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„Für Verbraucher absolut inakzeptabel“: Facebook will Nutzerdaten öffentlich machen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Mittwoch, den 07. April 2010 um 10:24 Uhr

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit einem Ende ihrer Mitgliedschaft beim weltweit größten sozialen Netzwerk gedroht. „Facebook muss sicherstellen, dass die persönlichen Daten aller Mitglieder umfassend geschützt werden“, hieß es in dem von Spiegel Online am Montag veröffentlichten Brief. Hintergrund von Aigners Kritik sind die von Facebook angekündigten neuen Datenschutzrechtslinien.

Nutzer werden nicht über Änderungen informiert

Demnach könnten Arbeitnehmer beispielsweise ohne notwendige Zustimmung des Facebook-Nutzers dessen bei der Plattform eingetragene Daten einsehen. Außerdem wäre es trotz „privaten Modus“ auch möglich, die Freundschaftslisten einzelner Nutzer zu veröffentlichen. Facebook will auch Informationen über Browsertyp, Standort, IP-Adresse und besuchte Seiten der Nutzer sammeln und gegebenenfalls veröffentlichen.

Das Projekt „Surfer haben Rechte“ der bundesweiten „Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.“ warnt: „Die meisten Nutzer bekommen davon jedoch nichts mit. Nicht alle der Regelungen sind neu, aber alle sind höchst problematisch.“ Denn Facebook will angemeldete Nutzer vorab nicht über Änderungen der Datenschutzrechtslinien informieren.

Die Verbraucherzentrale findet das rechtswidrig und betont: „Die geplanten Datenschutzbedingungen sind für Verbraucher absolut inakzeptabel.“ Aigner kündigte an: „Sollte Facebook nicht bereit sein, seine Firmenpolitik zu ändern und die eklatanten Missstände zu beheben, sehe ich mich gezwungen, meine Mitgliedschaft zu beenden.“

Letzte Woche waren versehentlich für eine halbe Stunde die E-Mailadressen aller 400 Millionen Facebook-Nutzer öffentlich einsehbar. Schon Anfang März stand Zuckerberg in der Kritik. In der Gründungsphase von Facebook soll er 2004 laut Berichten des US-Magazins „Business Insider“ E-Mail-Konten von Konkurrenten gehackt haben.

 
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