“Das alles ist Deutschland”?

Pünktlich zur WM hat die Musikindustrie dutzendweise patriotischen Wohlfühlpop herausgebracht. Ein Gesicht ist dabei besonders präsent: Bushido. Neben FACKELN IM WIND hat er zusammen mit Fler DAS ALLES IST DEUTSCHLAND aufgenommen.

Zu diesem Thema aus unserem Archiv:

Das Ästhetische siegt!

Beim Nachdenken über den Ertrag unseres Themenschwerpunkts “Popkultur und Nischenkunst” bin ich über eine Indie-Folk-Band gestolpert, die wir vor längerer Zeit schon einmal in einer Podcastsendung besprochen hatten. Den Podcast über BEIRUT kann man sich hier herunterladen.

BEIRUT mit Frontmann Zach Condon sind mir so sehr im Gedächtnis hängengeblieben, weil sie abseits des Mainstreams agieren, aber nicht in einer Nische versumpfen. Sie arbeiten wirklich am Zeitlosen. Das gilt nicht nur für die Musik, sondern auch für die Videos. Lange Planseqeunzen, ein durchweg tolles Spiel mit dem Licht, Hand- sowie Wackelkameras sorgen für eine ganz eigene Bildsprache und einen Kontrast zu durchkonventionalisierten Clips. Unbedingt ansehen, genießen und ein eigenes Urteil fällen!

Neues Album von Vermächtnis

Die Südtiroler Deutschrocker Vermächtnis haben ihr viertes Album aufgenommen. TYROLIA kann man sich hier auszugsweise anhören. Ein Lied der CD gibt´s auch bereits mit einem Video bei Youtube:

Lebe frei

Ich weiß genau, welchen Weg ich geh,

Ich weiß genau, zu welchem Ideal ich steh.

Jahr für Jahr, tagein tagaus,

Find ich mich im Gedanken an dich.

Ist deine glorreiche Zeit

Ein für alle Mal vorbei?

Wirst du jemals wieder in alter Frische

Über unsre Gipfel fliegen,

Wird die Vernunft endlich

Über deine Feinde siegen?

Steige hoch, Tiroler Adler, lerne endlich wieder zu fliegen.

Ich bin der, der da ganz unten steht und lauthals zu dir ruft: „Lebe frei!“

Es ist nicht leicht zu sehn,

Was mit dir passiert.

Wie sich die Willkür dieses Staates

Im Volk manifestiert.

Doch steh auf und zerschlage deine Ketten,

Zeig allen, wie stark du bist,

Lass deinen goldenen Käfig hinter dir,

Genieß die Freiheit, die Freiheit, die du verdienst.

Anton Stockner

Popkultur und Nischenkunst

PopkulturGestern war der neue Cicero im Briefkasten. Die Mai-Ausgabe des sozialdemokratisierten Magazins beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit „65 Jahre Befreiung“. Wir hätten nun die Gelegenheit, ausführlich darauf zu antworten: wieder einmal „Schuldkult“ in Perfektion und wieder einmal kommt das Andenken an die deutschen Vertriebenen und Opfer des Bombenkrieges zu kurz. Und warum müssen wir eigentlich immer noch die Suppe von damals auslöffeln? Und ist es nicht schrecklich, daß Deutschland selbst 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch kein komplett souveräner Staat ist und vollkommene Souveränität nicht einmal einfordert? Ach ja, wir leben schon in einer schlimmen Zeit und es gibt genug Gründe, den ganzen Tag Trübsal zu blasen.

Andere Magazine werden genügend rund um den 8. Mai berichten. Wir gehen deshalb einen gänzlich anderen Weg und beschäftigen uns ca. einen Monat lang schwerpunktmäßig mit „Popkultur und Nischenkunst“. Dabei steht für uns immer die Frage im Raum, was Popkultur zur Sinn- und Identitätsstiftung für junge Leute beitragen kann. Andererseits gilt es auch, verschiedene subkulturelle Nischen auszuleuchten und die dort kursierenden Ideen und Ästhetiken zu verstehen. Einige Artikel zu dem neuen Themenschwerpunkt sind bereits erschienen:

Über Popkultur …

… und über Nischen:

Neben vielen Kurzeinschätzungen über Popstars aus Musik, Fernsehen und Sport sowie allerlei Rezensionen bereiten wir gerade fünf Leitartikel vor:

  • Benjamin Jahn Zschocke schreibt über Pop Art.
  • Nils Wegner blickt in einige Nischen der Musikszene.
  • Johannes Schüller beschäftigt sich mit Popliteratur (Hubert Fichte, Rolf Dieter Brinkmann, Charles Bukowski, …).
  • Dirk Hack fragt, welchen Platz  die Lyrik heute noch hat und welchen sie haben sollte.
  • Carlo Clemens schließlich ergründet die Bedürfnisse der Massen („Brot und Spiele“).

Darüber hinaus suche ich noch einen Autor, der sich mit „Sport und Popkultur“ auseinandersetzt. Wer Interesse hat, wendet sich bitte an die Redaktion. Andere Spontaneinsendungen sind natürlich auch immer herzlich willkommen.

Weißrußland hat neuen Staatsfeind entdeckt: Rammstein

Der “Gesellschaftliche Rat für Sittlichkeit” in Weißrußland hat die Band Rammstein zum Staatsfeind erklärt. Sie verbreite “Gewalt, Masochismus, Homosexualität und andere Abartigkeiten”. Außerdem kritisierte die von Staatspräsident Alexander Lukaschenko unterstützte Kommission pornographische und faschistische Elemente in den Texten und dem Auftreten der Band.

Rammstein wollte am 7. März ein Konzert in Minsk geben. Der Sittlichkeitsrat gab bekannt, daß er dieses nur unter strengsten Auflagen genehmigen werde. Ob das Konzert nun noch stattfinden wird, ist mehr als fraglich. Einige Medien berichteten bereits, Rammstein habe das Konzert abgesagt.

Bushido will Partei gründen

Nachdem schon Gerüchte kursierten, Bushido würde der CSU ein Parteilied schreiben, sagte dieser nun, er wolle selbst eine Partei gründen. Diese soll den Bürgern das Gefühl vermitteln, daß sie wieder stolz auf dieses Land sein können. Bushido will die Menschen „wirklich vertreten“ und in Brüssel und anderswo auch mal undiplomatische Töne anschlagen.

httpv://www.youtube.com/watch?v=skt40QRM008

Pete Doherty entschuldigt sich und deshalb schauen wir uns ein Video an

In den letzten Tagen wurde der britische Popstar Pete Doherty heftig kritisiert, weil er die erste Strophe des Deutschlandliedes anstimmte. Inzwischen hat er sich artig entschuldigt. Sein Management posaunte gestern in die Pressewelt hinaus: “Pete Doherty bedauert sehr, falls eine andere Band, Musiker, Teammitglieder, Besucher oder Hörer und der BR durch seinen Auftritt beleidigt worden sein sollten. Das war nicht beabsichtigt.”

So richtig ehrlich klingt das zwar noch nicht, aber wir glauben Doherty. Er ist weder ein Nazi noch ein nationalliberaler Verehrer des schönen Deutschlandliedes von Hoffmann von Fallersleben. Und einen Beweis reichen wir natürlich auch noch nach. Ein Lied seiner Band The Libertines heißt nämlich “Arbeit macht frei”. Aber nicht das jetzt gleich einer den nächsten Skandal wittert, es handelt sich um ein antirassistisches und antifaschistisches Lied.

Um den lieben Pete wieder in einem rechtes Licht zu sehen, solltet ihr euch das Video zu dem Lied ansehen und lange darüber nachdenken. Viel Spaß!

Blitzkrieg-Popkultur: Pete Doherty singt “Deutschland, Deutschland über alles …”

Nachdem on3, das Jugendradio des Bayrischen Rundfunks, uns vor etwa einem Monat “Blitzkrieg-Popkultur” vorwarf, hat es nun selbst einen richtig großen “rechten” Skandal produziert. Am späten Sonnabend stimmte der britische Popmusiker Pete Doherty bei einem Festival, das live übertragen wurde, das Deutschlandlied an. Die anscheinend stark alkoholisierte Skandalnudel wurde nach dem Anstimmen von “Deutschland, Deutschland über alles” jedoch ziemlich schnell wieder vom Veranstalter von der Bühne geholt. Der Bayrische Rundfunk verlangt nun aufgrund des Eklats eine Entschuldigung von Doherty.