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„Everybody Draw Mohammed Day“: Pakistanische Anwälte reagieren und gründen eigenes Facebook PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Freitag, den 28. Mai 2010 um 11:27 Uhr

Pakistanische Anwälte haben diese Woche ein muslimisches Netzwerk namens www.millatfacebook.com gegründet. Damit reagierten sie auf Proteste der islamischen Welt gegen Facebook, Twitter und Youtube. Den Auftakt bildete ein Profil auf Facebook, das zur Zeichnung von Mohammed-Karikaturen aufrief. „Wenn jemand Blasphemie gegen unseren Propheten Mohammed übt, dann werden wir zu seinen Konkurrenten und fügen ihm enormen wirtschaftlichen Schaden zu“, erklärte heute ein Sprecher von millatfacebook.com. Design, Konzept und Farbgebung wurden von Facebook kopiert.

Der Anlass: ein Karrikaturenwettstreit bei Facebook

Der muslimischen Plattform können nach Angaben der Betreiber auch Andersgläubige beitreten. Die amerikanische Karikaturistin Molly Norris hatte angeblich dazu aufgerufen am 20. Mai Bilder des Propheten Mohammed zu malen und auf Facebook zu veröffentlichen. Doch die Aktion „Everybody Draw Mohammed Day“ verletzt das islamische Verbot, den Propheten abzubilden. Über 14.000 Nutzer sollen bereits am Mittwoch ihre Teilnahme bestätigt haben. Zudem seien bereits Zeichnungen eingereicht worden.

Anlass dazu waren die Drohungen von Islamisten gegen den US-amerikanischen Sender Comedy Central. Vom Facebook-Auftritt distanzierte sich Norris jedoch. Betreiber des Profils seien zwei Männer. Sie selbst hätte lediglich einen Cartoon zum Thema gezeichnet. Ein Malwettbewerb sei damit nicht beabsichtigt gewesen.

Vergangene Woche erließ der Oberste Gerichtshof in Pakistans zweitgrößter Stadt, Lahore, ein Verbot von 450 Seiten, darunter die Plattformen Facebook, Youtube und Wikipedia. Der Erlass wurde gestern wieder aufgehoben. Einzelne Auftritte mit „blasphemischen Inhalt“ sollen jedoch weiterhin unzugänglich bleiben.

Zur Ruhe kommen dürfte Pakistan trotzdem nicht. Heute wurde bekannt, dass Taliban-Milizen in Lahore zwei Moscheen einer muslimischen Minderheit überfallen haben. Dabei sind mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen.

 
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