Startseite Aktuelles Uni-Streit um Ernst Moritz Arndt in Greifswald: „Eine sehr streitbare Persönlichkeit“
Uni-Streit um Ernst Moritz Arndt in Greifswald: „Eine sehr streitbare Persönlichkeit“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Dienstag, den 16. März 2010 um 16:42 Uhr

Ernst Moritz ArndtMorgen ab 13 Uhr hält der „Ring christlich-demokratischer Studenten“ (RCDS) Greifswald eine Mahnwache gegen die Umbenennung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität ab. Zugleich entscheidet der akademische Senat der Universität Greifswald morgen über eine eventuelle Umbenennung. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn der Senat für die Beibehaltung des jetzigen Uninamens stimmen würde“, erklärte Johannes Radtke, Vorsitzender des RCDS Greifswald, gegenüber BlaueNarzisse.de.

Studentische Urabstimmung ergab Mehrheit für Arndt

Weiterhin betonte Radtke: „Ernst-Moritz Arndt ist eine sehr streitbare Persönlichkeit. Es gibt viele Pro- beziehungsweise Contra-Argumente ihn als Namenspatron der Universität Greifswald zu erhalten.“ Bereits im Januar 2010 fand eine Urabstimmung statt. Damals entschied sich eine knappe Mehrheit der Studenten für Ernst Moritz Arndt als Namenspatron. Nun betrachtet die Senatsvorsitzende Maria-Theresia Schafmeister die Abstimmung jedoch nicht als bindend. Auf einer Vollversammlung im Juni 2009 stimmten zudem 95 Prozent der anwesenden Studenten gegen Ernst Moritz Arndt als Namenspatron.

Die studentische Initiative „Uni ohne Arndt“ wirft dem Freiheitskämpfer aus dem 19. Jahrhundert „dumpfen Rassismus, Aufruf zu Volkshass, völkischen Nationalismus und sich über ganze Kapitel erstreckenden Antisemitismus“ vor. Sie fordert eine Umbenennung der Universität.

Unterstützung erhält sie dabei vom Liedermacher Konstantin Wecker. Er rief diesen Monat in einem offenen Brief zum Namenswechsel auf. Auch der Historiker Hannes Heer wandte sich gegen Arndt. Heer geriet als Mitorganisator der ersten Wehrmachtsausstellung 1995-1999 in die Kritik, da zum Teil Bilder falsch zugeordnet wurden.

Die vom RCDS ins Leben gerufene „Arndt AG“ plädiert dagegen für den Erhalt des Namens. „Er ist ein fester Bestandteil unserer Geschichte, sowohl im Positiven, als auch im Negativen, wobei unserer Auffassung nach das Positive überwiegt“, heißt es in einer von der Initiative im November 2009 herausgegebenen „Infozeitung zur Urabstimmung.“

Bereits am 11. Dezember 2009 veranstaltet die Senatskommission in der Universitätsaula eine wissenschaftliche Anhörung zum Thema. Damals sprach sich unter anderem Prof. Dr. Karl-Ewald Tietz, Vorsitzender der Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft e. V., für die Beibehaltung des Namens aus: „Mit dem Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität wird sich immer eine – zugegeben unbequeme – Aufforderung zur Auseinandersetzung mit Person und Zeit verbinden. Aber Auseinandersetzung bedeutet zu lernen und zu reifen.“

 
ANZEIGE

Verwandte Themen

Rundbrief







Aufgepasst!

Banner

Umfrage

Das größte Problem in Deutschland ist ...
 
Die dringlichste Aufgabe der deutschen Konservativen ist ...