Startseite Aktuelles Wieder mehr Todesfälle als Geburten / Studie sieht Angst vor Freiheitsverlust als Grund für Kinderlosigkeit
Wieder mehr Todesfälle als Geburten / Studie sieht Angst vor Freiheitsverlust als Grund für Kinderlosigkeit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Freitag, den 17. Juni 2011 um 10:00 Uhr

Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind im vergangenen Jahr wieder weniger Kinder in Deutschland zur Welt gekommen als Sterbefälle verzeichnet wurden. Zwar stieg die Zahl der lebend geborenen Kinder im Vergleich zum Jahr 2009 um 1,9 Prozent auf 678 000 Neugeborene. Dies entspricht einer Zunahme von 13 000. Allerdings stieg auch die Zahl der Gestorbenen um 0,5 Prozent auf 859 000. Seit 1972 liegt die Zahl der Todesfälle in Deutschland über der Zahl der Neugeburten. 2009 lag die Differenz bei knapp 190 000, im letzten Jahr bei 181 000. Die endgültigen Zahlen für das Jahr 2010 sollen im Spätsommer vorliegen.

Eine Studie, die die Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen in der letzten Woche veröffentlicht hat, stellt unterdessen die drei wichtigsten Gründe für die Kinderlosigkeit der Deutschen dar. 60 Prozent der Befragten befürchten, ihre Freiheit und Unabhängigkeit zu verlieren, wenn sich Nachwuchs einstellt. Fast genauso viele (58 Prozent) sind der Meinung, Kinder kosteten zu viel Geld. Über der Hälfte ist die eigene Karriere wichtiger als die Familienplanung.

Fast die Hälfte der Befragten nennt schlechte oder unsichere Zukunftsaussichten und fehlende staatliche und gesellschaftliche Voraussetzungen als Grund für die Entscheidung gegen Kinder. Ein Fünftel sieht in Kindern keinen erfüllenden Lebensinhalt. Mit 20 Prozent vergleichsweise niedrig ist die Zahl derer, die Kinder aus Angst vor Scheidung oder Alleinerziehung ablehnen. Die Befragten sehen in familienfreundlicheren Unternehmen (knapp zwei Drittel) und mehr staatlichen Förderungs- und Betreuungsangeboten (je knapp 60 Prozent) Wege, um die Kinderlosigkeit zu überwinden. Befragt wurden 2000 Personen ab 14 Jahren.

 
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