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Gegen Lizenzrechte verstoßen: YouTube soll Musikvideos löschen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Dienstag, den 11. Mai 2010 um 10:47 Uhr

Die deutsche Musikautorengesellschaft GEMA hat die Verhandlungen mit YouTube abgebrochen. „Das Problem der illegalen Nutzung ist durch das Internet mittlerweile ein internationales. Plattformen wie Youtube sind nicht national beschränkt“, erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Harald Heker. Die GEMA fordert nun zusammen mit acht weiteren Musikautorengesellschaften die Löschung der rund 600 der seit dem 1. April 2009 illegal genutzten Musikvideos. US-amerikanische, französische und italienische Gesellschaften unterstützen sie dabei.

Allianz gegen YouTube vertritt weltweit etwa 60 Prozent der Musikrechte

Bei den 600 Videos dürfte es also nicht bleiben. „Wir müssen weltweit agieren und haben uns mit acht weiteren Musikautorengesellschaften zu einer Allianz zusammengeschlossen. Gemeinsam repräsentiert dieser internationale Verbund etwa 60 Prozent des Weltrepertoires“ an Musik, betonte Heker. Es gehe der GEMA nicht um eine Löschung der Videos, sondern um eine angemessene Vergütung. Da YouTube zugleich Werbeeinnahmen über sein Portal und die dort gezeigten Musikvideos generiere, müssten die Künstler eine angemessene Vergütung bekommen.

Bei YouTube heißt es: „Wir kontrollieren die Inhalte auf unserer Seite nicht. Sämtliche Inhalte auf YouTube, also auch Videos, Kommentare und Bewertungen, werden von den Nutzern gepostet.“ Im April 2009 behauptete das Videoportal, die GEMA verlange pro Abruf des Videos eines GEMA-Mitglied zukünftig 12 Cent. YouTube-Manager Patrick Walker teilte mit, dies sei fünfzigmal höher, als die in Großbritannien mit der dortigen Verwertungs-Gesellschaft getroffene Vereinbarung.

Die GEMA dementierte damals den Vorwurf und behauptete, lediglich einen Cent gefordert zu haben. Schon damals deutete sich das Scheitern der Verhandlungen an. Die GEMA vertritt weltweit die Lizenzrechte von über einer Million Komponisten, Textautoren und Musikverlegern. Die abgebrochenen Verhandlungen mit YouTube repräsentieren dabei nur einen Teil der durch das Web 2.0 schwammig gewordenen Lizenzrechte. In Leipzig etwa wollen Grüne und FDP „Google Street View“ das Filmen öffentlicher Gebäude und Liegenschaften sowie zuordnungsfähigen Eigentums verbieten.

 
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