Krachts Romane endlich als Hörbuch!

Der Schweizer Christian Kracht ist der bedeutendste deutschsprachige Romancier der letzten zwei Dekaden. Seine drei Romane Faserland, 1979 und Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten wurden nun im swissandfamous-verlag zur ehernen Dreieinigkeit geschmiedet.

TRYPTICHON ist ein zehn CDs umfassendes, monumentales Hörbuchwerk, das in Form eines schallplattencovergroßen Aufklappaltars für 120 CHF zu haben ist. Drei Pop-Größen wurden engagiert, um je einen Roman einzusprechen: Dirk von Lowtzow (Tocotronic), Schorsch Kamerun (Die Goldenen Zitronen) sowie Dieter Meier (Yello), dessen Lesung von Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten den Höhepunkt bildet. Sei es, weil Krachts bislang letzter Roman an poetischer Kraft unübertroffen ist, sei es, weil Meiers Stimme und Textverständnis sich am weitesten in die Hirnrinde bohrt.

TRYPTICHON ist perfekt. Auf 1000 Exemplare limitiert, kann es bei Frau Hodel (info@swissandfamousverlag.ch) vom swissandfamous-verlag bestellt werden.

Marina und die russische Literatur

Schreibt unsere neue Ikone Marina Weisband weiter bei uns ab, um damit endlich mal etwas Qualität zur FAZ zu transferieren? Der zweite Beitrag ihres Salon Skurril beschäftigt sich mit der “Gemeinschaft der Idioten”. Dostojewski hat es der schönen Marina angetan und deshalb fragt sie sich ganz originell, was der russische Schriftsteller zur Debatte über das Internet beitragen könnte. Ihr Fazit:

Ich habe mich hier bei der russischen Klassik bedient, obwohl ich, um diesen Punkt zu illustrieren, wirklich jeden modernen Roman über einen Außenseiter hätte nehmen können. Mich fasziniert aber gerade diese gewaltige Entfernung der Assoziation. Denken Sie an Dostojewski, wenn Sie an Internet denken? Oder anders herum? Ein Roman, der in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts geschrieben worden ist, fernab von unserer Gesellschaft und scheinbar fernab von unseren Fragen, stellt ein Problem heraus, auf das wir möglicherweise erst heute langsam eine Antwort finden. Vielleicht hat Dostojewski im “Idioten” einfach einen Mangel an etwas festgestellt. Ein Mangel an Freiheit, über seine eigene Umgebung bestimmen zu können.Vielleicht hat er uns zukünftige Generationen um etwas wie das Internet gebeten.

Vermutlich kommt Marina auf diesen unsinnigen Schluß, weil ihre Ursprungsquelle intellektuell zu anspruchsvoll und zu lang war. Wahrscheinlich handelt es sich um den Dostojewski-Dreiteiler von Johannes Schüller in diesem Magazin.

Über den Idioten heißt es in diesem Beitrag:

Der Idiot ist aber nicht nur die Geschichte eines Blödmanns, welcher an der Grausamkeit seiner Umgebung zugrunde geht. Der Autor zeichnet ihn auch als einen klugen Analytiker, der jedoch, ganz im Gegensatz zu Raskolnikow, geradlinig und ehrlich handeln und sprechen will, um die selbst gesetzte ethische Norm zu erfüllen. Erst diese moralische Naivität macht ihn, verbunden mit der durch die Epilepsie erzeugte Vorverurteilung der Haute-Volée, zum sozial unfähigen Idioten.

Als gesichert kann gelten, dass Dostojewski in der Gestalt des Fürsten zugleich die berühmten „guten Absichten“ des westlichen Humanismus anerkannte, aber auch deren praktische, radikal angegangene Umsetzung als selbstmörderisch aufzeigte. Deutlich wird dieser Bezug auf Rousseau in den Worten einer unbedeutenden, aber zugleich witzigsten und anti-tragischsten Figur der Handlung, dem ehemaligen Offizier mit deutschen Wurzeln namens Keller. Dieser lobt den Fürsten, die Ironie ist unverkennbar, für seine naiv-unschuldige Weltsicht und damit „sozusagen schweizerische Auffassung“ vom Leben.

Dostojewski verfasste einen Großteil des hochironischen Romans in Rousseaus Geburtsort Genf, in der Nähe des Rousseau-Denkmals, womit der Bezug auf ihn quasi zwingend erscheinen musste.

Maximen und Reflexionen (II): Liberalität

Es hat bisweilen etwas heilsames zu wissen, dass gewisse Probleme nicht neu sind und schon den Altmeister Goethe vor 180 Jahren bedrückten. Lassen wir ihn für uns sprechen:

 

Man muß sein Glaubensbekenntnis von Zeit zu Zeit wiederholen, aussprechen, was man billigt, was man verdammt; der Gegenteil läßt’s ja auch nicht daran fehlen.

 

Eine falsche Lehre läßt sich nicht widerlegen, denn sie ruht ja auf der Überzeugung, daß das Falsche wahr sei. Aber das Gegenteil kann, darf und muß man wiederholt aussprechen.

 

Wenn ich von liberalen Ideen reden höre, so verwundere ich mich immer, wie die Menschen sich gern mit leeren Wortschällen hinhalten: Eine Idee darf nicht liberal sein! Kräftig sei sie, tüchtig, in sich selbst abgeschlossen, damit sie den göttlichen Auftrag, produktiv zu sein, erfülle. Noch weniger darf der Begriff liberal sein; denn der hat einen ganz andern Auftrag.

Wo man die Liberalität aber suchen muß, das ist in den Gesinnungen, und diese sind das lebendige Gemüt.

Gesinnungen aber sind selten liberal, weil die Gesinnung unmittelbar aus der Person, ihren nächsten Beziehungen und Bedürfnissen hervorgeht.

Weiter schreiben wir nicht; an diesem Maßstab halte man, was man tagtäglich hört!

[Goethe, Maximen und Reflexionen, 1821/1824]

Das Zweitbuch

Als Erstbuch empfehle ich Tonio Kröger von Thomas Mann, als Zweitbuch Eichendorffs Taugenichts. Diese zwei Novellen sind auch nicht so lang, da bleibt noch genug Zeit zum Fernsehen.

Rilke-Preis geht an Ben Niclas Berressem

Gestern hat die Verleihung des Rilke-Preises auf der Leipziger Buchmesse stattgefunden. Ein ausführlicher Bericht folgt morgen. Ich möchte aber schon einige Bilder online stellen. Darauf zu sehen sind neben den bekannten Gesichtern der Gewinner des Rilke-Preises Ben Niclas Berressem, der Drittplatzierte Dominik Schmitt sowie Margret Millischer, die Übersetzerin von Rilkes Briefe an eine venezianische Freundin. Die Vorstellung des Buches Erste Worte nach dem Gedankenstrich. Beiträge zum Rilke-Preis sowie die Bekanntgabe der Gewinner (Berressem, Zweitplatzierte Eva Ulrike Henter-Besting, Dominik Schmitt) führten wir gemeinsam mit dem Leipziger Literaturverlag durch, der zugleich die Briefe an eine venezianische Freundin präsentierte. Eine Bestellung von Erste Worte (16,80 Euro) ist über unser Kontaktformular möglich.

“Erste Worte nach dem Gedankenstrich” ab sofort über uns erhältlich!

Gestern ist unser neues Buch Erste Worte nach dem Gedankenstrich. Beiträge zum Rilke-Preis aus der Druckerei gekommen. Am Sonnabend stellen wir es auf der Leipziger Buchmesse offiziell vor. Dann werden auch die Preisträger des Rilke-Preises bekanntgegeben. Wer am Sonnabend noch vorbeischauen möchte (sei es tagsüber auf der Messe oder abends bei unserer Feier), sollte sich vorher noch bei uns über das Kontaktformular anmelden!

Einige Worte zum Rilke-Preis und dem Buch, in dem alle Siegerbeiträge enthalten sind: Neben der Herausgabe der Blauen Narzisse ist dies das zweite Großprojekt unseres Vereins. Mir liegt der Rilke-Preis ganz besonders am Herzen, weil wir mit ihm nicht nur über deutsche Kultur reden, sondern endlich einmal ganz konkret anpacken und junge Kulturschaffende fördern. Das Buch zeigt zudem, daß die daran beteiligten Autoren eben nicht nur zu kontroversen Kommentaren zum aktuellen Zeitgeschehen fähig sind. Wir suchen etwas, das bleibt.

Die Bestellung des Buches kann ganz unkompliziert über uns (Kontaktformular; E-Post an blauenarzisse@gmx.de; telefonisch über: 0371/45005761) erfolgen. Es würde mich freuen, wenn ihr Gefallen daran findet.

Wiedereröffnung des Jünger-Haus in Wilflingen am 29. März 2011

(Pressemitteilung) Die Oberförsterei im oberschwäbischen Wilflingen, in der der Jahrhundertschriftsteller Ernst Jünger von 1951 bis 1998 gelebt und gearbeitet hat, wird zu seinem Geburtstag am 29. März 2011 nach eineinhalbjähriger Sanierung wiedereröffnet. Die Festrede zur Wiedereröffnung hält der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Erwin Teufel. Unter Federführung der ›Arbeitsstelle für literarische Museen in Baden-Württemberg‹ haben Mitarbeiter des Deutschen Literaturarchivs und der Ernst-Jünger-Stiftung Biberach die ursprüngliche Ordnung der Bibliothek Ernst Jüngers, mehr als 9000 Bücher, und etwa ebenso vieler Gegenstände (Gemälde und andere Objekte) im Wohnhaus des Dichters wiederhergestellt. Die Sanierung dieser einzigartigen Gedenkstätte konnte vor allem dank der Unterstützung der Denkmalstiftung Baden-Württemberg durchgeführt werden.

Das Jünger-Haus, das von der Ernst-Jünger-Stiftung Biberach als Literaturmuseum betrieben wird, war bereits ein Jahr nach Ernst Jüngers Tod der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Im November 2009 wurde es dann für dringend notwendige Sanierungsarbeiten vollständig ausgeräumt. Die wertvollen, in Marbach zwischengelagerten und konservatorisch betreuten Bestände wurden jetzt zurück nach Wilflingen überführt. Ernst Jünger hatte seinen schriftstellerischen Nachlass schon zu Lebzeiten ins Deutsche Literaturarchiv nach Marbach gegeben. Ein Großteil seiner Bibliothek und etliche Kunst- und Einrichtungsgegenstände sind jedoch nach seinem Tod in Wilflingen geblieben, um seine Wohn- und Arbeitsumwelt zu erhalten. In einer in der Geschichte der deutschen Personengedenkstätten einmaligen Aktion wurde der authentische Zustand des Hauses nun mit großer Sorgfalt wieder hergestellt und durch eine museale Infrastruktur ergänzt.

Die Eröffnungsveranstaltung findet am Dienstag, 29. März 2011, um 10.30 Uhr, im Schloss Stauffenberg (Wilflingen) statt. Eine Presseführung durch das Jünger-Haus findet am Donnerstag, 24. März 2011, um 11 Uhr statt. Um Anmeldung wird gebeten: Edith Mattern, Arbeitsstelle für literarische Museen, Tel. 07144 848-603, edith.mattern@dla-marbach.de

Mehr über Ernst Jünger aus dem BN-Archiv:

Der Geächtete: Ernst von Salomon im Hörbuch

Ernst von Salomon hatte ein spannendes bewegtes Leben, welches wir HIER schon einmal vorgestellt haben. Der einstige Mitverschwörer am Attentat auf den Weimarer Außenminister Walther Rathenau tarnte während des Zweiten Weltkrieges seine jüdische Freundin Ille Gotthelft als seine Ehefrau und trat nach dem Krieg mit dem Bestseller Der Fragebogen hervor, in dem er die Entnazifizierungspolitik der Alliierten verarbeitete.

Das zu Ehren des 100. Geburtstages Ernst von Salomons erschienene Hörbuch Ein preußischer Revolutionär kann man jetzt auch auf Youtube anklicken:

MenschInnen über uns

“Die Blaue Narzisse besticht durch ihre gut recherchierte Berichterstattung und geistige Unabhängigkeit. Jenseit von Political Correctness und Denkverboten schreiben hier konservative, nationale, liberale und linke Autoren für eine lebenswerte Zukunft Deutschlands und Europas.”
- Peter S.-L. -

“Einfach toll! Ich würde Sie mir jeden morgen in meine Spandauer Nobelvilla liefern lassen, gäbe es sie als Druckerzeugnis!!!”
- Thilo S. -

“Manche Artikel kann man in der Zigarre rauchen, andere gefallen mir vorzüglich!!!”
- Helmut S. -

“Darüber möchte ich mit Ihnen nicht reden. Unerträglich!”
- Marcel R.-R. -

“Wenig hilfreich.”
- Angela M. -

“Die Blaue Narzisse bestätigt Claudia und uns Rosane in unserem entschiedenen Kampf gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Personen wie Menzel darf keine Bühne für die Verbreitung ihrer rechtsextremistischen Positionen geboten werden.”
- der Sprecher von Claudia -

“Konservativer DADA pur. Besorgniserregend.”

- Frank S., Feuilletonjournalist -

“Deutschland. Ein Sommermärchen.”

- Heinrich H. -

“Herzerwärmend wie diese pseudoelitären Gänsekiele von der BN in ihrem bürgerlichen CDU-Jargon ihrer verstaubten feudalistischen Idee hinterhertrauern und gegen eine völksch-sozialistische Neuordnung wettern. Für die breite Schicht des Volkes haben Reaktionäre auch noch nie was übrig gehabt. Anstatt schöpferische Kräfte im gesamten Volk neu zu erwecken, wollen sie viel lieber wieder, dass sich eine schmarotzerische Feudalherrenschicht die Pfründe allein einsackt.”

- Kommentator “Antidemokrat” auf Altermedia.info -

“Von der Blauen Narzisse zur Roten Fahne ist es offenbar nicht sehr weit.”
- Kommentator “Christian” auf BlaueNarzisse.de -

“Sind die jetzt national???”
- Sven W., Bauarbeiter aus Berlin-Marzahn -


Jede Ähnlichkeit der gezeichneten Figuren mit real existierenden Personen ist weder gewünscht noch beabsichtigt. Das einzige, was vor Augen geführt werden muß, ist die Verkommenheit des Zeitgeistes.

Bild: Gerd Altmann / dezignus.com / pixelio.de

Es wird knapp: Rilke-Preis geht in die Endphase

Einsendungen zum Rilke-Preis sind nur nur noch bis zum 30. November möglich. Ihr seid also herzlich aufgefordert, bis zu diesem Datum selbst noch etwas einzureichen, eure Beiträge zum Thema “Vergänglichkeit und Zukunft” zu überarbeiten oder Freunde zur Teilnahme zu bewegen.

Also: noch einmal voller Einsatz ist gefragt! Fragen und Beiträge bitte an: rilkepreis@gmx.de

Über alles weitere halten wir euch auf dem Laufenden.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos und Kriterien für die Jury: http://www.blauenarzisse.de/v3/index.php/aktuelles/1927