Startseite Aktuelles Nach Räumung von „Liebig 14“: Ausschreitungen in Berlin, Proteste auch in Hamburg
Nach Räumung von „Liebig 14“: Ausschreitungen in Berlin, Proteste auch in Hamburg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Donnerstag, den 03. Februar 2011 um 08:31 Uhr

Nach der Räumung eines der letzten besetzten Häuser in Berlin ist es gestern zu massiven Ausschreitungen gekommen. Ungefähr 2000 Linksautonome hatten sich nach der Räumung zu einem Protestmarsch zusammengeschlossen. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Etliche der Demonstranten warfen Flaschen und Steine auf die Polizisten, zündeten Böller und zerstörten Bushaltestellen und Werbetafeln. Bei den Demonstrationen wurden neben den neun „Bewohnern“ 23 Demonstranten festgenommen.

Zuvor hatte die Polizei mit rund 2500 Beamten die Räumung des seit zwei Jahrzehnten besetzten Hauses in der Liebigstraße 14 durchgesetzt. Hundertschaften aus mehreren Bundesländern sollten die Räumung unterstützen. Wie die Rheinische Post berichtet, stießen sie dabei im Haus auf massiven Widerstand. Besetzer hatten Fußböden unter Wasser gesetzt, Balkone mit Stahl und Schrott verbarrikadiert und das Treppenhaus zum Obergeschoss völlig zerstört. Die Polizei zerstörte bei der Räumung Türen, Fenster und Mauerwerk. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut, bezeichnete das Vorgehen der Besetzer in einer Pressemitteilung als brutal und menschenverachtend.

In Hamburg kam es zu „Solidaritätsbekundungen“. Laut Welt Online wurden bei Krawallen von 400 Autonomen im Schanzenviertel vier Polizisten verletzt. Auch in Frankfurt am Main gab es einen kurzen Demonstrationszug. Laut indymedia gab es zudem in Köln, Osnabrück, Saarbrücken, Bremen, Hannover und sogar Kopenhagen weitere Solidaritätsaktionen.

Bereits am Wochenende hatte es in Berlin Krawalle nach der Räumungsankündigung gegeben. Mehrere Autos wurden angezündet, Steine auf Supermärkte geschmissen, Ampeln zerstört und die Scheiben von Bankfilialen zertrümmert.

Für Kritik seitens der Polizei sorgte die Anwesenheit des Grünen-Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele. Nach eigenen Angaben wollte er vor Ort vermitteln. Seine Parteivorsitzende Renate Künast, die regierende Bürgermeisterin in Berlin werden will, hatte zuvor die Räumung unterstützt.

 
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