Startseite Aktuelles Big Brother Awards 2011: „Oscars für Datenkraken“ gehen u.a. an Facebook und Apple
Big Brother Awards 2011: „Oscars für Datenkraken“ gehen u.a. an Facebook und Apple PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Montag, den 04. April 2011 um 11:06 Uhr

FacebookDer Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (FoeBuD e.V.) hat am Freitag in Bielefeld zum elften Mal die sogenannten Big Brother Awards verliehen. In der Kategorie 'Kommunikation' geht der Preis in diesem Jahr an Facebook Deutschland und an Apple (München). Facebook „zeichne“ sich besonders dadurch aus, so die Datenschutzaktivistin Rena Tangens in ihrer „Laudatio“, dass es alle Daten sammle, an die es herankomme: „Name, Adresse, Profilbild, Telefon, Handynummer, Fotos, Texte, Statusupdates, Aufenthaltsort, Nachrichten an Freunde, besuchte Webseiten und und und...“

Dabei berufe man sich auf die Zustimmung der Nutzer zu den Geschäftsbedingungen. Diese jedoch seien „juristisch und technisch ziemlich komplex“. Auch ändere Facebook die Datenschutzeinstellungen häufig und ohne Ankündigung. Auch wenn der Nutzer seine Daten nur für bestimmte andere Nutzer sichtbar macht, sehe Facebook selber doch alles. Apple erhielt den Preis für „die Geiselnahme ihrer Kunden mittels teurer Hardware und darauf folgende Erpressung, den firmeneigenen zweifelhaften Datenschutzbedingungen zuzustimmen.“

Weitere „Preisträger“ sind der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU), der für „den ersten nachgewiesenen polizeilichen Einsatz einer Mini-Überwachungsdrohne“ bei Demonstrationen gegen den Castortransport im Wendland ausgezeichnet wurde, und der Deutsche Zoll. Dieser soll deutschen Unternehmen Erleichterungen im Import- und Exportgeschäft einräumen, wenn sie ihre Beschäftigten mit russischen Antiterrorlisten abgleichen. Auch für Lieferungen in die USA werde ein Abgleich mit entsprechenden amerikanischen Listen empfohlen, ohne dass es dafür eine „datenschutzkonforme Rechtsgrundlage“ gebe.

Mit dem Big Brother Award werden „Politiker, Firmen und Organisationen, die besonders unverantwortlich mit den Daten anderer und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Bürger umgehen“, ausgezeichnet. In der deutschen Jury sitzen neben Mitgliedern des FoeBuD e.V. auch Vertreter der Deutschen Vereinigung für Datenschutz (DVD), des Chaos Computer Club (CCC),  und der Internationalen Liga für Menschenrechte (ILMR).

 
ANZEIGE

Rundbrief







Aufgepasst!

Banner

Umfrage

Das größte Problem in Deutschland ist ...
 
Die dringlichste Aufgabe der deutschen Konservativen ist ...