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Die Diskussionen um eine Frauenquote gehen in eine neue Runde. Gegenüber dem Spiegel plädierte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für einen Schlüssel von 30 Prozent. Dieser müsse sowohl für Aufsichtsräte als auch für die Vorstände vor allem von börsennotierten Unternehmen gelten. Er sei allerdings nicht allein auf Frauen ausgerichtet, sondern solle auch Männer miteinbeziehen. Die genaue Quote müsse man noch diskutieren und sich dabei an Erfahrungen anderer Länder orientieren. Auch seien Sanktionen bei Nichtbefolgung unverzichtbar.
Ihre Parteikollegin, Familienministerin Kristina Schröder, will dagegen lieber weiter auf die Freiwilligkeit der Unternehmen setzen. Sobald Firmen eine gewisse Größe erreichen, sollten sie selbst eine Frauenquote festlegen, diese veröffentlichen und binnen zwei Jahren umsetzen. Ihrer Meinung nach führe eine strenge Frauenquote dazu, dass sich die Frauen durchsetzen, die sich am besten in „die männliche Monokultur“ einpassen könnten, erklärte sie letzte Woche in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. Die Frauen der Opposition sind sich bei den Forderungen dagegen einig. Gegenüber der Bild am Sonntag sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende, Manuela Schwesig: „Eine gesetzliche Frauenquote ist überfällig“. Die freiwillige Vereinbarung, die seit zehn Jahren existiere, um mehr Frauen in Führungspositionen zu befördern, habe keine Ergebnisse gebracht. Elke Ferner, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, erklärte der Welt: „Wir wollen einen Anteil von 40 Prozent für jedes Geschlecht erreichen.“ Das sei schon angesichts des 50-Prozent-Anteils von Frauen an der Gesamtbevölkerung nötig. In Hamburg gibt es allerdings auch eine Stimme der SPD gegen die Frauenquote. Der Kandidat der Partei für das Amt des Wirtschaftssenators zur Bürgerschaftswahl, Frank Horch, äußerte sich gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Frauen brauchen keine Quote, um sich leistungsmäßig in der Wirtschaft durchzusetzen.“ Vielmehr müsse man dafür sorgen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet sei. Barbara Ahrons (CDU) ist ebenfalls gegen die Quote: „Wir mischen uns schon so viel in unternehmerische Belange ein.“ Eine Frauenquote erhält auch Unterstützung aus der EU. Laut EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sei es generell gut, „Frauen an der Führung von Unternehmen oder auch Ländern zu beteiligen“. Das sei nicht nur gerechter, sonder führe auch zu einer größeren Ausgewogenheit der Entscheidungen. Bereits in vergangenen Jahr hatte die EU-Kommissarin für Justiz- und Gleichstellungsfragen, Viviane Reding, gedroht: „Wenn bis Ende 2011 nichts geschieht, müssen wir über gesetzliche Quoten nachdenken.“
Bild: Familienministerin Kristina Schröder (CDU) |