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Frauenquote bei der Telekom: Schröder plant Listen zur Frauenfreundlichkeit in Betrieben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Montag, den 15. März 2010 um 12:29 Uhr

Kristina SchröderAls erstes Dax-30-Unternehmen führt die Telekom eine Frauenquote ein. Das gab das Unternehmen heute bekannt. Bis Ende 2015 sollen international seine mittleren und oberen Führungspositionen mit 30 Prozent Frauenanteil besetzt sein. Telekom-Chef René Obermann erklärte dazu: „Es ist ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness und vor allem eine handfeste Notwendigkeit für unseren Erfolg. Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser.“

Kristina Schröder: „Rankings“ mit besonders frauenfreundlichen und frauenfeindlichen Betrieben

Kristina Schröder (CDU), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, begrüßte die Entscheidung: „Unternehmen können es sich gar nicht mehr leisten, in den Führungsetagen auf die Kompetenz von Frauen zu verzichten. Deswegen freue ich mich, dass ein Unternehmen wie die Deutsche Telekom hier mit gutem – freiwilligem – Beispiel vorangeht.“

Im gestrigen Interview mit der „Financial Times Deutschland“ (FTD) bemerkte die Ministerin, sie könne sich auch zukünftige „Rankings“ mit besonders frauenfreundlichen und frauenfeindlichen Betrieben vorstellen. Eine gesetzliche Quote für Aufsichtsräte könne aber nur das letzte Mittel sein. Vielmehr sollen „nötige Veränderungen“ nur mit der Wirtschaft, nicht durch staatliche Verordnungen erreicht werden.

Weiterhin bemerkte Schröder gegenüber der FTD: „Während ich die Quote mit 18 Jahren als Mitglied der Jungen Union völlig abgelehnt habe, sehe ich inzwischen darin in manchen Fällen eine notwendige Krücke.“ Im Gespräch mit Unternehmen wolle sie nun für Frauenförderung werben.

Die Telekom will nun auch Elternzeitmodelle, Teilzeitmodelle für Führungskräfte, Kinderbetreuungsangebote und flexiblere Arbeitszeiten einrichten. Momentan gibt es in Deutschlands Vorstandsetagen offiziellen Angaben zufolge einen Frauenanteil von 2,5 Prozent. 10 Prozent der Aufsichtsräte seien Frauen. Diese werden zu großen Teilen von den Gewerkschaften entsandt.

 

 
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