Erika Steinbach: NS = links

Auf Twitter postete Erika Steinbach gestern:

Die NAZIS waren eine linke Partei. Vergessen? NationalSOZIALISTISCHE deutsche ARBEITERPARTEI…..

Das ist eine mutige Aussage und die taz hat sie auch bereits entdeckt. Ich halte es für wichtig, darüber zu diskutieren, obwohl ich diese These für falsch halte.

Hier findet ihr meine Meinung zu dem Thema:

  • Eine Klarstellung zum Nationalsozialismus: Die von Steinbach aufgeworfene Frage ist falsch gestellt. Ausschlaggebend ist nicht, ob der NS links oder rechts ist (er ist nämlich keines von beiden in Reinkultur), sondern wo die Ursprünge des Totalitarismus liegen. Meine Antwort: Der Triumph der Massen.

Einige unserer Autoren haben sich mit der Frage ebenfalls sehr intensiv beschäftigt. Lest dazu bitte:

Nachtrag, 14:51 Uhr: Jetzt hat auch Spiegel-Online über den “Eklat” berichtet.

Verheugen: EU nur wegen Deutscher Gefahr

Falls es dem einen oder anderen entgangen sein sollte:

Die Rache Gottes

Eine sehenswerte Reportage mit Peter Scholl-Latour. Hier Teil 3/5. Die gesamte Reportage ist sehenswert.

Menschliches Allzumenschliches (III)

Liebe Leser, ich habe noch einen sehr wichtigen Teil aus dem “Buch für freie Geister” für Euch. Bedenkt bitte, dass dieses über 130 Jahre alt ist. (Erstdruck 1878 übrigens in Chemnitz!) Dessen Aktualität ist selbstredend. Der folgende Abschnitt ist ganz besonders lesenswert für die jungen Idealisten unter uns, die immer noch Gefahr laufen zuvörderst die erlösende Partei für unsere Probleme zu erwarten. Seit mindestens 130 Jahren verschwenden sehr viele Deutsche ihre Energien durch Parteihoffnungen. Deren Resultate reichen von katastrophal, über erschreckend bis hin zu irgendwie lustig.

Gleich zu Beginn des 8. Hauptstücks “Ein Blick auf den Staat” heißt es:

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Um das Wort bitten. – Der demagogische Charakter und die Absicht, auf die Massen zu wirken, ist gegenwärtig allen politischen Parteien gemeinsam: sie alle sind genötigt, der genannten Absicht wegen, ihre Prinzipien zu großen Al-fresco-Dummheiten umzuwandeln und sie so an die Wand zu malen. Daran ist nichts mehr zu ändern, ja es ist überflüssig, auch nur einen Finger dagegen aufzuheben; denn auf diesem Gebiete gilt, was Voltaire sagt: quand la populace se mêle de raisonner, tout est perdu. Seitdem dies geschehen ist, muß man sich den neuen Bedingungen fügen, wie man sich fügt, wenn ein Erdbeben die alten Grenzen und Umrisse der Bodengestalt verrückt und den Wert des Besitzes verändert hat. Überdies: wenn es sich nun einmal bei aller Politik darum handelt, möglichst vielen das Leben erträglich zu machen, so mögen immerhin diese Möglichst-Vielen auch bestimmen, was sie unter einem erträglichen Leben verstehen; trauen sie sich den Intellekt zu, auch die richtigen Mittel zu diesem Ziele zu finden, was hülfe es daran zu zweifeln? Sie wollen nun einmal ihres Glücks und Unglücks eigene Schmiede sein; und wenn dieses Gefühl der Selbstbestimmung, der Stolz auf die fünf, sechs Begriffe, welche ihr Kopf birgt und zutage bringt, ihnen in der Tat das Leben so angenehm macht, daß sie die fatalen Folgen ihrer Beschränktheit gern ertragen: so ist wenig einzuwenden, vorausgesetzt, daß die Beschränktheit nicht so weit geht, zu verlangen, es solle alles in diesem Sinne zur Politik werden, es solle jeder nach solchem Maßstabe leben und wirken. Zuerst nämlich muß es einigen mehr als je erlaubt sein, sich der Politik zu enthalten und ein wenig beiseitezutreten: dazu treibt auch sie die Lust an der Selbstbestimmung; und auch ein kleiner Stolz mag damit verbunden sein, zu schweigen, wenn zu viele oder überhaupt nur viele reden. Sodann muß man es diesen Wenigen nachsehen, wenn sie das Glück der Vielen, verstehe man nun darunter Völker oder Bevölkerungsschichten, nicht so wichtig nehmen und sich hier und da eine ironische Miene zuschulden kommen lassen; denn ihr Ernst liegt anderswo, ihr Glück ist ein anderer Begriff, ihr Ziel ist nicht von jeder plumpen Hand, welche eben nur fünf Finger hat, zu umspannen. Endlich kommt – was ihnen gewiß am schwersten zugestanden wird, aber ebenfalls zugestanden werden muß – von Zeit zu Zeit ein Augenblick, wo sie aus ihrer schweigsamen Vereinsamung heraustreten und die Kraft ihrer Lungen wieder einmal versuchen: dann rufen sie nämlich einander zu wie Verirrte in einem Walde, um sich einander zu erkennen zu geben und zu ermutigen; wobei freilich mancherlei laut wird, was den Ohren, für welche es nicht bestimmt ist, übel klingt. – Nun, bald darauf ist es wieder stille im Walde, so stille, daß man das Schwirren, Summen und Flattern der zahllosen Insekten, welche in, über und unter ihm leben, wieder deutlich vernimmt. –

Singuläre Perestroika?

Einen interessanten Blick hat Martin Lichtmesz heute auf die uns allen doch recht am Herzen liegende Bewältigungsbewältigung geworfen. Ich stimme zu, dass immer mal wieder entnervte Stimmen medial zugelassen werden, die die logischen Mängel der ritualisierten Neurosen der deutschen Öffentlichkeit dem Leser bzw. Zuhörer fast zum Greifen nahe bringen. Doch mit Logik hat das alles eben nicht viel zu tun, weshalb die Kraft des Arguments in der Summe nicht zählt. Es ist ein religiöser Kult, der von seiner eigenen Diktion lebt. Ein perverser Totenkult sogar.

Ich bin weniger optimistisch in Bezug auf den Gedanken an eine allgemeine, linear einsetzende Perestroika. Untergründig mag das vielleicht zutreffen, insbesondere durch das physische Ausscheiden der vehementesten Singularisten, aber eher ist anzunehmen, dass der Bogen nochmal kräftig überspannt werden wird. Entscheidend ist, wie lange es noch möglich sein wird, in der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten zu einem Bekenntnis zu zwingen, bzw. bei dessen unterbleiben zu bestrafen. Ein solches Bekenntnis enthält in der Regel mindestens eine der folgenden Wendungen: sechs Millionen, menschenunwürdig, menschenverachtend, singuläre Verbechen, wissen ja bereits, haben ja gesehen, historische Verantwortung, Scham, Schande, sowie den Namen eines oder mehrerer Konzentrationslager; und geht einher mit einer geradezu inbrünstig zur Schau gestellten Verehrung des jüdischen Kultus (bes. durch die FrauInnen), der auch gleich mit zu einer, wenn nicht gar der Wurzel der germanisch-christlichen (vulgo: europäischen) Kultur – quasi als nachträgliche Wiedergutmachung – gemacht wird.

Das deutlichste Zeichen für die selbstverordnete Knechtschaft der deutschen Intelligenz liefern dann diejenigen, die sich nun auch noch einen Juden als Zeugen für die Richtigkeit ihrer Auffassung herbeiholen, um mithilfe seiner allgemeinen Indemnität die intellektuelle Auseinandersetzung zu gewinnen.

Selbstverständlich habe ich auch ein aktuelles Beispiel parat. In der Papierausgabe der Thüringer Allgemeine vom 11.11.2010 (hier online) erschien ein Artikel über einen Betrug iHv 42 Mio. $ zugunsten von Nicht-Entschädigungsbedürftigen, an dem auch Mitglieder der bekannten Jewish Claims Conference beteiligt gewesen sein sollen.

Diese Meldung durfte aber die Redaktionssitzung der TA nicht passieren, ohne dass die entsprechende Bewältigungspropaganda dazugeschaltet worden wäre. Denn gegen den möglicherweise an der Richtigkeit fortlaufender “Entschädigungen” zweifelnden Leser darf der Feullitonist der TA – Henryk Goldberg – leitartikelndDie Kraft der Toten” einsetzen:

Ausgerechnet. Es gibt kein anderes historisches Ereignis, das von den Nachgeborenen ein solches Maß an Respekt und Demut einfordert. (Übersetzt: “von Euren Nachgeborenen” oder bloße Propagandafloskel. Vermutlich das Zweite. Respekt für den Holocaust einzufordern, sollte einem Nichtjuden jedenfalls in Deutschland besser nicht passieren.) Und deshalb gibt es auch nichts Vergleichbares, das eine solche moralische Unangreifbarkeit in sich selbst benötigt als eine Art Schutzschild gegenüber den Anwürfen derer, die diesen Respekt und diese Demut verweigern.

Dieser Schutzschild wurde jetzt beschädigt.

Dieses Gaunertum, gewissenlos, hemmungslos, verantwortungslos, beschmutzt in gewisser Weise sogar die tatsächlichen Opfer, obgleich die im Namen Deutschlands beschmutzt wurden auf singuläre Weise. (Die Gauner haben vielleicht beschmutzt, aber nicht singulär! Achtung wichtig, deshalb ist der Satz auch so gestelzt.)

Denn in der öffentlichen Wahrnehmung wird mancher der Überlebenden, laut oder leise, die zutiefst beleidigende Frage auszuhalten haben, ob er nicht schließlich auch nur ein kleiner Geschäftemacher sei. (Richtig!)

Das zynische (wieso zynisch?) Wort von der Holocaust-Industrie wird wieder Konjunktur haben. Denn der Umgang mit diesem deutschen Erbe ist immer wieder ein Thema, nicht nur unter Rechtsradikalen. (Holocaust-Industrie ein deutsches Erbe? Jetzt gehts aber los! Oder worauf bezieht sich dieses deutsche Erbe? Oder etwa deutsch-jüdisches Erbe? Ich bitte Sie Herr Goldberg…)

Es gibt einen Trend zur entspannten Leichthändigkeit, einen Trend, die Freiheit von individueller Schuld zu übersetzen in eine Freiheit von historischer Verantwortung. (Erster Teil des Satzes passt nicht zum zweiten Teil des Satzes, Propaganda)

Die Historisierung des Holocaust wird nicht aufzuhalten sein, irgendwann einmal wird man das betrachten, wie wir die Hexenprozesse betrachten. Aber so lang es noch Überlebende gibt, ihre Kinder und Kindeskinder, haben wir kein Recht auf diese Betrachtungsweise.

(Mit Abstand der deutlichste Absatz und zugleich aufregendste Teil des Artikels. Die Historisierung wird nicht aufzuhalten sein, aber “wir haben” kein Recht zu dieser Betrachtungsweise! Und wie lange? Na solange es Überlebende, Kinder und Kindeskinder gibt. Wessen Überlebende, Kinder und Kindeskinder? Na jüdische UND deutsche (wegen den Hexenprozessen!). Zuerst dachte ich, dass das “wir” besser mit “ihr Deutschen” zu übersetzen wäre, doch das ist ganz und gar falsch. Auch die Juden dürfen den Holocaust nicht historisieren, solange wir Deutschen noch nicht mit dem Verschwinden aus der Weltgeschichte bestraft wurden. Diese Botschaft ist auch an die Mitjuden gerichtet, die zu einer Versöhnung mit uns Deutschen bereit wären (spez. die Russlandjuden, die mittlerweile die Synagogen dominieren). Hier tut sich eine alttestamentliche Tiefendimension des deutsch-jüdischen Schismas auf, das bestimmte jüdische Kreise offenbar als unaufhebbar ansehen. Gerechtigkeit heißt hier “Auge um Auge, Zahn um Zahn.” Die Vergebung ist neutestamentlich. Dass die westliche jüdische Lobby aus wohlbewußtem Eigeninteresse uns das Recht zur Historisierung absprechen will, sollte uns allerdings nicht daran hindern, es einzufordern!)

Diese Millionenbetrüger sind Gauner der gewissenlosesten Art. Es steht nirgendwo geschrieben, dass einer kein Gauner sein kann, nur weil er ein Jude ist. (Richtig!) Doch wir dürfen den Betrügern nicht mehr moralische Prägekraft zubilligen als sechs Millionen Toten.

(Aha! Ergebnis stimmt. Es muss alles so weitergehen wie bisher, die paar Euros an die Falschen haben wir zu schlucken. Die magische Zahl darf am Ende nicht fehlen.)

(Hervorhebungen und farbige Kommentierungen von CR)

BAMM! Da hat er wieder zugeschlagen. In dem Text ist wirklich alles drin. Übrigens gehe ich stark davon aus, dass diese Artikel immer auch eine Botschaft an das eigene (hier jüdische) Milieu enthalten. Der Subtext, den ich versuchte offenzulegen, spricht jedenfalls nicht für einen Hang zur Perestroika. Die Zeiten werden rauher und es ist leicht möglich, dass sich bestimmte Bezugspunkte verschieben werden. Ich vermute aber, dass dazu dann eher äußere Veränderungen Anlass geben werden. Aber das war vermutlich auch eine Vorbedingung für den letztendlichen Erfolg der polnischen Perestroika.

Das Dämonische

Die persönliche Tapferkeit, die den Helden auszeichnet, ist die Base, auf der sein ganzes Wesen ruht, der Grund und Boden, aus dem es hervorsproßt. Er kennt keine Gefahr, und verblendet sich über die größte, die sich ihm nähert. Durch Feinde, die uns umzingeln, schlagen wir uns allenfalls durch; die Netze der Staatsklugheit sind schwerer zu durchbrechen. Das Dämonische, was von beiden Seiten im Spiel ist, in welchem Konflikt das Liebenswürdige untergeht und das Gehaßte triumphiert, sodann die Aussicht, daß hieraus ein Drittes hervorgehe, das dem Wunsch aller Menschen entsprechen werde, dieses ist es wohl, was dem Stücke, freilich nicht gleich bei seiner Erscheinung, aber doch später und zur rechten Zeit, die Gunst verschafft hat, deren es noch jetzt genießt. Und so will ich denn auch hier, um mancher geliebten Leser willen, mir selbst vorgreifen und, weil ich nicht weiß, ob ich so bald wieder zur Rede gelange, etwas aussprechen, wovon ich mich erst viel später überzeugte.

Obgleich jenes Dämonische sich in allem Körperlichen und Unkörperlichen manifestieren kann, ja bei den Tieren sich aufs merkwürdigste ausspricht; so steht es vorzüglich mit dem Menschen im wunderbarsten Zusammenhang und bildet eine der moralischen Weltordnung, wo nicht entgegengesetzte, doch sie durchkreuzende Macht, so daß man die eine für den Zettel, die andere für den Einschlag könnte gelten lassen. Für die Phänomene, welche hiedurch hervorgebracht werden, gibt es unzählige Namen: denn alle Philosophien und Religionen haben prosaisch und poetisch dieses Rätsel zu lösen und die Sache schließlich abzutun gesucht, welches ihnen noch fernerhin unbenommen bleibe. Am furchtbarsten aber erscheint dieses Dämonische, wenn es in irgend einem Menschen überwiegend hervortritt. Während meines Lebensganges habe ich mehrere teils in der Nähe, teils in der Ferne beobachten können. Es sind nicht immer die vorzüglichsten Menschen, weder an Geist noch an Talenten, selten durch Herzensgüte sich empfehlend; aber eine ungeheure Kraft geht von ihnen aus, und sie üben eine unglaubliche Gewalt über alle Geschöpfe, ja sogar über die Elemente, und wer kann sagen, wie weit sich eine solche Wirkung erstrecken wird? Alle vereinten sittlichen Kräfte vermögen nichts gegen sie; vergebens, daß der hellere Teil der Menschen sie als Betrogene oder als Betrüger verdächtig machen will, die Masse wird von ihnen angezogen. Selten oder nie finden sich Gleichzeitige ihresgleichen, und sie sind durch nichts zu überwinden, als durch das Universum selbst, mit dem sie den Kampf begonnen; und aus solchen Bemerkungen mag wohl jener sonderbare aber ungeheure Spruch entstanden sein: Nemo contra deum nisi deus ipse.

(Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, IV. Teil, 20. Buch, Auszug)

Zumutbarkeitsgrenzen

In den vergangenen Monaten waren einige Zumutbarkeitsgrenzen von den Presseorganen erreicht oder gar überschritten worden. Die Welt hatte ihre unsägliche Ausländer-in-Deutschland-Grafik, die ohne die Türken auskam, an die zwanzigmal verwandt. Die Leser fielen nicht darauf rein und kommentierten hämisch. Das war schön.

Die Grafik ist jetzt geändert worden. Immerhin. Das zeigt jedenfalls, dass es etwas bewirken kann, wenn man sich nicht verscheißern lässt. Wir müssen wühlen, wühlen und nochmals wühlen, um unseren Anliegen Gehör zu verschaffen. Dass heißt auch, nicht voreilig eine Tendezwende herbeizureden. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass bald Integration durch Teilhabe im öffentlichen Sprechduktus ersetzt wird, um die Landnahmeansprüche der Einwanderer [engl. invaders (!)] zu untermauern und zu perpetuieren. Die Abstimmung bei BILD zu Islam-Wulff ist auch so eindeutig wie gewohnt. Bei über 170.000 Klicks sind über 80% nicht der Meinung, dass Islam zu Deutschland gehört.

Warum ist das so deutlich?

Nun dafür gibt es einen Grund: “Islamisierung” ist zu einem Schlagwort geworden, dass nur partiell stimmt. Eine nennenswerte Zahl von Konvertierungen zum Islam gibt es nicht. Islamisierung und Territorialisierung durch Einwanderer (sog. Parallelgesellschaften) sind (vorerst) weitestgehend identisch. Dass bedeutet, dass die Islamfrage nach wie vor unmittelbar zur Frage fremdethnischer Einwanderung führt. Inklusive aller tabuinduzierter Ängste.

Die Wende war Erfurts Rettung

Das historische Andreasviertel ist eines der exponiertesten Beispiele für die Absurditäten des realexistierenden Sozialismus. Der Verfall war von der Partei kalkuliert, um alsbald die marode Bausubstanz gänzlich abzureißen und durch “Neubauten” (alles, was nach WK II neu gebaut wurde, nannte man so) zu ersetzen. Was im Zweiten Weltkrieg nicht gelang, die Auslöschung eines weiteren Teils des kulturellen deutschen Gedächtnisses über die Zerstörung der Bausubstanz, hätten die Genossen ohne Krieg mit ihrem Großprojekt “Ruinen schaffen, ohne Waffen” vollendet.

Der Focus hat zu diesem Thema für die Lesefaulen ein Video gedreht.

Erfurt,  erst seit der Neugründung des Bundeslandes Thüringen nach der Wende Landeshauptstadt, zieht heute wieder sozusagen als Flächendenkmal jährlich Millionen von Touristen an. Erfurt war bereits im Mittelalter eine Großstadt, die im Zentrum der Via Regia, der ältesten europäischen Handelsroute von Santiago de Compostela bis Kiew lag. Der Handel mit dem Färbestoff Waid garantierte bis zur Entdeckung des Indigo in der Neuen Welt Reichtum. Erfurt ist – auch aber nicht nur – baulich einer der heute noch existierenden Fingerzeige auf die Deutsche Kultur des Hochmittelalters.

Die Thüringer gehen, soweit man lautgeschichtlich und frühgeschichtlich nachweisen kann, auf die westgotischen Terwingen zurück, zu denen auch Wulfila zu zählen ist. Erfurt ist nicht nur eine alte germanische Siedlung, sondern hier atmet man die ganze deutsche Geschichte, weil Erfurt schon unter den Karolingern und Ottonen eine Königspfalz war, seit dem Hochmittelalter von Kurmainz beherrscht wurde, später als Fürstentum Erfurt direkt Napoleon (dem so genannten “Kaiser”) unterstellt war, um dann eine Enklave Preußens innerhalb der preußischen Provinz Sachsen zu bilden. Da haben wir über Krämerbrücke, Meister Eckhart, lustige Geschichten wie “Das tolle Jahr von Erfurt” oder den “Erfurter Latrinensturz“, oder den Obelisken auf dem Domplatz, der der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches gewidmet ist, noch gar nicht gesprochen.

Das ist mein Deutschland. Hier regierten auch nie die Römer, was Mitteldeutschland nunmal vom Süden und Westen maßgeblich unterscheidet.

Bild: André Karwath

Deutliche Worte: FJS als Vorbild

Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie sehr die deutsche Rechte doch demokratisiert worden ist. Nunja warum auch nicht. Jedenfalls kommt der permanente Ruf nach DER Partei nicht von ungefähr. Hört doch mal Franz Josef Strauß zu!

Das ist Wahlkampf. Strauß presst seine Worte und Sätze den anderen auf. NUR so kann, wenn überhaupt, noch etwas geschehen.

1. Klare ÖFFENTLICHE Feindbestimmung.

2. Die eigenen Worte mit der Bedeutung des eigenen Milieus benutzen.

3. Einnehmende Rhetorik.

4. Niemals zurückweichen! Immer Leuten, die persönlich werden, in die eigene Rippe pieksen.

Als ob das in der Gegenwarts-BRD nicht möglich wäre… Der war im KB, die im KBW, der ist ein schwuler Päderast, da gibts einen Stasiverdacht, die leugnet in Geistesschwäche die Realität der Völker und behauptet, das sei wissenschaftlich bewiesen. Der Obama von Altona (SPD) ist ein korruptes, islamisches U-Boot, Islam-Özkan hat genug Stichworte (deutsche Richter fremde Autoritäten, Mediencharta, will Erdogan kennenlernen, Kruzifixe abhängen) geliefert, um sie dezent wegen landesverräterischer Agententätigkeit zu beschuldigen. Wer konfrontiert die linken Türken-Bücklinge mal damit, dass die in Deutschland meist gelesene türkische Zeitung Hürriyet täglich in der Kopfzeile “Die Türkei den Türken!” offenbart? Wann kommt endlich der rote Kasner aufs Tableau, wann wird IM Erika mal ÖFFENTLICH rhetorisch geschickt verarbeitet? Wo ist der Koffer vom Finanzminister? Was ist mit Ackermanns Birthday Party im Reichstag? Wer wirft dem Zentralrat der Juden vor, ohnehin nicht für den Großteil der deutschen Juden zu sprechen? Analog die Islamräte. Wer konfrontiert die Kirchen mal öffentlich mit ihrer freimaurerischen Ketzerei. Die Zeiten waren nie besser für jemanden, der noch nie in einer freien Kameradschaft war und nicht den ganzen Tag von Adolf Hitler schwärmt. Mir würden noch unzählige weitere Beispiele einfallen. Am Ende muss ichs wohl selbst machen?

Doch was ist? Alle wollen am liebsten von allen gestreichelt werden, nirgendwo anecken: Hilfe, der mag mich nicht! Es tut mir leid. Ich bin ja auch betroffen. Wir werden uns abgrenzen. Wir tragen eine große Verantwortung. Seht her ich trage meinen Philosemitismus zur Schau um allen zu zeigen, dass ich auf der richtigen Seite stehe. Ja ich will auch das Klima retten.  Böser Rechtspopulismus. Integration, Integration, Bereicherung, buntbuntbunt. Die Menschen in unserem Land, statt mal (die Betonung liegt auf mal) vom VOLK zu reden.

Auf dem gegenerischen Territorium ist man immer unterlegen. Und demokratische Politik ist gewissermaßen Krieg mit bürokratischen Mitteln.

Wenn ich mir die Physiognomie der “Freiheit”-Gründer anschaue, dann ist doch alles klar. Wo ist der Schneid? Und Stadtkewitz ist da noch der schneidigste. Aber wo waren bislang dessen prägnante Worte? Puuuuuuh! – Heiße Luft. Großer Tanzkreis mit Piratenkoenig-Lalaohr.

Es tut mir leid, solange es keinen Politiker gibt, der in ähnlicher Weise, wie FJS dazu in der Lage war, einen Wahlkampf führen kann, wird sich NICHTS bewegen. Und FJS ist sicher nicht deswegen ein Vorbild, weil er eine weiße Weste gehabt hätte. Die hatte er gewiss nicht. Man muss auch nicht seine inhaltlichen Positionen teilen, es geht nur um dessen politischen Modus. Denn seine Worte gaben seiner Wählerschaft die Sprache zurück!

PS: Von Strauß lernen, heißt siegen lernen.

So sprachen Unionspolitiker vor 20 Jahren

Der neue Streit um Erika Steinbach ist symptomatisch für den Linkstrend der Union. Gegenüber WELT ONLINE gab die in die Kritik geratene Präsidentin des Bundes der Vertriebenen nun bekannt, sich aus dem Parteivorstand zurückziehen zu wollen.

„Ich werde nicht mehr erneut für den Parteivorstand kandidieren“, kündigte Steinbach gegenüber WELT ONLINE an. „Ich habe dort nur noch eine Alibifunktion, die ich nicht mehr wahrnehmen möchte. Ich stehe dort für das Konservative, aber ich stehe immer mehr allein.“

Steinbach steht aktuell in der Kritik, weil sie in einer internen CDU-Fraktionsvorstandssitzung betonte, auch sie könne es nicht ändern, daß der Krieg viele Väter hatte.

Interessant dazu ist ein Video, auf das ich heute aufmerksam gemacht wurde. Darauf zu sehen ist der damalige CSU-Chef Theo Waigel auf dem Schlesier-Treffen 1989. Er äußerte damals:

Mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht, am 8. Mai 1945, ist das Deutsche Reich nicht untergegangen. Es gibt keinen völkerrechtlich wirksamen Akt, durch den die östlichen Teile des Detschen Reiches von diesem abgetrennt worden sind. Unser politisches Ziel bleibt die Herstellung der staatlichen Einheit des deutschen Volkes in freier Selbstbestimmung.

Was würde wohl heute mit einem Politiker passieren, der den gleichen Sachverhalt erläutert? Vermutlich wäre er danach nicht noch weitere neun Jahre Finanzminister und zehn Jahre Parteivorsitzender geblieben.