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„Mittelfristig infiltrieren“: V-Mann bei der Antifa Heidelberg enttarnt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Mittwoch, den 19. Januar 2011 um 17:29 Uhr

Ein V-Mann des Landeskriminalamts (LKA) hat Heidelbergs linke Studenten ausspioniert. Das hat Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) am Dienstag offiziell bestätigt. Unter dem Namen „Simon Brenner“ habe der angebliche Germanistik- und Ethnologiestudent neun Monate lang die linke Studentenszene ausspioniert. Ziel sei es auch gewesen, die Antifaschistischen Initiative Heidelberg (AIHD) zu infiltrieren.

Brenner vom LKA gehörte zu den engagiertesten linken Studenten. Er war mit vielen Kommilitonen gut befreundet. Durch die Beobachtung der Antifaschistischen Initiative Heidelberg hätte das Innenministerium „Straftaten mit erheblicher Bedeutung“ verhindern wollen, hieß es gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Dabei habe das Ministerium personenbezogene Daten ermittelt. Der V-Mann war seit dem April 2010 an der Uni Heidelberg immatrikuliert.

Auf der linksextremen Plattform Indymedia wurden bereits vermeintliche Handynummern, E-Mail-Adressen und der mutmaßliche Name des Ermittlers veröffentlicht. Laut der Seite habe Brenner auch Artikel für Indymedia verfasst und sich im örtlichen SDS engagiert. Eine Urlaubsbekanntschaft hatte ihn schließlich enttarnt. Auf der linksextremen Plattform heißt es weiterhin: „Mittelfristig, so behauptete er (Brenner, BN), wollte er versuchen, Kontakt zur Antifaschistischen Initiative Heidelberg zu knüpfen und sie schließlich zu infiltrieren.“

„Wir plädieren auf keinen Fall für einen Generalverdacht gegenüber offenen Strukturen und Szeneneulingen“, heißt es bei Indymedia. Die AIHD ließ verlautbaren: „Wir fordern die Heidelberger Polizei und das LKA auf, alle Details und Hintergründe dieses offensichtlich rechtswidrigen Spitzeleinsatzes offen zu legen.“ Der Heidelberger Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) verurteilte die aktuelle „Hetzjagd“ auf Brenner.

 
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