Startseite Aktuelles „Die CDU wird bei der nächsten Bundestagswahl zum letzten Mal über 15 % der Stimmen erhalten.“
„Die CDU wird bei der nächsten Bundestagswahl zum letzten Mal über 15 % der Stimmen erhalten.“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Sonntag, den 14. November 2010 um 18:19 Uhr

Angela MerkelKonservative CDU-Kritiker zu finden, ist derzeit nun wirklich nicht schwer. Anlässlich des CDU-Parteitages sprachen wir mit einem, der es schon lange satt hat mit der letzten verbliebenen Volkspartei. Rolf Lindner hat seinen Unmut vor einigen Wochen nun auch mit einer Netzseite öffentlich gemacht. CDU-Countdown.net fragt Internetnutzer, wann die Partei erstmals unter 15 Prozent rutscht. BlaueNarzisse.de sprach mit Lindner über den Zustand der CDU, die Chancen einer konservativen Wende und die Rolle der Medien dabei.

BlaueNarzisse.de: Die CDU unter 15 % – ist das nicht eine etwas gewagte Prognose für eine Partei, die gegenwärtig die Kanzlerin stellt?

Rolf Lindner: Die CDU hat sich bereits unter Kohl, Geißler und Süßmuth zu einer politisch völlig überflüssigen Kopie der SPD entwickelt und ist heute nur an der Macht, da sie es bisher geschickt verstanden hat, bürgerlichen Wählern einen Pseudo-Konservativismus vorzugaukeln. Tatsächlich ist das konservative Bürgertum in Deutschland seit langem politisch heimatlos und wird sich deshalb in absehbarer Zeit wieder eine politische Heimat schaffen. Das ist der natürliche Werdegang der Politik in einer Demokratie. Und eine neue konservative Kraft wird vor allem der CDU Stimmen nehmen.

Es hat in den vergangenen Jahren in Deutschland viele Versuche gegeben, neue konservative Strukturen jenseits der CDU aufzubauen, ganz aktuell beispielsweise „Die Freiheit“ von René Stadtkewitz. All diese Initiativen sind bisher gescheitert. Wieso sollte dies in Zukunft anders sein?

Alle konservativen Initiativen sind bisher in Deutschland gescheitert, weil ein eingespieltes Machtkartell in Politik und Medien den Wähler systematisch manipuliert und ihm wichtige Informationen gezielt vorenthalten hat. Denken Sie beispielsweise an die staatliche Einwanderungspolitik: die dramatischen Folgen dieser wurden über Jahre vorsätzlich totgeschwiegen und kommen jetzt nur deshalb langsam auf den Tisch, weil die skandalösen Folgen dieser Politik kaum noch zu vertuschen sind.

Das bisherige Medienmonopol des politischen Kartells gerät aber durch das Internet zusehends ins Wanken. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen der staatlichen Propaganda und der im Alltag erlebten Realität der „kulturellen Bereicherung“. Wir werden deshalb am Ende denselben Prozess erleben wie in der DDR: genau wie die Menschen eines Tages den Versprechungen des real existierenden Sozialismus nicht mehr geglaubt haben, werden sie eines Tages den Versprechungen des real existierenden Multikulturalismus nicht mehr glauben. Und sie werden auch den für die Missstände verantwortlichen Machtinhabern nichts mehr glauben, einschließlich der mitverantwortlichen CDU. Das ist nur eine Frage der Zeit.

Könnte die CDU ihre bürgerlichen Wähler nicht wieder an sich binden, indem sie sich reformiert und zu einem glaubwürdigen konservativen Profil zurückfindet?

Die CDU ist zu tief in die Politik der vergangenen 40 Jahre verstrickt. Diese Partei hat ihre Glaubwürdigkeit für immer verspielt.

Sie kritisieren auf Ihrer Webseite auch die Mitbeteiligung der CDU an der „chaotischen“ Bildungspolitik der vergangenen Jahrzehnte. Stand nicht gerade die CDU bisher als letzter Garant für die klassische deutsche Schulbildung, z.B. das bewährte dreigliedrige Schulsystem?

Die CDU hat in den letzten Jahren alles mitgemacht, was von linker Seite jemals gefordert wurde. Das gilt auch für das Bildungssystem. Dass die Bundesrepublik der erste deutsche Staat seit 300 Jahren ist, in dem die Analphabetenquote steigt, ist eine politische Bankrotterklärung für die gesamte politische Klasse, und die CDU ist fester Bestandteil dieser Klasse.

Ihre Webseite endet mit dem Aufruf „Es wird Zeit für einen konservativ-bürgerlichen Neuanfang“. Was bedeutet „konservativ-bürgerlich“?

Konservativ heißt, für die Bewahrung des Bewährten einzutreten. Bürgerlich steht für Freiheitlichkeit und Selbstbestimmung sowohl des Einzelnen als auch der Nation. Konservativ-bürgerlich ist also der politische Gegenentwurf zur linken Ideologie mit ihrer Lust an kultureller Selbstzerstörung, persönlicher Verantwortungslosigkeit und weltfremder Tagträumerei.

Die aktuelle Abstimmung zeigt noch etwa 5 Jahre Restzeit, bis die CDU unter 15% fällt. Was ist Ihre persönliche Prognose?

Die CDU wird bei der nächsten Bundestagswahl zum letzten Mal über 15% der Stimmen erhalten und danach nie wieder.

Herr Lindner, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Mehr über das Projekt von Lindner: http://www.cdu-countdown.net/

 
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