Etablierte Presse schreibt von Blaue Narzisse ab

Vor einiger Zeit ging in unserer Redaktion von Freunden aus Erlangen der Hinweis ein, wir sollten uns doch mal den Sohnemann von Bayerns Innenminister genau ansehen. Gesagt – getan!

Heute, wenige Tage nach unserem Artikel, enthüllte dann die Abendzeitung genau das, was wir zuerst und deutlich ausführlicher beschrieben hatten. Die Süddeutsche Zeitung arbeitete danach genauso ungenau und berichtete, die Abendzeitung habe den Fall aufgedeckt. Doch auch andere können abschreiben und verschweigen die Ursprungsquelle: z.B. ntv, die BZ, die Mopo und einige andere.

Leserbrief: Das Einmaleins der konservativen Kulturaktivisten

Folgender Leserbrief erreichte heute die Redaktion:

Liebe Autoren der Blauen Narzisse,

mein Leserbrief bezieht sich auf den Artikel „Kulturaktivismus für Anfänger“ von Vinzenz Glaser. Ich bin der Auffassung, dass „Stenciling“ und „Street-Art“ geeignete Mittel zum Aufbau einer Gegenkultur sind. Auch wenn man dabei in eine Grauzone von eignerer Moral und Gesetz kommt. Daher begrüße ich den oben genannten Artikel sehr.

Ich habe selbst schon mit Schablonen gearbeitet und sie auch „politisch“ eingesetzt. Bisheriger Höhepunkt war das Konterfei von Hannelore Kraft mit der Unterschrift „Ypsilanti 2.0“ (siehe  Bild), welches nach der NRW-Wahl im letzten Jahr an der SPD-Parteizentrale, hier in Heidelberg, neben dem Eingang grüßte.

Da ich also weiß, wie man „Stencils“ herstellt, möchte ich zwei Anmerkungen bezüglich Ihres Artikels äußern.

1) Befindet sich in Ihrer Bauanleitung ein Fehler. Wichtiger Schritt zwischen der Herstellung der Zweifarbigkeit und dem Ausdrucken bzw. dem Ausschnitzen ist die Beseitigung aller weißen Inseln. Ist zum Beispiel die Pupille des Herrn Oberst weiß, ringsherum jedoch alles Schwarz, so wird durch das Heraustrennen aller schwarzen Stellen im Endprodukt die Pupille logischerweise auch besprüht.

Vergleiche dazu folgendes Tutorial (insbesondere Teil 2): http://streetart.berlinpiraten.de/stencil-tutorial/

Weiter empfiehlt es sich den Rand der Schablone mit Pappe zu befestigen. Dies erleichtert das Besprühen und macht die Schablone langlebiger.

2) So eine Schablone herzustellen ist sehr zeitaufwendig. Daher empfehle ich, wie auch der Link oben, einen „Stencil-Burner“. Für Feinheiten benötigt man zwar immer noch ein Teppichmesser (o.ä.), jedoch werden die großen Flächen deutlich schneller bearbeitet. Weiter wäre es von Vorteil, wenn man erstellte Motive als Bilddatei (mit ausreichend großer Auflösung, so dass das Motive problemlos auf Din A4 gedruckt werden können) auf Ihrer Homepage herunterladen/kopieren bzw. hochladen kann.

Letztlich noch ein Vorschlag für das Einmaleins der konservativen Kulturaktivisten: Immer einen Edding am Mann haben! Schmierereien und Parolen der Zecken kann man so immer gleich an Ort und Stelle (in der Universität, in der Kneipe, etc.) übermalen, durchstreichen oder ergänzen (zum Beispiel das Wort „Antifa“ mit „FDJ 2.0 “ oder „RAF Nachwuchs“).

Ich hoffe über diesen Leserbrief hinaus mich mit Ihnen über weitere Strategien eines „konservativem Kulturaktivismus“ austauschen zu können. Ihre Homepage und Ihre Erfahrung sehe ich als hilfreiche Stütze für die Verbreitung solcher Strategien an.

Hochachtungsvoll

H. S. (Name von der Redaktion unkenntlich gemacht)

MenschInnen über uns

“Die Blaue Narzisse besticht durch ihre gut recherchierte Berichterstattung und geistige Unabhängigkeit. Jenseit von Political Correctness und Denkverboten schreiben hier konservative, nationale, liberale und linke Autoren für eine lebenswerte Zukunft Deutschlands und Europas.”
- Peter S.-L. -

“Einfach toll! Ich würde Sie mir jeden morgen in meine Spandauer Nobelvilla liefern lassen, gäbe es sie als Druckerzeugnis!!!”
- Thilo S. -

“Manche Artikel kann man in der Zigarre rauchen, andere gefallen mir vorzüglich!!!”
- Helmut S. -

“Darüber möchte ich mit Ihnen nicht reden. Unerträglich!”
- Marcel R.-R. -

“Wenig hilfreich.”
- Angela M. -

“Die Blaue Narzisse bestätigt Claudia und uns Rosane in unserem entschiedenen Kampf gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Personen wie Menzel darf keine Bühne für die Verbreitung ihrer rechtsextremistischen Positionen geboten werden.”
- der Sprecher von Claudia -

“Konservativer DADA pur. Besorgniserregend.”

- Frank S., Feuilletonjournalist -

“Deutschland. Ein Sommermärchen.”

- Heinrich H. -

“Herzerwärmend wie diese pseudoelitären Gänsekiele von der BN in ihrem bürgerlichen CDU-Jargon ihrer verstaubten feudalistischen Idee hinterhertrauern und gegen eine völksch-sozialistische Neuordnung wettern. Für die breite Schicht des Volkes haben Reaktionäre auch noch nie was übrig gehabt. Anstatt schöpferische Kräfte im gesamten Volk neu zu erwecken, wollen sie viel lieber wieder, dass sich eine schmarotzerische Feudalherrenschicht die Pfründe allein einsackt.”

- Kommentator “Antidemokrat” auf Altermedia.info -

“Von der Blauen Narzisse zur Roten Fahne ist es offenbar nicht sehr weit.”
- Kommentator “Christian” auf BlaueNarzisse.de -

“Sind die jetzt national???”
- Sven W., Bauarbeiter aus Berlin-Marzahn -


Jede Ähnlichkeit der gezeichneten Figuren mit real existierenden Personen ist weder gewünscht noch beabsichtigt. Das einzige, was vor Augen geführt werden muß, ist die Verkommenheit des Zeitgeistes.

Bild: Gerd Altmann / dezignus.com / pixelio.de

Oberaffengeil!

… sagt mein Opa immer, wenn er den Slang der Jugend auf den Punkt bringen will. Oder auch: “Bumsen schmeckt fein!” Diesem volkstümlichen Glauben könnte man glatt auf den Leim gehen, wenn man denn die Ankündigung zum Interviewband der 15-jährigen Schülerin Katharina Weiß aus dem “Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag” liest. Ihr Band “Generation Geil” informiert über die Herzensangelegenheiten Jugendlicher:

Es geht um Themen, die jeden schon mal beschäftigt haben: Freundschaft, Verantwortung, Lifestyle, Liebe, Sex, Identität und die Frage nach Gott.

Soweit, so gut. Unter meinen Klassenkameraden von Stufe 5 bis 12 war von Feministinnen, grauen Mäusen, Sportskanonen, shoppingaffinen Frühreifen, Linken, Konservativen, (Pseudo-)Intellektuellen und braunen Buben eigentlich alles versammelt. Und tatsächlich haben uns alle die oben genannten Themen beschäftigt, wenn auch mit unterschiedlicher Prioritätensetzung. Jedoch gab es wenigstens eine Minderheit – zumindest auf dem Gymnasium – die sich der Masse nur konsumierender Schüler entzog. Das bedeutete konkret Mitgliedschaft bei Greenpeace oder in evangelischen Splittergruppen und eben die Mitarbeit bei uns. Wobei bei letzterer damals das Selbst-Ausgrenzen vorprogrammiert war – und von den Betreffenden oft auch bewusst gewollt war. So sorgte die Bambule um unsere Skandalausgabe Nr. 5 für flutwellenartige Entrüstung in meinem Gymnasium. Und trotzdem konnten wir danach Leser und Autoren für die Druckausgabe gewinnen, wenn auch unter Pseudonym und Ladentisch. Insofern frage ich mich, ob Weißes Fragen an die Jugend nicht viel zu reduziert und billig ist:

Wie kommst du in der Schule zurecht? Wie und wie häufig gehst du feiern? Wann hattest du zum ersten Mal Sex? Was erhoffst du dir von deiner Zukunft?

Ich jedenfalls habe mir nur bedingt um die Schule Sorgen gemacht. Feiern, Sex und Partypeople spielten unter dem festen BN-Kern eine eher marginale Rolle. Wir gingen zwar ab und an in die Chemnitzer Teenie-Disko “Flower Power”, aber das natürlich nur, um die Dekadenz moderner Jugend zu analysieren und untereinander über Oswald Spengler zu reden! Die Frage nach politischen und persönlichen Ansprüchen und Zielen spielte auch über unser Milieu hinaus eine wichtige Rolle und war oft ein bis in die Unterrichtspausen hinausreichendes Thema. Die soziale und kulturelle Identitätsfrage dürfte gerade deshalb unter der heutigen Jugend eine entscheidende Rolle spielen, auch wenn sie von Sozialarbeitern und Lehrern oft durch eine schwammige, beliebige Multi-Kulti-Friede-Freude-Eierkuchen-Pädagogik unter den Tisch gekehrt wird. Verstärkt wird diese Tendenz durch die wachsende Zahl von Einwanderern, die die Antworten auf solche Fragen mit viel deutlicherer Vehemenz bringen. Leider findet sich da bei Weiß nichts, nur das übliche Party-Feiern-Titten-Saufen-Blabla.

Aber “Schwarzkopf & Schwarzkopf” verzerrt nicht nur damit das Bild der Zielgruppe. Weitere Beispiele finden sich hier , hier und hier. Offenbar finden die kuhlen Longseller des Verlags eher unter bemüht lockeren und jugendlichen Eltern bzw. Erziehern des Alters 40+ Absatz als unter der vermeintlichen Zielgruppe. Ein Ausmalbuch “Meine Stars” mit Bastian Schweinsteiger und Rihanna gibt es auch.  Na wenn das mal nicht oberaffengeil ist!

Keine Werbung: Piefiger Piefke in Österreich

Der “Kabarettist” Dirk Stermann tourt durch Österreich und kokettiert mit seiner Eigenschaft als Piefke, also als nichtösterreichischer Deutscher. Üblicherweise ist Kabarett ja politisch unkorrekt, nervend für die Herrschenden, wirkt anprangernd, ätzend und aufklärend. Dirk Stermann ist in diesem Sinne kein Kabarettist, sondern spielt brav den Hofnarr der Multikultieliten. In seinem Eifer scheut er sich nicht die semitotalitären bundesdeutschen Zustände nach Österreich tragen zu wollen. Im Interview mit 3sat Kulturzeit äußer er sich wie folgt:

Und ich leide darunter, dass in Österreich zu viel möglich ist, was in Deutschland nicht möglich wäre, also, Leute, die grauenhafte Dinge sagen, ohne dass es jemanden gibt, der dann sagt: „Das darfst du nicht“ oder „Wenn du das sagst, dann musst du jetzt deinen Job, äh, bist du deinen Job los.“ In Österreich kann man sich wahnsinnig viel herausnehmen. Das ist auf der einen Seite gut, wenn man Kabarettist ist, aber wenn man Politiker ist, dann ist es für das Volk, das solche Politiker hat, und denen das zugesteht, sowas sagen zu dürfen, kein… Mmh. Das ist nicht gut.

Eine kabarettistische Groteske sondergleichen. Probleme gibt es nicht, es sind allerhöchstens gefühlte Ängste. Die kulturelle Schicht ist völlig durchseucht mit Gutmenschenparolen verordneter Glückseligkeit und bermerkt ganz offensichtlich nicht, den totalitären Anspruch der eigenen Positionen. Dass dieser Mann auch noch als in Duisburg Geborener die Welt mit seiner nihilistischen Fortschrittlichkeit beglückt, passt perfekt ins Bild. Alles Gute kommt schließlich aus NRW.

Das ist genau der widerliche, belehrende, heilsbringende, Patentrezepte verschreibende, häßliche, aber doch irgendwie deutscheste Typus aller Deutschen. Da taucht er wieder auf. So ganz nebenbei beim allzu bemühten und gelernt habenden Gutsein.

Entlarvend und charakterlich äußerst unschön. Fremdschämen ist angesagt.

Neues von RCQT

Bald ist Weihnachten! Braucht es nicht noch einen Pullover, eine Mütze, oder vielleicht doch ein T-Shirt für die beheizte Mensa?

Neue Motive sind im Laden verfügbar.

FPÖ in Wien voraussichtlich bei 20+x%

Und das lag ganz bestimmt nur am rappenden HC Strache:

Andere Länder, andere Sitten

Gerne auch in Istanbul

Istanbul in Wien hingegen

findet nur der Häupl cool

Ich finds lustig, die dpa erwartungsgemäß nicht.

Literaturbombardement 2

Und hier noch ein Beitrag zu einer Lesung von Rainhald Goetz bei Suhrkamp. Motto “Mittendrin in dieser Kaputtheit”.  Erwähnt wird auch die Stippvisite Christian Krachts bei der Scientology-Zentrale in Berlin.

Ich möchte die Gelegenheit gleich nutzen, um noch einmal auf unseren Rainer-Maria-Rilke-Preis 2010 zu verweisen.

Alternativmusik

Auch wenn uns Marius Meyer, der Macher von Alternativmusik.de, bisher noch nicht geantwortet hat, möchten wir ihn und seine Mitstreiter trotzdem mit einem Hinweis auf sein Musikmagazin belohnen. Alternativmusik.de bietet immer aktuell neue Musikrezensionen, Festivalberichte und interessante Gespräche. Die große Leistung dieses Musikmagazins ist es, die Suche nach öffentlich weniger bekannten Interpreten zu vereinfachen. Einen Großteil der besprochenen Alben und Musiker kennt man nicht, man kann sie aber dank der Vorstellungen kennenlernen. In der Selbstdarstellung des Magazins heißt es:

Alternativ – was heißt das eigentlich? Bereits hier ginge das Problem los. Ist ein bestimmtes Genre alternativ? Ist ein bestimmter Musiker alternativ? Der Duden vermerkt unter dem Stichwort „Alternative“ eine Entscheidung zwischen zwei [oder mehr] Möglichkeiten. Dies beschreibt treffend, worum es auf Alternativmusik.de geht: Alternativen aufzeigen, zu dem was man bereits kennt und hört. Die Möglichkeit, auch mal etwas Neues entdecken zu können, ist eines der maßgebenden Anliegen. Natürlich finden sich auch etablierte Künstler dabei wieder – aber auch diese können durchaus eine Alternative zu dem darstellen, was man sonst hört. So kann es durchaus geschehen, Künstler zu entdecken, die nicht zwingend unter die Bezeichnung „alternative Musik“ fallen.

Also: Einfach mal stöbern! Zwischen vielen verschiedenen Alternativen auswählen! Es lohnt sich!

Neues zu den Pop-Schnöseln

Eine interessante Ergänzung zu unserem Themenschwerpunkt vom April 2010 bietet folgender, eben beim Onlinemagazin Zeitjung erschienener Artikel. Freilich ist es nicht mehr als eine Wikidia-Zusammenfassung. Lesbar aber allemal:

Mit Lackschuhen in der Ecke