Startseite Aktuelles FDP zweifelt am Elterngeld und schlägt „Kinder-Grundeinkommen“ vor
FDP zweifelt am Elterngeld und schlägt „Kinder-Grundeinkommen“ vor PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Dienstag, den 17. Mai 2011 um 09:38 Uhr

KinderFDP-Generalsekretär Christian Lindner hat sich auf dem Parteitag seiner Partei in Rostock dafür ausgesprochen, das Elterngeld abzuschaffen. Es habe sein Ziel nicht erreicht, die Geburtenrate in Deutschland anzuheben. „Kinder werden nicht am Grünen Tisch gemacht“, erklärte Lindner laut Focus. Die Politik solle sich daher aus der Familienplanung heraushalten. Die vier Milliarden, die jährlich für das Elterngeld nötig seien, könne man besser verwenden, indem man die Kinderbetreuung ausbaue.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) erteilte den Forderungen eine Absage. Dem Wiesbadener Kurier sagte sie: „Lindners Vorschlag würde bedeuten, dass Eltern gezwungen wären, aus finanziellen Gründen ihre zwei Monate alten Säuglinge in die Krippe zu geben. Verstehen die Liberalen das jetzt unter Freiheit?“ Mit dem Elterngeld solle auch nicht die Geburtenrate beeinflusst werden, es sei „keine Gebärprämie.“

Die Kritik an Lindners Vorstoß teilen auch Politiker anderer Parteien. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin und stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig forderte im Hamburger Abendblatt, man solle der FDP auch unter ihrem neuen Vorsitzenden Philipp Rösler „keinen Glauben schenken“. Erst verspreche sie, sich mehr um Familien zu kümmern, dann will sie das Elterngeld abschaffen: „So sieht also der „mitfühlende Liberalismus“ der neuen FDP-Spitze aus: Kürzen bei denen, die das Geld brauchen.“

Als Alternative zum Elterngeld hat die FDP inzwischen ein „Kinder-Grundeinkommen“ zur Diskussion gestellt. Sibylle Laurischk (FDP), Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestags erläuterte in der Saarbrücker Zeitung: „Es würde Elterngeld, Kindergeld, das Ehegatten-Splitting sowie alle weiteren Kinderzuschläge ersetzen.“ Jedem Kind stehe das Geld zu und helfe vor allem Alleinerziehenden und denjenigen, die kein eigenes Einkommen haben. Eine mögliche Höhe der Leistung nannte sie nicht.

 
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