Startseite Aktuelles RCQT-Designer Rodrigo Diaz: „Die Adressaten unserer Botschaft sind nicht Angehörige fremder Völkerschaften sondern eingeborene Multikulti-Volksverräter“
RCQT-Designer Rodrigo Diaz: „Die Adressaten unserer Botschaft sind nicht Angehörige fremder Völkerschaften sondern eingeborene Multikulti-Volksverräter“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Freitag, den 05. November 2010 um 16:18 Uhr

RCQTFast zwei Meter ist der gebürtige Spanier Rodrigo Diaz groß. Wir sehen ihn sofort, als wir uns mit ihm an diesem warmen Herbstabend in einer schäbigen Kreuzberger Kneipe treffen. Er trägt einen Strohhut, noch immer Sandaletten, weite Jeans und so ein T-Shirt mit der Aufschrift „Pro Abendland“. Seine Geliebte, die er mitgebracht hat, ist schöner als alle anderen Frauen in diesem Lokal zusammengenommen. Aber wir sind nicht hergekommen, um einen Schönheitswettbewerb durchzuführen. Rodrigo Diaz ist Designer des Modelabels RCQT. Was er mit seiner Formsprache ausdrücken möchte, erklärte er uns bei einem schlechten „Green Poison“ (in Fachkreisen: „Joschka Fischer“).

BlaueNarzisse.de: Guten Abend, Rodrigo. Wie bist Du zum Reconquista-Projekt gekommen?

Rodrigo Diaz: Ich habe den alten Betreiber vor zirka zwei Jahren bei einer Grafiker-Weiterbildung in Berlin getroffen. Er warf mir vor, meinen angeblichen Adelstitel „de vivar“ zu unterschlagen, worauf ich erklärte, daß mein Name im Latino-Raum wohl so häufig vorkommt wie z. B. Niko Meier und Kevin Schmidt in Deutschland. Nachdem wir auch noch feststellten, beide Leser einer bestimmten Berliner Wochenzeitung zu sein, RCQTrückte er mit der Geschichte über seinen dichtgemachten Spreadshirt-Laden heraus und fragte mich dann, ob ich nicht Lust und Zeit hätte, das Projekt zumindest zeitweise zu übernehmen.

Welche Kleidung hast Du mit 20 Jahren getragen?

Enge T-Shirts und weite Baumwollpullis, Chinos und Jeans, alles schwarz, oliv, khaki und dergleichen. Meine Lieblingsstücke waren die mitgenommenen Armee-T-Shirts.

Welche Zielgruppe soll mit der RCQT-Kleidung überhaupt angesprochen werden?

Natürlich alles, was rechts ist, insbesondere Leute mit Hang zu unterschwelliger Provokation und dezent humorvollem Protest in der Öffentlichkeit. Zunehmend kaufen auch Leute bei uns, deren Sichtweise auf unser Land sich gerade ändert und die das auch nach außen zeigen wollen – Sarrazin und Stuttgart 21 lassen grüßen. Diese neue Käuferschicht wollen wir neben den klassischen RCQT-Kunden verstärkt erreichen.

Glaubst Du, die Motive sind leicht zu verstehen?

Einige Motive, wie z.B. SARRAZINATION oder EIN RING UNS ZU KNECHTEN, halte ich aufgrund der Aktualität für allgemein verständlich. Andere, wie DEUS VULT, CANOSSANIX und I APE A DREAM erfordern schon etwas historisches Verständnis, welches über das, was bei heutigem Abitur üblicherweise hängenbleibt, hinausgeht. UMGEVOLKT verstehen eher die Kenner westdeutscher Metropolen.

Eine gewisse intellektuelle Hürde ist auch gewollt, so fühlen sich in Mensa, Fußgängerzone oder Szenekneipe vor allem die angesprochen, welche sich mit der Thematik ebenso beschäftigen wie der Träger. Sympathisanten und natürlich Gegner, die angesprochen bzw. provoziert werden sollen, während Unbeteiligte des psychologischen Vorbürgerkriegs verschont bleiben und wenn überhaupt, nur unterschwellig etwas mitbekommen. Wenn ich also Antifanten in der Kneipenmeile ärgern will, ziehe ich das Motiv REAKTION an. Das kapieren die Zivilisten kaum, so können Kollateralschäden (kein Bier für Nazis o.ä.) vermieden werden.

Ist es überhaupt nötig, politische Ansichten über Markenprodukte nach außen zu tragen?

Da die offiziellen Protestmöglichkeiten für unsere Zunft immer weiter eingeschränkt werden, sollte man sich als Ersatz für die eingeschränkten Grundrechte alternative Formen suchen. Guerillamarketing, wie es RCQT anbietet, ist eine davon. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Signalwirkung in der Öffentlichkeit auf Gleichgesinnte.

Bist Du vielleicht Markenfetischist?

Bis vor einigen Jahren kannte ich mich in der Welt von Marken-Schnickschnack und Firlefanz rein gar nicht aus. Daß aus RCQT nun eine Marke geworden ist, war ein gemeinsamer Beschluß mit der Betreiberfirma. Das gehört zu den Regeln, die man einhalten sollte, wenn man am Markt mitspielen will.

Ich könnte mir vorstellen jemand mit Kordhose und kariertem Hemd könnte den gleichen Inhalt verkörpern, nur vielleicht sogar seriöser und „konservativer“.

Ich persönlich bin ja auch eher der Manufactum-Fan. Als Guerillero sollte man besser beides draufhaben, hier eleganter Gentleman und dort schneidiger Provokateur. In eine interessante Diskussion kommt man mit unserer Kleidung garantiert schnell.

Wofür steht Reconquista, welche Bedeutung hat das Logo?

Der Begriff der Reconquista steht ohne Wenn und Aber für Rückeroberung. Wir verstehen darunter unseren bescheidenen Beitrag zur Zurückgewinnung umstrittenen oder verlorenen Territoriums im Sinne von Gramscis Idee der kulturellen Hegemonie. Das Logo, welches den Originalentwurf Schinkels neu interpretiert, erklärt sich von selbst.

Gibt es ein spezielles Ziel, welches Du mit dem Kleidungsprojekt verfolgst?

Ja, und zwar: Propaganda, Zuspitzung und Polarisierung! Die Verbreitung von Bildern und Slogans. Störung der öffentlichen Ordnung, was man uns sogar ganz offiziell und schriftlich bestätigt. Provokation der politischen Klasse, Verärgerung der sogenannten Zivilgesellschaft, auch hart an der RCQTGrenze von Legalität und Geschmack, sowie Subversion und Lächerlichmachung gegnerischer zivilreligiöser Ikonen und ideologischer Dogmen. Zündeln an der Friedhofsruhe.

Glaubst Du nicht, es würde eins auf die Mütze geben, wenn jemand mit einem der etwas provokativeren Motive beispielsweise hier durch Kreuzberg läuft?

Hier wahrscheinlich kaum, da die momentane Mehrheitsbevölkerung unsere Inhalte sowieso nicht versteht. Eher schon in Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Die Adressaten unserer Botschaft sind ja nicht Mohren sondern Whigger oder Weiße Massais, nicht Juden sondern Philosemiten und Stolpersteinverleger, nicht Angehörige fremder Völkerschaften sondern eingeborene Multikulti-Volksverräter. Persönlich würde es mir leidtun, wenn unsere Kunden körperlichen Schaden nehmen, aber ich gehe davon aus, daß ihnen klar ist: wo gehobelt wird, können auch Späne fallen … Dafür bekommt man in Lichtenberg oder Hellersdorf auch schon mal das eine und andere Bier spendiert.

Wird es weitere Motive geben?

Wir haben in letzter Zeit sechs neue Motive an den Start gebracht, weitere etwa zwanzig befinden sich zur Zeit auf verschiedenen Entwurfsstufen in unserer Entwicklungsabteilung. Also immer mal wieder unsere Seite besuchen.

Bist Du mit der bisherigen Entwicklung des Projekts zufrieden?

Daß wir im Mai dieses Jahres den Neustart von RCQT erreichen konnten, ist ein Grund zur Freude. Die Reaktionen von Freund und Feind haben uns gezeigt, daß wir auf dem richtigen Weg sind. Unsere Motivideen werden durch andere aufgegriffen und weiterverbreitet. Der Feschismus kommt in die Mitte der Gesellschaft!

Rodrigo, vielen Dank für das Gespräch! Allen unseren Lesern empfehlen wir einen Besuch im Onlineshop von RCQT!

 
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