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Geschrieben von: BN-Redaktion
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Donnerstag, den 09. Juni 2011 um 10:43 Uhr |
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Facebook hat auch in Deutschland eine Funktion freigeschaltet, mit der Gesichter seiner Nutzer automatisch auf hochgestellten Fotos erkannt werden können. Wie bereits häufiger in der Vergangenheit hat das soziale Netzwerk den neuen Dienst gestartet, ohne seine Nutzer vorher zu informieren und nach ihrer Zustimmung zu fragen. Wenn Mitglieder Bilder in das Netzwerk hochladen, gleicht eine Software die Gesichter darauf mit bereits eingestellten Bildern ab und schlägt den Nutzern vor, ihre Facebook-Freunde in den Fotos zu markieren. Von Unbekannten werden keine Namen vorgeschlagen.
Datenschützer kritisieren vor allem, dass die Freischaltung ohne Information und Zustimmung der Nutzer erfolgte. Graham Cluley von der Sicherheitsfirma Sophos kritisierte laut Rheinischer Post: „Wieder einmal scheint es, dass Facebook die Privatsphäre seiner Nutzer heimlich untergraben hat“. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hatte die Funktion bereits im Dezember bemängelt. Es dürfe nicht sein, dass Nutzer des Dienstes befürchten müssten, künftig ohne Einwilligung auf allen, auch von dritten Personen eingestellten Bildern aufgerufen zu werden. Facebook erklärte, alle Nutzer hätten die Möglichkeit, die Funktion zu deaktivieren. Eine Forsa-Studie im Auftrag der Technikerkrankenkasse verdeutlicht unterdessen die Ausmaße des sogenannten Cybermobbings unter Schülern. Bezogen auf das Land Nordrhein-Westfalen sei demnach jeder Dritte zwischen 14 und 20 Jahren bereits Opfer einer Mobbing-Attacke im Netz geworden. Ungefähr ein Fünftel der Schüler wurde im Internet beleidigt und bedroht, ein Sechstel verleumdet. Bei zehn Prozent der Befragten sei die Internet-Identität missbraucht worden. Laut Studie hat das Mobbing im Internet auch körperliche Auswirkungen: 17 Prozent der Opfer leiden an Schlafstörungen, ein Zehntel an Kopfschmerzen. |