alle Schlüsselpositionen des Verbands und setzen ihre Anträge auf den Burschentagen quasi ausnahmslos durch.

Wenn man nun noch weiß, daß Burschenschaften Geld und einen großen Einfluß auf die Hinterzimmerpolitik der Bundesrepublik haben, kommt man unweigerlich zu dem Schluß, daß es gar keinen Sinn mehr macht, jetzt noch Widerstand gegen die neuen Rassisten zu leisten. Passen wir uns also am besten an die neuen Gegebenheiten an, damit wir uns die Karriere nicht versauen.

Burschenschaft 2.0

Antifa-Angriff auf BN-Redaktionstreffen

Antifa-AngriffDieses Wochenende hatten wir in Marburg unser erstes Redaktionstreffen dieses Jahr. Die Burschenschaft Germania stellte uns dafür dankenswerterweise ihr Haus zur Verfügung. Gestern so gegen 20 Uhr kam dann unerwarteter Besuch. Etwa 20 vermummte Antifaschisten schmissen Farbbeutel an das Haus, zündeten Böller und übersprühten den Zirkel der Burschenschaft mit einer Israelfahne. Die Polizei ermittelt mittlerweile.

radikal rechts

Arne SchimmerDie Burschenschaftlichen Blätter haben ein Interview mit dem sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Arne Schimmer geführt. Schimmer selbst ist Alter Herr der Burschenschaft Dresdensia-Rugia Gießen, sieht sich aber innerhalb des Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“ (DB) Anfeindungen von Seiten betont liberaler Verbandsbrüder ausgesetzt. Die Interviewer Jörg Haverkamp II und F. Roland A. Richter gehören zu dieser Gruppe und versuchen mit ihren Fragen, Schimmer in die Enge zu treiben. Sie begehen dabei einen grundlegenden methodischen Fehler: Sie zitieren aus den Grundsätzen der DB und fragen Schimmer dann suggestiv, ob diese Grundsätze nicht durch die NPD und ihre Jugendorganisation JN verraten würden.

Nun müßte man dem eigentlich eine Frage zwischenschalten: Ist es denn so, daß in allen Mitgliedsbünden der Deutschen Burschenschaft deren Leitsätze ganz korrekt umgesetzt werden? Haverkamp II und Richter unterstellen implizit, alle Burschenschafter setzen sich brav für Freiheit und Demokratie ein, fechten ein bißchen und trinken hin und wieder ein Bier. Und nur die paar Bösen aus der NPD ziehen den Dachverband in den Schmutz.

Mit Verlaub, das habe ich des öfteren etwas anders erlebt. Nach dem fünften oder sechsten Bier sind es gerade CDU-Mitglieder, die zu fortgeschrittener Stunde zeigen wollen, wie rechts sie wirklich sind, und dann plötzlich Goebbels-Reden fehlerfrei rezitieren, aber bei der nächsten Parteiveranstaltung Angela Merkel wieder in den Arsch kriechen. Wegen der Karriere, versteht sich! „Aber“, fahren sie fort, „wenn ich mich erstmal innerhalb der CDU hochgemogelt habe, dann …“ Wenn das dann geschehen ist, passiert im Übrigen meistens nichts.

Ich will dies nun keinesfalls allen Burschenschaftern vorwerfen. Es gibt viele vernünftige und letztendlich darf aus meiner Sicht auch jeder ein paar Jugendsünden ansammeln. Aber, wenn man das so sieht, dann ist es unfair, mit dem moralischen Zeigefinger auf andere (NPD) zu zeigen (wie dies Haverkamp II und Richter machen), währenddessen Anspruch und Wirklichkeit auch im eigenen Hause nicht deckungsgleich sind.

Im Gegensatz zu denen, die immer nur betrunken Deutschland retten und erst dann ihre radikale Ader entdecken, sind mir jene lieber, die auch öffentlich zu ihrem Wort mit ihrem Gesicht einstehen. Und gerade das macht Arne Schimmer.

Ihn hätte man aus meiner Sicht ganz anders konfrontieren müssen: Glaubt er zum Beispiel allen Ernstes, eine Partei könne in diesem Land etwas bewirken? Wie kommt er zu der irrigen Ansicht, man müsse dem Volk mehr demokratische Mitbestimmungsrechte einräumen und dann werde alles gut? Ist er sich überhaupt bewußt darüber, daß sich als Bodensatz der NPD eine unsteuerbare Masse herausbilden könnte, die für Schimmer mit seinen klugen Worten unsteuerbar ist? Was hält er wirklich vom sozialistischen Populismus seiner Partei, der doch nur dafür zuständig ist, HartzIV-Empfänger und sogenannte „sozial Benachteiligte“ als Wähler zu gewinnen? Wie will er eigentlich, der sich kein NS-Revival wünscht, die NS-Nostalgie an der Basis eindämmen? Und, und, und …

Arne Schimmer, der auch Chefredakteur der hier&jetzt ist, betont in der aktuellen Ausgabe dieser radikal rechten Zeitschrift, daß „man die Freiheit des Denkens nicht an einem Punkt aufheben kann, ohne sie insgesamt aufzuheben“. Dem stimme ich voll und ganz zu und deshalb muß die Auseinandersetzung mit Rechtsradikalen auch inhaltlich geführt werden.

Veranstaltungshinweis: Schultze-Rhonhof in Marburg

Heute Abend, 20 Uhr, spricht auf dem Haus der Marburger Burschenschaft Rheinfranken Generalmajor a. D. Gerd Schultze-Rhonhof über “Das tschechisch-deutsche Drama 1918-1939″. Schultze-Rhonhof hat das Buch 1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte geschrieben und betreibt die Netzseite www.vorkriegsgeschichte.de.