Gesichtet

Die Fehler der Rechten

Abgesehen davon, dass die Rechte als einheitlicher politischer Machtfaktor nicht besteht, krankt sie an zwei vorgeburtlichen Fehlern: pseudoelitärer Dünkel und fehlender Anschluss an die Realität.

Dass der eine Fehler dabei aus dem anderen hervorgeht, liegt auf der Hand. Das Grundproblem dabei ist der fehlende Realitätsanschluss. Woran liegt es? Es liegt vor allem daran, dass die Rechten – es ist angebrachter, von den Rechten als von der Rechten zu sprechen – grundsätzlich Gegenpositionen beziehen: Gegen alles, was links ist, gegen unliebsames Bestehendes, gegen Windmühlen und Hirngespinste, gegen Unabwendbares …

Angst vor Veränderung

Die negative Ausgangsposition bezeichnet eine strukturelle Schwäche der Rechten. Indem sie zu sehr an Altem hängen, verbauen sie sich die Zukunft. Ob dieses wertvolle, ehr- und erhaltungswürdige Alte lebensfähig ist, überhaupt noch existiert oder eine Chance hat, sich in die Zukunft hinüberzuretten, bleibt für gewöhnlich unerörtert. Letzteres ist nicht ganz zufällig. Die meisten Rechten haben nämlich tatsächlich das, was ihnen von linker Seite oft angekreidet wird,  „Angst vor Veränderung“.

Diese „Angst vor Veränderung“ muss als ein ganzer Komplex von Gefühlen, Wertvorstellungen sowie Assoziationen einer mythischen Vergangenheit begriffen werden. So verehrungswürdig jeder dieser Einzelfaktoren für sich ist, so verheerend wirkt sich der aus ihnen bestehende Gesamtkomplex aus. Denn jedes Angstgefühl wirkt nicht nur paralysierend. Auch wirkt es störend auf unser Sinnesvermögen. Noch mehr als die Angst aber wirkt störend auf den Realitätssinn die durch den Gesamtkomplex erzeugte Illusion, es könnte etwas Starres und Unveränderliches in der Geschichte geben. Aus dieser Illusion ergibt sich dann als Grundirrtum die Missachtung der Realität. Die Rechten neigen dazu, die Wirklichkeit zu verkennen wegen ihrer eigenen Ungeschichtlichkeit.

Naserümpfen vor der Wirklichkeit

Das mag überraschen. Gerade Rechte argumentieren mit der Geschichte und ihrem Wirklichkeitssinn. Das ist aber nicht ganz richtig. Die Rechten argumentieren zwar mit der Geschichte, meinen aber im Grunde immer die Vergangenheit. Die Vergangenheit ist dabei grundsätzlich eine beliebige und imaginäre, teils diffus sagenhafte, teils höchst unwahrscheinliche Welt.

Konstruktiv ist mit der Fixierung auf Vergangenes nichts anzufangen. Sie ist eher so etwas wie ein Trostpflasterchen gegen die Angst. Was die Rechten tatsächlich gemeinsam haben, sie aber nicht eint, ist die „Angst vor Veränderung“. Diese gestaltet sich bei jedem Rechten anders, wobei alle Rechten gleichermaßen politisch durch sie gelähmt werden. Letztendlich führt das dazu, dass die Rechten unfähig werden, das Leben zu meistern. „Leben“ darf hierbei aber nicht im gewöhnlichen Sinn verstanden werden. „Leben“ ist ein in sich sinnvolles, handelndes und sich entwerfendes Dasein.

Damit dieses Dasein aber auch wirklich sinnvoll ist, handelt und sich entwirft, muss es den Mut haben den Tatsachen des Lebens ins Auge zu blicken. Diese Tatsachen sind genauso einmalig und unwiederbringlich wie notwendig und unabänderlich. Sie nicht zu mögen oder sie zu übersehen, schadet nicht ihnen, sondern immer nur einem selbst. Gerade gegenüber den Tatsachen aber wäre eine wahrhaft geschichtliche Haltung wünschenswert. Die Vorstellung, die Gegenwart nicht in imaginären Kämpfen zu verneinen, sondern sie anzuerkennen, um in sie einzugreifen und sie somit aktiv mitzugestalten, erzeugt bei vielen Rechten Naserümpfen.

Der Defätismus ist viel zu weit verbreitet unter den Rechten

Jede realistische politische Vorgehensweise weist zwei Komponenten auf: Aussöhnung mit Gegenwart und Wirklichkeit und „Politik der kleinen Schritte“, also eine Politik, die sich darauf beschränkt, nur anzuvisieren, was sie auch wirklich erreichen kann. Eine solche Politik führt zu Resultaten, nur nicht zu solchen, die die ewigen Kritiker und Nörgler gutheißen würden. „Wozu ein Parlamentssitz, wenn die Substanz der Nation unwiederbringlich verloren ist“, sagen sie, und noch mehr: „Wozu das Ganze, wenn die Prinzipien politischer Organisation, die doch Sinn und Zweck politischen Handelns ist, nicht feststehen?“

An solchen und ähnlich klingenden Vorbehalten erkennt man, dass der Kritiker und Nörgler im Grunde ein Defätist ist. Die Schlachten sind längst geschlagen, alles ist verloren für ihn. Die Flucht zu Prinzipien und hoher Theorie ist geradezu das Markenzeichnen des Defätisten. Dessen Haltung ist noch viel zu zahlreich unter den Rechten, als das diese sich einigen könnten um frohen Mutes zu einem ernstzunehmenden politischen Faktor zu werden. Aber, ein Entscheidendes fehlt noch!

Abschied vom „Volk“

Der Abschied vom pseudoelitären Dünkel sollte ein echter kategorischer Imperativ der Rechten sein, wollen sie politisch etwas sein. Politisch etwas sein bedeutet, politisch etwas ausrichten. Um aber politisch etwas ausrichten zu können, bedarf es der Bevölkerung, der Menge, der Masse, des „großen Haufens“, wenn man so will. Machiavelli hat diese Wahrheit klar ausgesprochen, indem er folgendem in seiner Zeit verbreiteten Ausspruch entgegen trat: „Wer auf das Volk baut, baut auf Sand.“

„Volk“ ist kein Abstraktum, keine Vorstellung oder Assoziation, sondern eine Tatsache des Lebens. Sie ist sogar die Haupttatsache des politischen Lebens. Volk ist entweder, oder es ist nicht. Wenn kein Volk da ist, auf das man bauen könnte, muss man eben mit der Bevölkerung vorlieb nehmen. Wer auf der Höhe der Zeit fragt „Wer ist das Volk?“, und dabei stillschweigend davon ausgeht, die Antwort werde bezüglich Deutschland „alle rechtschaffenen, unverdorbenen und wiederum von Deutschen abstammenden Deutschen sein“, der irrt. Und wer stattdessen antworten sollte „Es gibt nichts zu tun, es gibt nämlich kein Volk mehr“, der irrt noch mehr. Mit dieser seiner defätistischen Ansicht sollte er nicht hausieren gehen. Er sollte sich besser zurückziehen und den Anderen das Handeln nicht vermiesen.

Die Rechten müssen sich Bevölkerungsmehrheiten annähern

Anstatt mit der ausgelutschten Vokabel „Volk“ zu arbeiten, sind die Rechten besser beraten, sich Bevölkerungsmehrheiten anzunähern. Das schafft Handlungsspielraum auf breitester Basis. Zur tatsächlichen Bevölkerungsmehrheit gehören derartig viele und auch unterschiedliche Menschen, dass nur der etwas politisch ausrichten kann, der dieser lebendigen Vielfalt der Meinungen und Menschen auch gerecht wird. Ihr nicht zu widersprechen, reicht dazu nicht aus. Man muss selbst Teil dieser Vielfalt werden, sich ihr innerlich und äußerlich angleichen und ausführen, was ihres Sinnes ist. Anscheinend macht man sich dadurch zum Werkzeug eines Zustands, den man eigentlich verändern, vielleicht sogar abschaffen möchte.

Doch der Schein trügt und zwar gleich zweifach: Erstens gibt es keine „Zustände“, sondern immer nur Veränderlichkeit und Werden. Zweitens handelt es sich bei diesem Scheinzustand um eine Welle, und zwar die Welle, die einen emporheben wird. Um aber von ihr emporgehoben zu werden, muss man mitschwimmen, eins mit ihr werden. Und nur wer das kann, erhält auch den Preis: Die Macht, die Wirklichkeit zu gestalten. Damit die Rechten auch da ankommen, müssen sie zuerst viele Vorurteile und Dünkel von sich werfen. Dass das weh tut, ist unbestreitbar. Notwendig ist es allemal.

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12 Kommentare

  1. deutscheridentitärer

    Ich bin einerseits geneigt dem Artikel im Grundtenor zuzustimmen, andererseits … naja die Vergangenheit war halt nun mal wirklich viel besser.

    Es ist fraglich, inwieweit man sich an die Tatsachen anpassen soll, wenn die Tatsachen so verkommen sind wie heutzutage. Dann vielleicht doch lieber als Träumer scheitern.

  2. Rheinländer

    Stimme dem Kommentar in den meisten Aussagen zu. Auch mir als Konservativer geht diese ewige Negativ- und Dagegen-Stimmung auf den Nerv. Natürlich ist das Meiste aus der jüngeren Vergangenheit (ab 2000 etwa) Mist und Schrott. Aber was mich viel mehr nervt, ist dass man krampfhaft versucht, mit alten Verhaltens- und Argumentationsmustern aktiv die Zukunft zu gestalten. Nur dagegen sein reicht nicht! Es fehlt die Leichtigkeit in vielen Dingen. Warum muss alles immer so staatstragend düster daherkommen? Man kann ja von den Linken halten was man will, aber sie haben es in Sachen Aktionismus und Gestaltungswillen (auch wenn es Schwachsinn ist) drauf. Da können sich die meisten Konservativen eine große Scheibe von abschneiden! Wobei hier zugegebermaßen die Identitären eine Ausnahme sind. Aber die sind ein anderes Thema.
    Auch die Rhetorik spielt eine große Rolle: Wie so oft macht der Ton die Musik. Es ist mir schlicht unbegreiflich, warum man die gute Ausgangslage (Asylkrise, darbende Sozialsysteme, Soziale Ungerechtigkeit) ohne Not mit oft pathostriefender Sprache sofort wieder verspielt. Hier muss einiges in Sachen Wording (ja, kein deutsches Wort) und Kommunikation geändert werden. Man kann von den Moslems ja zum Beispiel halten was man will: Aber die sind sicher nicht den Linken zuzurechnen, sondern eher konservativ geprägt. Wenn man denen mal in ihrer Sprache die Konsequenz der Linken deutlich macht („Dein Sohn soll zwangsweise auch Mädchen sein!“-> Genderquatsch) hat man doch eine ganz andere Ausgangslage bei denen, als wenn man sie pauschal (wegen ihrer Religion) ablehnt. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin auch absolut gegen den fundamentalistischen Islam und seine negativen Auswüchse. Aber Kurden und Alawiten z.B. fallen sicher mehrheitlich nicht darunter. Auch die meisten Iraner fallen nicht darunter. Warum man hier diese Leute sich ohne Not zu Feinden macht bleibt mir ein Rätsel und gibt den Linken unnötig Futter. Rhetorik ändern und mal die Augen auf machen für die Menschen, die (trotz ihrer Religion) mit ihrer Weltsicht gut zu uns passen. Wer straffälig wird aus diesen Gruppen sollte ausgewiesen werden. Denn der schadet schliesslich auch dem Ansehen der korrekten Migranten in diesem Lande. Und die könnten z.B. mit solch einer Argumentation sich auch gut von den kriminellen Migranten distanzieren. Aber alle über einen Kamm zu scheren ist kaum hilfreich. Ob das innerhalb der Konservativen realisierbar ist steht auf einem anderen Blatt. Ich bin nur diese tumben Pauschalisierungen leid. Und solange ich noch atme, habe ich Hoffnung! 😉

  3. Xerorx

    @Rheinländer
    Du gehst davon aus, daß Ausländer zu dumm sind, um das Weltbild der Linken zu verstehen. Das ist aber nicht der Fall! Die unterstützen die Linken hier, weil es für sie nützliche Idioten sind mit deren Hilfe, sie hier immer weiter an Macht gewinnen. Mit den kruden linken Ansichten haben und wollen die überhaupt nichts zu tun haben. Von solchen Sekten wie der TKP und ähnlichem mal abgesehen. Doch selbst die, lachen die deutschen Genderlinken nur aus. Es ist für sie auch kein Gegensatz, hier linke zu unterstützen und in ihrer Heimat rechte Kräfte. Die Linken sind lediglich Steigbügelhalter und würden, nachdem der große Austausch abgeschlossen ist, auch fort geräumt werden. Oder glaubst Du vielleicht, irgendeiner von denen, hätte auch nur einen Funken Respekt für einen Anton Hofreiter? Was man ihnen ja nur schwer übel nehmen kann. 😀

    Perser sind vermutlich wirklich kein Problem, aber Kurden, mögen sie auch keine Islam Fundis sein, fallen hier doch vor allem, durch ihre überbordende Kriminalität auf. Das sollte man sich doch bitte nicht schön reden.
    Die Religion dient bei vielen, sowieso nur als grobes Identitätsmuster und als Abgrenzungsritual uns gegenüber. Das wird im Ernstfall extrem flexibel gehandhabt und Hal?l ist da nur sehr wenig.
    Die „korrekten“ Migranten distanzieren sich nicht von ihren kriminellen Landsleuten. Warum sollten sie das auch tun? Es bringt ihnen keinen Vorteil und er ist ihnen, nach meinen Erfahrungen, immer noch näher, als jeder „scheiß Deutsche“.
    Vieles was als „Vorurteil“ daherkommt, ist in Wirklichkeit ein „Nachurteil“.

  4. Johannes Konstantin Poensgen

    In der Diagnose hat Verástegui recht, nur ist die Beschreibung des Heilmittels zumindest mißverständlich.

    Man muß Wirklichkeit und Realität erkennen und gerade was unvermeidliche Veränderungen, vor allem technologischen Fortschritt samt allen Konsequenzen anbelangt, ließen sich über den Wirklichkeitsverlust der Rechten Romane schreiben.

    „Aussöhnen“ ist hier aber eine schwierige Vokabel. Es ist sicherlich für den eigenen Seelenfrieden besser, wenn man sich mit der Wirklichkeit dieses Universums auszusöhnen vermag. Im politischen Sinne bedeutet dieses Wort für uns aber nichts anderes, als die Rahmenbedingungen zu akzeptieren, die uns der Feind gesteckt hat und die keineswegs unveränderlich sind.

    Wer sich auf diese Weise mit Wirklichkeit und Gegenwart aussöhnt und in kleinen Schritten Bevölkerungsmehrheiten sucht endet unweigerlich als Angela Merkel. Das hat nichts mit schlechtem Charakter zu tun, sondern damit, daß die Wahl seiner Methoden ihn formen wird.

    Merheiten darf man sich nicht annähern, man muß sie sich schaffen. Das ist zweifellos der schwierigere und auf den ersten Blick auch der deutlich weniger erfolgversprechende Weg. Aber nur so kann man Wirklichkeit tatsächlich gestallten.

    Welche Macht im übrigen Minderheiten haben, die sich mit Wirklichkeit und Realität nicht ausgesöhnt haben, zeigen uns seit Jahrzehnten die Linken und in letzter Zeit auch immer mehr der Islam. Diese Leute werden nämlich selbst Teil der Wirklichkeit und Realität, mit der sich der biedere Konservative dann aussöhnt.

  5. Carlos Wefers Verástegui

    @Johannes Konstantin Poensgen

    Bezüglich der Diagnose danke ich der Zustimmung. Ein Heilmittel allerdings habe ich nicht liefern wollen, sondern eine Reihe von Konsequenzen aufzeigen wollen. Missverständlichkeiten ergeben sich aus der politischen Struktur sowie aus festgefahrenen Konstellationen.

    „Ausöhnen“ ist nur ein Wort, es bezeichnet aber auch eine Konsequenz, die sich daraus ergibt, Handlungsspielraum zu gewinnen. Dergleichen „“Aussöhnen“ lässt sich leicht geschichtlich nachweisen. Ich habe bewusst zu dem Wort gegriffen, weil es eine Problematik sichtbar macht. Schuld hat also auch nicht meine Wortwahl, sondern die Porblematik. Ansonsten soll der Artikel, wie von der BN bereits gesagt, die Gedanken ein wenig in Bewegung bringen. Das breite Interesse für ihn ist für mich genauso überraschend wie erfreulich.

  6. Eine fehlgegangene Kritik und fragwürdige Postulate!

    Herr Verástegui erklärt die Welt der heutigen Rechten und was bei ihr sozusagen grundsätzlich im Argen liegt. Dabei zeigt er vor allem eklatantes Nichtwissen in Bezug auf die Geschichte der politischen Rechten. Geradezu unerträglich wird es insbesondere durch die sonderpädagogische Art und Weise der Belehrung, die als „diagnostische Überlegenheit“ daherkommt, wobei der politische Medizinmann Verástegui seine zweifelhafte Heillehre gegen eine Angsterkrankung wendet, die, wie allseits bekannt, von einer selbstherrlichen Konsensdemokratie hierzulande in einer Art Dauerschleife propagandistisch bei all ihren Kritikern schon mal gleich grundsätzlich diagnostiziert wird. Ohne auf deren kruden geistigen Gehalt und öden Eindimensionalität hier näher eingehen zu wollen, kann festgestellt werden, daß eine solche Argumentation, die mit derart sattsam bekannten Unterstellungen arbeitet, kaum als besonders originell gelten kann. Letzteres gilt natürlich auch für die Feststellung einer heterogenen Rechten, was offensichtlich seine guten Gründe hat! Kritik an der heutigen politischen Rechten tut wahrhaftig Not, hier ist sie als Fehlschlag zu bewerten. Um es abschließend noch deutlich zu sagen: Es gibt historische Momente, da scheint es tatsächlich besser zu sein, allein und einsam unterzugehen als mit falschen Verbündeten vielleicht doch noch zu siegen. Wobei sich ja ohnehin an einem bestimmten Punkt die Frage erheben tut, was für ein Sieg das dann sein soll? Das war ein pessimistischer Kommentar zu einem Artikel, der „mehr Optimismus“ einfordert; um die Dinge im Gleichgewicht zu halten.

  7. ariovist

    Was heißt denn „Rechts“?
    Es geht um das Prinzip der natürlichen Ordung, die in uns Menschen in Form von Genen vorhanden ist; weil wir uns nun mal an Lebensbedingungen äußerlich und verhaltensmäßig anpassen mußten. Aus dieser Anpassung resultieren viele der sozio-kulturellen Unterschiede der Völker. Die Menschheit ist vielfältig, aber von Natur aus „geordnet“, so, wie es einst der ganze Planet war. Es geht nicht darum die „andersseienden“ auszumerzen, ab- oder aufzuwerten, wobei die Bemessungsskala was „höher“ oder „niedriger“ steht immer nur vom jeweiligen subjektiven Betrachtungspunkt ausgeht. Somit gibt es objektiv kein „mehr wert“ oder „weniger wert“. Es geht einzig und alleine um die Akzeptanz des „anders seins“ und damit der Einhaltung bzw. Wiederherstellung einer natürlichen Ordung, die allen Völkern ihr Überleben sichert.

    Die Ideologien des „Vermischens“ und des „Gleichmachens“ zerstören die natürliche Ordnung und führen somit automatisch zu Ungleichgewichten des Lebens und letztendlich zu Not, Haß, Krieg und Zerstörung. Das erleben wir in unseren Tagen, wie es unsere Väter und Großväter auch in ihren Tagen erleben mußten. Keimzelle dieser widerlichen Ideologien war die französische Revolution mit ihrer Parole Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Danach nahm der, von jeder grundsätzlichen christlichen Wurzel des Abendlandes entfernte übersteigerte Humanismus und Liberalismus an Wachstum zu; ebenso nahmen die totalitären Vorstellungen eines Karl Marx und Friedrich Engls Gestalt an. In Summe ist es die Empörung des Menschen gegen eine ihn tragende göttliche natürliche Schöpfungsordnung., wobei der Mensch den Menschen mißbraucht und als Absolutes nur noch die Bezifferung in materiellen Anteilen gelten läßt.
    Dies erleben wir heute in nie dagewesener Form im Rahmen der Globalisierung und der sog. Flüchtlingsströme, der hemmungslosen Ausbeutung natürlicher Ressourcen und der Vergötterung von Börsen und Banken.

    Wir als „Rechte“ haben mit aller Intensität auf eben die Einhaltung dieser natürlichen Ordung zu bestehen und gegen JEDE Form der künstlich geschaffenen „Unnatürlichkeit“ zu kämpfen. Denn: Friede ist allein in der natürlchen Ordnung zu finden – und zwar für alle Menschen dieser Welt! Somti ist es richtig, am Begriff „Volk“ festzuhalten in der Form, als daß das Volk eben die Gemeinschaft gleichartiger Menschen ist, die aufgrund einer gemeinsamen historischen, kulturellen und sprachlichen Entwicklung eng verbunden sind.

    Was aber die „Rechten“ grundsätzlich falsch machen ist das Festhalten an den, von den „Durcheinanderwerfern“ vorgegebenen Regularien der politischen Gestaltung. Nicht Wahlen werden zu Veränderungen führen, sondern „revolutionäre“ Bewegungen natürlich-archaischer Art. Denn den Feind wird man nur in den seltesten Fällen mit Worten umstimmen; wohl aber mit einer gründlichen Portion Wehrhaftigkeit. Auch das ist natürliches Wesen in uns. Wir „Rechte“ haben uns Jahrzehnte an die Regularien der Verderber gehalten, in dem Irrglauben, dadurch tatsächlich etwas bewegen, verändern zu können. Das Gegenteil war und ist der Fall. Nicht juristische Konstrukte sind entscheident, sondern das natürliche Prinzip. Wenn aus Ordnung Unordnung gemacht wird folgt daraus „Friß oder Stirb“. Gerade wird Deutschland und Europa „gefressen“. Wollen wir tatsächlich etwas ändern, dann müssen wir endlich anfangen zu „fressen“; nämlich die, die in unserer nächsten Umgebung eben für diese Unordnung verantwortlich sind!!!! Nur so werden wir Deutschland und Euopa retten können; nicht aber mit Wahlen, juristischen Prozessen oder ähnlichem.
    Zum Schluß: Wenn man kein Geld hat sich Macht zu kaufen (was nicht der natürlichen Ordnung entspricht), dann muß man sich Macht „nehmen“ (um so wieder die Ordnung herzustellen). Es ist ganz einfach. Warum also so kompliziert?

  8. Carlos Wefers Verástegui

    @Michael W.

    Ich habe extra so formuliert, genauso wie ich extra ein eindimensionales Bild gezeichnet habe. Denke, die handvoll Stammleser von mir wird das schon verstanden haben. Dennoch, vielen Dank für ihre Beobachtungen, die natürlich richtig sind.

  9. Waldgänger

    Ich stimme dem Autor in manchen Dingen zu.

    Ja, wir sollten uns den Mehrheiten annähern, deswegen ist der Zukunftsantrag von frau Petry auch inhaltlich richtig, obwohl er unangebracht ist und ich eher Meuthen Recht gebe „Wir brauchen keine Debatte um Fundamentalopposition oder Realpolitik, wir machen Politik nach Menschenverstand“ und deswegen nützen uns auch Provokateure wie Höcke oder andere speziell des rechts-konservativen Flügels nichts, auch wenn die Aussagen inhaltlich richtig sein mögen.

    Als Individuum kann man sich durchaus als elitär definieren, so sollte es auch die IB tun, wie sie es z.T. auch tut. Die AfD kann dies nicht, weil sie eine Partei ist, in die prizipiell jeder eintreten kann, in die IB nur die Elite, vor allem die geistig-philosophische. Es lebe das geistige Partisanentum.

    Zur Rückwärtsgewandtheit: Ich kann dieses Stockkonservative nicht leiden wie es weite Teile der CDU und AfD pflegen. Warum war früher vieles besser? Kohl hat auch Mist gebaut, auch Adenauer. Die waren vielleicht nicht so antipatriotisch wie Merkel-Steinmeier-und-was-weiß-ich-wer, aber wenn man das in Relation zur Gesellschaft setzt waren die auch nicht viel besser. Man könnte auch sagen schlimmer, denn viele Deutsche (Staatsbürger) sind nunmal eher links eingestellt.

  10. @Carlos Wefers Verástegui

    Danke für Ihre Antwort; Sie zeigen Größe! Kurz angemerkt: Mein Pseudonym ist Michel (ohne „a“), aus Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“. Aber Sie dürfen mich auch gerne weiter mit Michael anschreiben, da der Erzengel Michael bei mir zuhause einen ehrenvollen Platz hat. Ihr neuer Beitrag, „Der Tyrann in uns“, gefällt mir durchaus, obgleich ich da wieder einige kritische bzw. skeptische Anmerkungen zu machen hätte. Aber das ist wohl bei solch diffizilen Beiträgen unvermeidbar. Und da ich selbst gerade an einem Manuskript (über die Russische Revolution 1917) arbeite, lass ich es… (Thukydides gehört übrigens zu meiner Lieblingslektüre; meine Ausgabe: „Geschichte des Peloponnesischen Krieges“ 792 Seiten, Inselverlag, Leipzig 1961, übertragen von Theodor Braun) – Mit freundlichen Grüßen, Michel W.

    @Waldgänger

    „Es lebe das geistige Partisanentum.“- Einsam und doch nicht allein. Auf verlorenem Posten standhalten, dann werden wir über das Ende die wahren Sieger sein.

  11. Carlos Wefers Verástegui

    @Michel

    Leser wie Sie machen mich stolz, gerade wenn sie kritische Anmerkungen machen,

    Vielen Dank für Ihre ermunternden Zeilen und allerbeste Grüsse.

    P.S.: Thukydides ist ein ganz hervorragender Autor mit dem jeder geschichtsinteressierte Mensch gut beraten ist.

  12. Vielen Dank für den zum Nachdenken anregenden Artikel.
    Geschichte verläuft nicht in eine Richtung „zum Licht hin“ (wie Linke vermutlich implizit denken). Sie verläuft aber auch nicht in ewigen Kreisläufen (wie andere denken).
    Geschichte verläuft meistens vorhersehbar. Ab und zu aber auch nicht.
    Und vor allem Dingen: Man kann Dinge auch wieder zurückdrehen.
    2000 Jahre gab es keinen jüdischen Staat mehr. Und dann …
    In der Sowjetunionen gab es nur noch den Sowjetmenschen. Und dann kehrte auf einmal der „böse Nationalismus“ zurück.
    1913 hat keiner der Bolschewiki gedacht, dass sie in einigen Jahren Rußland beherrschen und einige Jahrzehnte später die halbe Welt. Und heute ist wieder alles vorbei.
    1988 hat jeder geglaubt, die Mauer gibt es noch für Jahrzehnte.
    Irgendwann wird es auch wieder offiziell die Sklaverei geben. Auch die wird wieder zurückkehren.
    NICHTS ist unabänderlich. Und ALLES lässt sich wieder zurückdrehen. Leider in Zeiträumen, die für ein einzelnes Menschleben lang sind.

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