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Demographische Schieflage in Europa: Deutschland bald der kleine Bruder Frankreichs PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Felix Menzel   
Freitag, den 18. September 2009 um 10:36 Uhr

KinderDas gesamte christliche Abendland degeneriert gegenwärtig. Dennoch gibt es gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten. Das wird insbesondere Deutschland spüren. Während in den nächsten 40 Jahren die Bundesrepublik acht bis 14 Millionen Einwohner verlieren wird, dürfte Frankreich acht Millionen hinzugewinnen. Das prognostiziert zumindest das Berlin-Institut in seinem neuesten Diskussionspapier „Ungleiche Nachbarn“. Trifft die Prognose ein, könnte die „Grande Nation“ Deutschland demographisch überholen und ihr auch wirtschaftlich bald die Rücklichter zeigen.

Stabile Bevölkerungspyramide in Frankreich. Alternde Gesellschaft in Deutschland

Anfang der 70er-Jahre ist die Geburtenrate in Deutschland eingebrochen. Frauen bekommen seitdem durchschnittlich nur noch 1,4 Kinder. Bis Anfang des neuen Jahrtausends konnte diese beängstigende Entwicklung nur durch Zuwanderung vertuscht werden, aber seit 2003 schrumpft Deutschland, weil jedes Jahr mehr Menschen sterben als geboren werden und auch die Auswanderung – insbesondere von Fachkräften – der Bundesrepublik zusetzt.

Frankreich hingegen hat es geschafft, sein Nachwuchsproblem immer in Grenzen zu halten und ist seit kurzem sogar auf dem aufsteigenden Ast. Dort wurden nie weniger als 1,7 Kinder pro Frau geboren und inzwischen nähert man sich sogar der „Zwei“ wieder an. 2008 stieg so die Einwohnerzahl Frankreichs um 350.000. Wer glaubt, dies sei rein das Resultat von Zuwanderung, der irrt. „Dieses Wachstum von 0,5 Prozent im Jahr fußt zu vier Fünfteln auf einem Geburtenüberschuss und nur zu einem Fünftel auf Migration“, stellte das Berlin-Institut fest.

Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Frankreich

Die Forschungseinrichtung für Bevölkerung und Entwicklung sieht die Gründe für die halbwegs stabile Demographie-Pyramide in Frankreich in den guten Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder und der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ob allein materielle Anreize jedoch reichen, um in Deutschland wieder mehr Lust auf Nachwuchs auszulösen, muß bezweifelt werden.

Wie dem auch sei: Ein Bevölkerungsschwund wirkt sich für einen Staat wie die Bundesrepublik verheerend aus. Neben den Gefahren der Überfremdung dürfte auch der Wirtschaftsstandort Deutschland ins Schleudern kommen, denn die Anzahl der potentiellen Erwerbspersonen wird in den nächsten 40 Jahren um 15 Millionen einbrechen. Frankreich dagegen hält sein jetziges Niveau.

 
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