Krachts Romane endlich als Hörbuch!

Der Schweizer Christian Kracht ist der bedeutendste deutschsprachige Romancier der letzten zwei Dekaden. Seine drei Romane Faserland, 1979 und Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten wurden nun im swissandfamous-verlag zur ehernen Dreieinigkeit geschmiedet.

TRYPTICHON ist ein zehn CDs umfassendes, monumentales Hörbuchwerk, das in Form eines schallplattencovergroßen Aufklappaltars für 120 CHF zu haben ist. Drei Pop-Größen wurden engagiert, um je einen Roman einzusprechen: Dirk von Lowtzow (Tocotronic), Schorsch Kamerun (Die Goldenen Zitronen) sowie Dieter Meier (Yello), dessen Lesung von Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten den Höhepunkt bildet. Sei es, weil Krachts bislang letzter Roman an poetischer Kraft unübertroffen ist, sei es, weil Meiers Stimme und Textverständnis sich am weitesten in die Hirnrinde bohrt.

TRYPTICHON ist perfekt. Auf 1000 Exemplare limitiert, kann es bei Frau Hodel (info@swissandfamousverlag.ch) vom swissandfamous-verlag bestellt werden.

Erfrischendes aus der Schweiz: DIE WELTWOCHE über „Gewalt von links“

Das liberal-konservative Wochenmagazin Die Weltwoche aus Zürich ist eine angenehme Lektüre, weil in ihr mit viel Schweizer Gelassenheit die Wirklichkeit erfaßt wird. In der aktuellen Ausgabe geht es schwerpunktmäßig um „Gewalt von links“. Hintergrund ist ein brutaler Angriff von Linksradikalen auf den SVP-Nationalrat Hans Fehr, der auf dem Weg zu einer Parteiveranstaltung abgefangen und krankenhausreif geprügelt wurde. Die Weltwoche nutzt diesen Vorfall, um aufzuzeigen, mit welcher Ignoranz Behörden und Politik dem „Linksextremismus“ entgegentreten. Dabei sehen die Zahlen auch in der Schweiz ziemlich eindeutig aus:

Das Phänomen Linksextremismus hat im Schatten der öffentlichen Empörung über vereinzelte Neonazis seit Jahren zugenommen – und den Rechtsextremismus punkto Gewalt längst überholt. Gemäss dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) kam es 2009 zu 220 „linksextrem motivierten Ereignissen“, wovon 127 „gewalttätige Ereignisse gegen Objekte und Personen“ waren (die Daten von 2010 liegen noch nicht vor). Zum Vergleich: Im gleichen Jahr kam es zu 85 „rechtsextrem motivierten Ereignissen“, wovon 32 als „gewalttätig“ eingestuft wurden.

In einem zweiten Schritt widmet sich Die Weltwoche den Verflechtungen von Linksradikalen und Sozialdemokraten. Kennen wir diese Herangehensweise nicht von irgendwo her? Nur verkauft Die Weltwoche in einem kleinen Land wie der Schweiz wöchentlich rund 80.000 Exemplare und ist öffentlich wahrnehmbar.

Ein paar Beiträge weiter geht es dann noch einmal um die Linke. Der Beitrag heißt etwas reißerisch: „Die Frauen marschieren nach links“ und belegt statistisch, daß sowohl die weibliche Bevölkerung als auch die weiblichen Abgeordneten deutlich weiter links stehen als Männer – und zwar überproportional stark im Vergleich zu anderen Ländern. Der Grund dafür wird leider nicht benannt, ist aber für einen Deutschen recht leicht zu erkennen: In der Schweiz gibt es generell mehr dezidiert Linke und Rechte sowie eine vergleichsweise schwache Mitte. 2007 schätzten sich 37,1 Prozent der Frauen als links ein, 40,8 Prozent sahen sich in der Mitte und 22,1 Prozent rechts. Im gleichen Jahr ordneten sich 26,6 Prozent der Männer der Linken zu, 38,3 Prozent der Mitte und 35,1 Prozent der Rechten.

Meine These dazu: Die direkte Demokratie sorgt dafür, daß politische Differenzen stärker konturiert bleiben. Aber selbst wenn diese These nicht stimmt, ticken die Uhren in der Schweiz anders und das ist auch gut so. Chefredaktor Roger Köppel betont dies in seinem Editorial, in dem er deutlich macht, wie undenkbar die Schweiz in der Europäischen Union wäre. Sie sei geradezu der Gegenentwurf zum Brüsseler Bürokratismus. Ein Beitritt zur EU würde demnach die Identität der Schweizer zerstören, da diese sich politisch ableiten müssen und es keine gemeinsame biologische, sprachliche oder kulturelle Basis gibt:

Schweizer ist ein politischer Begriff, der nicht ohne die Rechtsordnung zu verstehen ist, die ihn hervorbringt. Diese Rechtsordnung wiederum stellt sicher, dass in der Schweiz der Staat bestimmten politischen Verfahren gehorcht. Die Verfahren sind darauf ausgerichtet, die Freiheitsrechte des Bürgers zu schützen und die Macht des Staates zu begrenzen. Direkte Demokratie, Föderalismus und Neutralität bilden den Kern einer Staatsidee, die darauf abhebt, grösstmögliche Übereinstimmung herzustellen zwischen den Regierenden und den Regierten. Ein Schweizer ist ein Mensch, dem kraft seiner Rechtsordnung das Privileg zufällt, über seine Angelegenheiten selber zu bestimmen.

Streß um Antifeminismus-Treffen

Am Wochenende soll in der Schweiz das erste internationale Antifeminismus-Treffen stattfinden. Ich kann mir zwar beim besten Willen nicht vorstellen, daß zu diesem Treffen tatsächlich richtige Männer kommen. Eher erwarte ich fette Computer-Nerds wie Nick. Aber egal.

Jedenfalls hat die Antifa massiv mobil gemacht gegen das Treffen. Der ursprünglich geplante Veranstaltungsort ist deshalb schon eingeknickt und das ganze muß als Geheimtreff über die Bühne gehen, der erst kurz zuvor bekanntgegeben wird.

Dabei wäre es eigentlich ziemlich schade, wenn es zu keinen Schlägereien kommt. So ein richtiger Antifeminist ist man(n) doch erst, wenn man(n) mit dem Knüppel in der Hand einige Antifanten mal so richtig schön verdroschen hat. Das sollte zu einem obligatorischen Initiationsritus bei den Kameraden Antifeministen werden. Erst, wer einen Antifanten krankenhausreif geschlagen hat, darf auch diskutieren und sein Maul aufreißen.

Ich muß bei Anti-Feminismus leider immer an Arne Hoffmann denken und dem traue ich es überhaupt nicht zu, den von mir geforderten Aufnahmetest zu bestehen.

Jürg Halter und seine „Schule der Unruhe“ entdecken!

Um für die Lyrik eine gesellschaftlich relevante Rolle zurückzuerobern, halte ich zwei Wege für möglich: Zum einen können die Probleme der Lyrik gelöst werden, sollte es jemandem gelingen, das eine Wort, was die gegenwärtige Welt im Innersten zusammenhält, auszusprechen. Mit Rilke gesprochen:

Ich kann mir kein seligeres Wissen denken, als dieses Eine: daß man ein Beginner werden muß. Einer, der das erste Wort schreibt hinter einem jahrhundertelangen Gedankenstrich.

Zum anderen kann man es so machen wie der Schweizer Poet Jürg Halter. Er schafft mit seinen bedächtig ausgewählten Worten gepflegte Unruhe und sucht nach ruhigen Orten, wo man noch auf das Wort hört. Um dieses Projekt dennoch nicht zu langatmig werden zu lassen, reichert er seine Worte mit Klängen und Bildern an, die ebenfalls eine ganz eigene Sprache sprechen. Irgendwann einmal hat Halter halb im Scherz gesagt, er würde „Post-Hiphop-Pop-Musik“ machen. Mit seiner neuen Band Schule der Unruhe läutet er nun auch das Post-Jazz-Zeitalter ein.

Wie vielfältig Halter ist, kann man auch nach einem kleinen Rundgang bei Youtube erahnen. Die dort zu findenden Gedichtfilme zeigen Wege für eine Post-Lyrik auf. Damit ist keineswegs ein Zeitalter nach dem Gedicht gemeint, sondern die Suche nach Postwegen, auf denen die Lyrik ihre Adressaten findet.

Bild (Jürg Halter): © Matthias Günter 2010

Schweiz zieht hochqualifizierte Einwanderer an

(Berlin-Institut) Die Attraktivität der Schweiz als Einwanderungsland hat im letzten Jahrzehnt stark zugenommen. Der Anteil von Zuwanderern an der Gesamtbevölkerung beläuft sich inzwischen auf rund ein Viertel. Werden die in der Schweiz geborenen Personen mit Migrationshintergrund hinzugezählt, wächst der Anteil sogar auf ein Drittel an. Mehr als 1,7 der 7,8 Millionen Bewohner der Schweiz besaßen am Ende des Jahres 2009 einen ausländischen Pass. Gleichzeitig hat sich die Struktur der Zuwanderung deutlich verändert. Während früher besonders geringqualifizierte Migranten aus Süd- und Südosteuropa in die Schweiz kamen, waren es in den vergangenen zehn Jahren vermehrt Hochqualifizierte aus den unmittelbaren Nachbarländern beziehungsweise aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Der Anteil von Arbeitsmigration an der Gesamtzuwanderung belief sich im Jahre 1994 auf einen Tiefstwert von 17 Prozent. Im Jahr 2008 hingegen erreichte er eine Spitze von 52 Prozent. Gleichzeitig ging der Anteil des Familiennachzugs von etwa zwei Dritteln auf ein Drittel zurück. (Weiterlesen …)

„Kauft nicht bei …

Schweizern!“ Das sagen jetzt zumindest viele Muslime nach dem Minarettverbot der Eidgenossen. Der türkische Europaminister Egemen Bagis hat seine Landsleute dazu aufgerufen, ihre Vermögen aus der Schweiz abzuziehen. Auch die syrische Regierung macht mit ihren Postillen Stimmung und fordert, Schweizer Waren zu boykottieren. Die Neue Zürcher Zeitung schreibt heute, daß ein ähnlicher Boykott nach dem Karikaturenstreit zu Einnahmeausfällen von 1,6 Milliarden Franken bei dänischen Unternehmen führte. Das einfache Volk scheint also durchaus empfänglich zu sein für solche Parolen.

Abgebrochene Umfragen und „wahre“ Demokratie

Über 27.000 Leser von Spiegel Online hatten sich bis gestern an einer Umfrage über das Minarett-Verbot beteiligt. Über 70 Prozent waren dabei der Meinung, daß man den Bau von Minaretten auch in Deutschland verbieten sollte. Inzwischen hat der Spiegel die Umfrage gelöscht, da sie wohl unangenehme Wahrheiten zu Tage befördert hat.

In den letzten zwei Tagen hat sich etwas Bemerkenswertes getan: Die sich in den letzten Jahren andauernd selbst lobenden Demokraten finden es auf einmal doch nicht so toll, wenn das Volk wirklich etwas zu sagen hat. Der Fetisch ‚Demokratie’ verliert für sie auf einmal an Anziehungskraft.

Und auf der anderen Seite bejubeln die bisherigen Kritiker der Demokratie das Ergebnis einer Volksabstimmung, obwohl sie bisher eigentlich immer der Meinung waren, das Volk sei sowieso unmündig und könne keine vernünftigen Entscheidungen treffen.

Vielleicht enttäusche ich deshalb einige, wenn ich zwei Dinge klarstelle. Erstens: Wenn in Deutschland irgendwo fünf Minarette gebaut werden würden, hätte ich damit kein Problem. Ich finde schon, daß der unbeschränkte Bau von Gotteshäusern durch die Religionsfreiheit abgedeckt sein sollte. Wir haben aber in Deutschland ein viel größeres Problem – nämlich das der Überfremdung und schleichenden Islamisierung. Es geht eben nicht um ein paar kleine Minarette, sondern um das Zusammenleben einer aggressiven, wachsenden, millionenstarken Minderheit aus einem anderen Kulturkreis mit dem deutschen Volk. Und da ist es leider bereits fünf nach (!) zwölf. Die deutsche Politik hat die Islamisierung selbst groß gezüchtet und nun haben wir den Salat. In der jetzigen Situation, in die uns die Multikulti-Ideologen gebracht haben, tritt aufgrund der entstandenen, natürlichen Fronten (Wir und die Anderen) die individuelle Freiheit in den Hintergrund und die Bewahrung der eigenen Kollektiv-Identität wird zur dringendsten Aufgabe.

Vor diesem Hintergrund betrachtet ist das Minarettverbot ein symbolischer Akt und eine Machtdemonstration, um die eigene Identität zu verteidigen. Und nur aufgrund der Notwendigkeit dieser Machtdemonstrationen zur Identitätswahrung bin ich dann doch für ein Minarettverbot.

Zweitens: Auch wenn jetzt die direkte Demokratie ein aus meiner Sicht richtiges Ergebnis gebracht hat, so halte ich dennoch an meiner grundsätzlichen Kritik an der Demokratie fest. Demokratie ist für mich immer noch der schönste Schrottplatz der Welt. Ich glaube weiterhin, daß sich Demokratie und Freiheit ausschließen und es deshalb wünschenswert ist, der Politik die Wirkmächtigkeit durch mehr private und kommunale Selbstbestimmung zu entziehen.

Damit gelangen wir zur Bedeutung der Volksabstimmung in der Schweiz für uns: Ich halte es für einen Irrglauben, daß durch demokratische Prozesse auf Bundesebene die Überfremdung in Deutschland überwunden werden kann. Wer daran glaubt, unterschätzt den Selbsterhaltungstrieb unserer politischen Eliten. Es helfen hierzulande weiterhin ausschließlich private und auf kommunaler Ebene ansetzende Initiativen, die die Probleme vor Ort wirkungsvoll bekämpfen. Alles andere ist Träumerei und führt im schlimmsten Fall dazu, daß wir mit Placebobonbons (wie z.B. einer nichtigen Volksabstimmung) ruhig gehalten werden und nicht zur Tat schreiten.

Von populistischen Volksabstimmungen

Zur Entscheidung des Schweizer Volkes, keine weiteren Minarette zu dulden, ist bereits einiges gesagt worden. Ich möchte darum nur auf eines hinweisen. In der Frankfurt Allgemeinen Zeitung von heute kommentiert Jürgen Dunsch das Ergebnis:

Urdemokratisch, weltoffen, tolerant – so haben sich die Schweizer immer gerne gesehen. Mit dem Votum für das Verbot weiterer Minarette offenbart das Land aber auch andere Züge, die von Engstirnigkeit, Ängstlichkeit und Abschottungswillen künden. [...] Das Ergebnis sollte auch in Deutschland jenen zu denken geben, die den populistischen Faktor von Volksabstimmungen kleinzureden versuchen.

1. Ist die Schweiz nun etwa nicht mehr tolerant? Herrscht dort demnächst keine Religionsfreiheit mehr? – Nein! Aber es besteht ein Unterschied zwischen privater Religionsausübung und Leitkultur einer Nation. Letztere hat Vorrang. Dass die Minarette nicht nur ein religiöses, sondern ebenfalls ein politisches Machtsymbol darstellen, sagen nicht nur die “selbsternannten Heimatschützer von der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei”, wie Dunsch geifert.

2. Wie ekelhaft das Urteil: Dunsch spricht den Schweizern ab, dass sie dazu befähigt sein, über alltägliche Fragen zu entscheiden, Fragen mit denen sie täglich konfrontiert werden. Dunsch deutet an, ihre Entscheidung sei dem Populismus zum Opfer gefallen.

So ist es oft: Demokratisierung wird gefordert. Aber sobald dies zu Ergebnissen führt, die unserer Politikerriege nicht gefallen, da warnt man vor dem Bösen. Einfach nur traurig…

Das Internet ist schön

MinarettNun haben wir also einen optimierten Weblog.  Das ist eine gute Sache und es wird hoffentlich auch den ein oder anderen Leser erfreuen.

Keine Angst die Zurüstung zum Bürgerkrieg geht weiter. Ein kleiner Vorgeschmack auf das Künftige deutet sich HIER an.

Wir haben guten Grund anzunehmen, dass sich die Schere in Europa, zwischen etablierten Meinungsbildnern und Politik auf der einen, sowie dem Volk und den marginalisierten volkserhaltenden Kräften auf der anderen Seite, langsam öffnet. Die allgemeine Hetze, zu der sich gewisse Kreise innerhalb der Presse veranlasst sehen, nachdem nun die Anti-Minarett-Initiative in der Schweiz erfolgreich war, spricht genauso dafür, wie auch das künstliche Gekreische um die verweigerte Vertragsverlängerung von ZDF-Chef Brender.

Die rechten Kräfte sind zumindest außerhalb Deutschlands im Aufwind. Deren Tragfähigkeit wird sich erweisen. Wir Deutschen sind wie immer stark darin uns gegenseitig madig zu machen. Aber das ist ja keine neue Erscheinung, sondern Usus von Anfang an. Wir jedenfalls geben Deutschland nicht auf, denn wir sehen dazu keine Alternative. Der gegenwärtige europäische Moloch ist es nicht, der Islam ist es nicht, Karl Marx ist es nicht, CO2-Verbot ist es nicht, Globalisierung ist es nicht. Und nun geht den Heilsversprechern auch schon die Puste aus.

Ich wünsche den Lesern eine besinnliche Adventszeit. Kümmert Euch (neben dem Lesen der Beiträge im neuen weblog) in dieser Zeit mal verstärkt um Eure Familie und nicht immer nur um Zecken, Antideutsche, EUdSSR und den Untergang des Abendlandes. Plätzchen essen ist zwischenzeitlich auch was Feines und schützt vor verfrühtem Ableben.