Startseite Aktuelles „Das Schöne ist zwar etwas, das uns geschenkt wird, aber wir müssen es uns trotzdem erst erarbeiten.“
„Das Schöne ist zwar etwas, das uns geschenkt wird, aber wir müssen es uns trotzdem erst erarbeiten.“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Sonntag, den 05. Dezember 2010 um 20:49 Uhr

Prof. Michael StahlDr. Michael Stahl ist seit 1991 Professor für Alte Geschichte an der TU Darmstadt. 2008 zeigte er in seinem Buch Botschaften des Schönen an zwölf Beispielen aus unterschiedlichen Lebensbereichen, wie wir heute die griechisch-römische Kultur des Altertums neu entdecken und aus der Überlieferung lernen könnten. Im Gespräch mit BlaueNarzisse.de erläutert er das Gedicht „Archaischer Torso Apollos“ von Rainer Maria Rilke, das Programm einer „Schöpferischen Restauration“ sowie seine Überlegungen zur Situation der Bildung, Kunst und Kultur in der Gegenwart.

BlaueNarzisse.de: Wie schätzen Sie den heutigen Umgang mit Kunst und Kultur ein? Insbesondere im Hinblick auf junge Menschen, etwa Ihre Studenten?

Prof. Michael Stahl: Ich glaube, es gibt ein großes Bedürfnis danach, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Das habe ich immer wieder beobachtet. Ich habe beispielsweise in meinem einführenden Seminar seit vielen Jahren einen festen Bestandteil und der heißt: Museumsbesuch. Ich gehe – je nach Thema: einmal griechische, einmal römische Geschichte – mit den Studenten ins Museum. Meine Erfahrung damit und das, was ich aus den Rückmeldungen entnehmen kann, ist, daß das außerordentlich gut ankommt – nicht nur, weil man einmal den Hörsaal verläßt, sondern vor allem weil das Bedürfnis besteht, sich mit den Zeugnissen der griechischen und römischen Kultur intensiv auseinanderzusetzen. Manche lassen sich auch spontan von der Schönheit des Gesehenen ansprechen.

Jemand, der sich auch beim Anblick von Plastiken – und zwar einer ganz bestimmten – veranlaßt sah, sogar ein Gedicht darüber zu schreiben, war Rainer Maria Rilke. Er hat dieses berühmte Gedicht „Archaischer Torso Apollos“ geschrieben. Dies endet ziemlich abrupt mit der Aufforderung „Du mußt dein Leben ändern“. Wie interpretieren Sie diesen Vers?

Man muß ein bißchen früher ansetzen. Insofern weitet sich die Betrachtung etwas aus. Das Gedicht heißt „Archaischer Torso Apollos“ und alle drei Bestandteile dieses Titels sollte man für sich genommen analysieren. Das Wort „archaisch“ zunächst: Das Gedicht ist 1908 entstanden, als Rilke in Paris gewesen ist und er hat die Statue auch im Louvre gesehen. Daß er das als „archaisch“ qualifiziert, ist das erste ganz Erstaunliche in diesem Gedicht, denn das Wort „archaisch“ ist von der Tradition seines Gebrauchs im 18./19. Jahrhundert her eigentlich zunächst sehr pejorativ. Es bezeichnet etwas, das noch nicht ausgereift und vollendet ist, also etwas Unvollkommenes. Das ist eine Entdeckung, die Rilke hier macht, indem er das Archaische als etwas mit Eigenwert, mit einem eigenständigen Kunstwert zunächst einmal feststellt. Das hängt mit der Zeit um den Ersten Weltkrieg zusammen. Rilke ist einer der ersten, der hier für die griechische Kunst etwas Neues entdeckt hat. Er sah, daß nicht nur das, was bisher normgebend war, einen beeindrucken kann, sondern daß es eben auch etwas gibt, das darüber hinaus geht und das bezeichnet er als archaisch.

Das hat sich dann fortgesetzt und wir haben in den 1920er-Jahren erstmals die Entdeckung des Archaischen als einer eigenen Epoche. Das ist auch wichtig für das Verständnis des Schlußsatzes, der zeigt, daß hier ein neues Kunsterlebnis angesprochen wird, das die klassizistische Kunst, die noch in der wilhelminischen Zeit in verschiedenen Varianten gängig war, überwindet. Damit wird die Antike im Grunde in eine ganz neue Beleuchtung gestellt. Sicherlich ist das angeregt durch die zeitgenössische Kunstentwicklung – der Kubismus, der entsteht, manches an Primitivismus in der Kunst. Das sind die Anfänge der Modernen Kunst. Rilke war Privatsekretär des Bildhauers Rodin in Paris in den Jahren 1905/06 und hat dort sicherlich die Inspiration für diese neue Sichtweise gefunden.

Das berührt sich mit dem zweiten Begriff: Torso. Dieser ist positiv gemeint. Bis dahin war er eher als etwas Negatives zu verstehen, nämlich als etwas Unvollkommenes und Beschädigtes. Torso meint aber aus Rilkes Sicht die Konzentration auf das Wesentliche. Diese Sicht berührt sich mit dem, was Rodin als Bildhauer schon gemacht hat.

Kommen wir schließlich zum letzten Begriff: Apollo. Das ist nun aus der heutigen Sicht etwas in Frage zu stellen. Man hat diese Art von Figuren als Apollo-Figuren bezeichnet, eigentlich ist eine solche Titelbenennung aber nicht möglich. Die Figur stammt aus dem Theater der kleinasiatischen Stadt Milet und ist etwa um 470 zu datieren. Sie gehört also der sogenannten frühklassischen Kunst an und stellt einen Idealtypus einer jugendlichen, männlichen Figur dar, die schon zu dem damaligen Zeitpunkt eine etwa 100jährige Tradition hatte in der griechischen Kunst. Wir sprechen in dem Zusammenhang von Kouroi, also den jungen Männern, die als Idealtypus dargestellt werden.

Das muß man vorwegschicken, um zu verstehen, worum es in diesem Gedicht überhaupt geht. Es ist eine neue Sicht der Kunst. Es ist das Fragmentarische als Konzentration auf das Wesentliche und es ist der Kouros, der in der griechischen Kunst durch seine Körperlichkeit und Leiblichkeit besonders gelebt hat. Genau auf den Punkt zielt nun auch Rilkes Betrachtungsweise. Es ist der Körper – die Präsenz des Körpers –, die ihm am Wesentlichsten ist und von dem aus die entscheidende Botschaft kommt: „Da ist keine Stelle, / die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.“

Rilke trifft damit einerseits auch etwas am Griechischen – es ist nicht bloße Projektion, aber er nimmt das, was er da sieht, in einer ganz spezifischen Weise auf, indem er dem Kunstwerk ein Eigenleben zuspricht.

Wie verhält sich denn dieses Eigenleben, das Sie gerade angesprochen haben, zu dem Programm der „Schöpferischen Restauration“. Dieses Programm wurde ja ausgerufen von Rudolf Borchardt, der ja bekennend kein besonders großer Freund von Rilke war?

Ja, das ist ganz interessant, daß sich das gleichwohl ganz eng berührt. Ich möchte noch einmal auf das Gedicht kurz eingehen. Das Kunstwerk selbst übt also eine Tätigkeit dem Betrachter gegenüber aus. Rilke formuliert es auch so: der „Torso glüht“, er schaut, er glänzt, er blendet, er lächelt, er bricht aus. Also vom Kunstwerk selbst geht die Aktivität aus. Es geht ein Appell aus. Das Medium dafür ist der Körper. In der Schönheit des Körpers, in seiner konkreten Gestalt, also nicht in einem philosophischen System, sondern in dem So-Sein des Dings, das Rilke hier anschaut – in dem unmittelbar Materiellen liegt die Aufforderung zur Änderung des Lebens. Das bedeutet aber insbesondere auch, daß sich diese Aufforderung an den ganzen Menschen richtet. Leib und Seele sind gleichermaßen betroffen. Auch fällt auf, daß es keinen Katalog gibt, der hier bestimmte Tugenden verkünden würde. Es ist als ein allgemeiner Anspruch zu verstehen – einer, der an den Betrachter gerichtet wird, eine bestimmte Haltung einzunehmen.

An dieser Stelle kann man jetzt die Verbindung zu Borchardt herstellen. Die Haltung besteht nämlich darin, sich dauernd auseinanderzusetzen mit dem eigenen Leben und bereit zu sein, dieses Leben zu ändern und sich zu wandeln. Diese Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben geschieht in der Begegnung mit diesem Zeugnis der Kunst und der kulturellen Tradition. Das heißt, was Rilke hier formuliert, ist eigentlich das Gleiche, was im deutschen Idealismus etwa von Schiller in seinen Briefen zur ästhetischen Erziehung schon zur Sprache gebracht wurde, nämlich die Selbsterziehung als Bildungsprozeß aufzunehmen, dadurch, daß man sich an den Beständen der Tradition abarbeitet. Genau dieses ist es, was Borchardt mit dem Begriff der „Schöpferischen Restauration“ auch meint. Sein Blick richtet sich dabei auf die nicht verwirklichten Zukünfte in der Vergangenheit.

Der Philosoph Peter Sloterdijk hat seinem letzten umfangreichen Buch den Titel „Du mußt dein Leben ändern“ gegeben. Er interpretiert diesen Satz letztendlich als „Aufschwünge ins Übergewöhnliche“. Der Mensch solle sich also aus dem Gewöhnlichen herauskatapultieren. Übertrifft er damit sogar noch den Anspruch, der von Rilke und Borchardt formuliert wurde?

Ich denke schon, daß der Anspruch bei Rilke wie bei Borchardt sehr, sehr hoch ist. Borchardt schreibt an einer Stelle in seiner Rede, die er über die „Schöpferische Restauration“ gehalten hat, daß es ein solches Programm seit den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts nicht mehr gegeben hätte. Der Anspruch ist also schon sehr hoch.

Der Begriff des „Aufschwungs“, den Sloterdijk benutzt, gefällt mir aber auch sehr gut. Bildung besteht in der Tat darin, daß man sich aufschwingt, daß man Abstand nimmt von den prosaischen Zwecken des Alltags, auch von den konkreten ökonomischen Zwängen sich frei macht und sich aufschwingt zu dem, was man vielleicht das „Leben des Geistes“ nennen könnte.

Auf der anderen Seite glaube ich, daß Sloterdijk hinter dem Anspruch des deutschen Idealismus zurückbleibt, indem er diese Aufschwünge auf reines Exerzitium – also auf Übung – beschränkt.

Ist dieser Anspruch denn womöglich von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil er zu hoch gegriffen ist?

Man legt nicht den richtigen Maßstab an, wenn man es an der Frage mißt, inwieweit dieser hohe Anspruch und dieses Programm nun in der Realität des Alltagslebens eins zu eins umzusetzen ist. Das „Leben des Geistes“ bedeutet immer den Bezug zu Ideen. Es bedeutet, idealistisch zu denken, also eine geistige Aufgabe. Damit bewegt man sich auf einer anderen Ebene jenseits des Konkreten und Pragmatischen. Diese Metaebene darf man nicht daran messen, inwieweit sie sich realisiert.

Nehmen wir ein Beispiel: Das, was sich politisch aus dem Programm des deutschen Idealismus im Rahmen der Preußischen Reformen umsetzen sollte, waren großartige Gedanken des Freiherrn vom Stein und von Wilhelm von Humboldt, die auch auf praktische Politik zielten. Aber das hat sich dann wiederum relativ rasch in eine interessegeleitete und machtpolitisch beeinflußte Situation verwandelt und es ist nicht sehr viel übrig geblieben davon. Das Gymnasium ist, je länger es existierte, zu einer völlig starren und lebensfernen Institution geworden. Die Ideen, auch die von Humboldt, leben aber immer weiter, und es spricht nicht gegen ihre Wahrheit, wenn sie nicht perfekt verwirklicht werden. Zum Scheitern verurteilt sind sie deshalb nicht. Sie sind nur dann zum Scheitern verurteilt, wenn sie bereits in ihrem Aufbau und Gehalt Fehler aufweisen.

Wie kann denn ein junger Student, Mitte 20, gerade im Bachelor-Studium, so ein Programm zur ästhetischen Erziehung für sich selbst angehen?

Als erstes würde ich ihm raten, zu prüfen, wo er bei sich selbst ansetzen kann. Also dies nicht von anderen erwarten, sondern zunächst einmal an die eigene Nase zu greifen und zu sehen, wo sind meine Möglichkeiten und Fähigkeiten. Diese sind ja bei jedem unterschiedlich ausgeprägt, auch in der Intensität der Möglichkeit. Wir haben also von vornherein Differenzierungen. Das ist ganz klar.

Dennoch kann sich jeder auf den Weg machen. Humboldt hat gesagt, es sei besser, jemand kommt nach der Schullaufbahn nach nicht allzu vielen Jahren heraus und er hat ein Weniges vom Griechischen gehört und wird nachher Schreiner, als wenn er gar nichts davon gehört hätte. Das heißt, das Ziel darf nicht zu hoch gesteckt werden am Anfang.

Man muß bei sich selbst beginnen. Natürlich sind die Rahmenbedingungen katastrophal. Das ist gar keine Frage. Um das aber überhaupt merken zu können, muß man das Andere kennen. Ich kann also keinem jungen Menschen raten: „Höre auf mit deinem Studium! Mache irgend etwas anderes, wandere aus, zieh dich völlig aus der Welt zurück!“ Das wäre bestimmt nicht zweckdienlich. Man muß durch dieses Studium durch, aber man sollte sich einen Studienplatz und Möglichkeiten suchen, dort Freiräume zu haben, um für sich selbst auch Bildung zu erwerben.

Man sollte sich aber auf keinen Fall zufrieden geben mit dem, was einem angeboten wird. Im Gegenteil: Dagegen kann man ruhig auch aufbegehren.

Sie sprachen die katastrophalen Rahmenbedingungen an. Was meinen Sie damit konkret?

Ich meine damit – Sie hatten ja selbst in Ihrer Frage darauf angespielt – die heutigen Studienbedingungen von ihrer strukturellen Seite her genauso wie von ihrer materiellen Seite. Strukturell eben das Bachelor-/Master-System, das tendenziell das Studium vollkommen verschult. Dennoch gibt es noch die konkrete einzelne Lehrveranstaltung, bei der man hinter sich die Tür zumachen kann und entsprechend arbeiten kann. Von der materiellen Seite her ist es katastrophal, weil die Ausstattung der Universitäten hanebüchen ist. Es wird zwar viel Geld verbraten, aber häufig an der falschen Stelle.

Wie wichtig das Äußere und die Form ist – und da sind wir sozusagen wieder bei unserem vorherigen Thema –, das kann man an konkreten Beispielen schön zeigen. Nehmen wir die Universität Frankfurt, deren geisteswissenschaftliche Fächer über Jahrzehnte hinweg geradezu in einem Slum überleben mußten und dies auch bewundernswert gemeistert haben. Seitdem sie vor fünf, sechs Jahren in diesen wunderbaren Bau der IG Farben umgezogen sind, wirkt sich dieser äußere Rahmen auch auf die Leistungsfähigkeit dieser Fächer dort deutlich merkbar aus. Und was ein schöner Beweis für meine These ist: Dieser offenbar von den meisten als schön empfundene Rahmen wird respektiert, man findet keine Schmierereien oder Vandalismus. Frankfurt steht heute in den Geisteswissenschaften mit ganz oben.

Sie haben gerade die Kargheit der heutigen Bildungsinstitutionen beschrieben. Kommen wir aber noch einmal zurück zur Kunst: Heute herrscht weitestgehend unwidersprochen ein l´art pour l´art-Verständnis, das ebenfalls eine Dürftigkeit bezogen auf den ideellen Geltungsdrang aufweist. Sorgen alle diese Phänomene – also die schlechten Bedingungen für Bildung, der Dekonstruktivismus in der postmodernen Kunst und vieles mehr – dafür, daß heutzutage gar keine „Botschaften des Schönen“ mehr von den Institutionen verbreitet werden?

Ich würde das nicht generell sagen, aber natürlich haben Sie recht, daß ein großer Teil dessen, was sich heute Kunst nennt, eine demonstrative Häßlichkeit zur Schau stellt. Nun kann man auch darin einen Sinn finden: Wenn man sagt, dies ist Protest gegen die Häßlichkeit unserer modernen Umwelt, dann habe ich dafür viel Verständnis. Freilich geht es häufig eben nicht darüber hinaus. Man müßte neben der Demonstration von Häßlichkeit auch Ansatzpunkte für die Alternative, für das Schöne setzen. Wenn man diesen Schritt allerdings wagt, ist man ganz zwangsläufig auf der Seite einer Kritik an der Moderne, die eben so von vielen nicht gewünscht wird.

Welche Botschaften des Schönen gebe es denn wiederzuentdecken?

Das Schöne kann sich in allen möglichen Lebensbereichen äußern. Da ist nicht nur die Kunst. Also auch eine gelungene Unternehmenskultur in einem mittelständigen Unternehmen ist etwas Schönes, wenn man beobachten kann, wie die Dinge ineinandergreifen, wie Hierarchien noch akzeptiert werden und funktionieren – da kann man darin etwas Schönes sehen.

Kirchenrituale können etwas Schönes sein. Also es gibt sehr vieles, was man mit dem Begriff des Schönen bezeichnen kann. Ich möchte das Schöne erläutern mit dem Begriff des Ereignisses. Das Schöne ist ein Ereignis. Der Begriff stammt von Gerhard Nebel, einem heute weitgehend vergessenen Philosophen und Philologen. Unter anderem hat er ein Buch mit dem Titel „Das Ereignis des Schönen“ geschrieben. Dort macht Nebel klar, daß das Schöne der Einbruch des Transzendentalen in unseren Alltag ist. Also alle schönen Formen, alle schönen Gestaltungen – auch von menschlichen Beziehungen – haben diese Tiefendimension des Transzendentalen und wenn Sie so wollen, des Göttlichen. Hier ist auch das Problem bei Sloterdijk, daß er das nicht anerkennen will. Dieses Schöne als ein Ereignis, als einen Einbruch zu verstehen, macht es auch unterscheidbar vom oberflächlich Schönen. Denken Sie etwa an die Werbung oder die Warenwelt. Schauen Sie sich unsere Autos an. Das ist reiner Oberflächenschein, der nicht wirklich der Vorschein eines Gelungenen und Vollkommenen ist.

Insofern gibt es dafür dann genug Beispiele. Es ist aber immer auf diesen Unterschied zu achten: einerseits der schöne Schein, der leicht daherkommt und konsumierbar erscheint, und andererseits das wirklich Schöne, in dem sich die Transzendenz offenbart. Dies ist etwas, das Mühe bereitet, was oft auch nicht auf den ersten Blick zugänglich erscheint. Das ist ein Kriterium, das ich für sehr wichtig halte. Das Schöne ist zwar etwas, das uns geschenkt wird, aber wir müssen es uns trotzdem erst erarbeiten. Dazu bedarf es der Anstrengung. Deshalb hängt es auch eng mit der Bildung zusammen.

Herr Prof. Stahl, vielen Dank für das Gespräch!

 
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