Startseite Aktuelles Josef Kraus im Interview: „Die Verbesserung bei der PISA-Studie steht in keinem Zusammenhang mit dem Ausbau von Ganztagsschulen.“
Josef Kraus im Interview: „Die Verbesserung bei der PISA-Studie steht in keinem Zusammenhang mit dem Ausbau von Ganztagsschulen.“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Mittwoch, den 08. Dezember 2010 um 11:51 Uhr

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, sieht die Gründe für die leichten Verbesserungen der deutschen Schüler bei der PISA-Studie nicht im Ausbau der Ganztagsschulen. „Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der flächendeckenden Einführung von Ganztagsschulen und den Ergebnissen“, so Kraus auf Nachfrage von BlaueNarzisse.de. Auch die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen scheide als Erklärungsgrund aus, da sie in vielen Ländern noch nicht umgesetzt worden sei.

Die geringe Verbesserung der sprachlichen Lesekompetenz führt Kraus vor allem auf „sprachliche Parallelgesellschaften zurück: „Wenn es immer noch eine Risikogruppe von 20% der Schüler gibt, dann liegt das vor allem an schlechten Deutschkenntnissen vieler Migranten.“ Gegenüber der Stuttgarter Zeitung betonte Kraus dabei die „Holschuld der Migranten“. Es mangele oft an Bereitschaft, Bildung anzunehmen.

Auf die Frage von BlaueNarzisse.de, ob sich Bildung überhaupt anhand von Studien messen und international vergleichen lasse, meinte Kraus: „ Viele internationale Vergleiche sind schief. Wenn man sich das Beispiel Finnland ansieht, erkennt man auch hier in einigen Bereichen miserable Daten. Bei der Jugendarbeitslosigkeit gibt es dort eine doppelt so hohe Quote wie in Deutschland. Finnland hat, im Vergleich zu deutschen Schulen, wesentlich kleinere Klassen mit 18 Schülern im Schnitt und einem Migrantenanteil von 1,2%.“

 
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