Startseite Aktuelles Kulturtipps: Klaus Kinski in Hannover, ist Gott am Ende doch nicht tot?, Friedrich der Große im Vater-Sohnkonflikt
Kulturtipps: Klaus Kinski in Hannover, ist Gott am Ende doch nicht tot?, Friedrich der Große im Vater-Sohnkonflikt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Freitag, den 28. Oktober 2011 um 04:46 Uhr

Klaus Kinski dürfte einer der wenigen deutschen Schauspieler nach 1945 gewesen sein, dessen Name auch auf anderen Kontinent eine Gänsehaut erzeugt hat. Kinski, der Inbegriff von böse, wahnsinnig und deutsch. Legendär sind seine Auftritte, bei denen er Moderatoren, Publikum und Mitdiskutanten beschimpfte. Das Theatermuseum in Hannover versucht noch bis zum 11. November, dieses „blaue Fiebertier der Erde“ (Kinski über Kinski) zu bändigen. Dabei soll Kinski als Theaterschauspieler in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt werden. Also konzentriert man sich auf eine Zeit, zu der der gebürtige Zoppoter noch Lichtjahre von seinem späteren Ruhm entfernt war. Auch der private Kinski kommt nicht zu kurz, denn das Museum komplettiert mit einer üppigen Präsentation von eigenem Briefmaterial die geistige Sezierung. Wer Interesse an diesem zugleich verstörenden wie großartigen Menschen hat, findet in der Prinzenstraße 9 dienstags bis freitags, sowie sonntags von 14 – 19.30 Uhr einen guten Einblick.

Nietzsche brachte einst die legendären Zeilen „Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet“ zu Papier. Die moderne Evolutionspsychologie scheint ihm – nicht erst seit dem vielschreibenden Oxford-Atheisten Richard Dawkins – Recht zu geben. Dennoch zieht sich der Glaube an eine supramenschliche, spirituelle Existenz wie eine Konstante durch die Entwicklung der menschlichen Kultur und stellt damit Fragen, die bis heute noch nicht beantwortet wurden. Der Nordire Jesse Bering hat nun mit seinem Buch Die Erfindung Gottes – wie die Evolution den Glauben schuf seinen Senf zu der Diskussion dazugegeben. Auf 320 Seiten, die unlängst im Piper-Verlag erschienen und 19,99€ kosten, fasst der Leiter des Institute of Cognition and Culture an der Queen's University Belfast den aktuellen Stand der Dinge zusammen und versucht aus Sicht eines Psychologen Antwort auf die Gretchenfrage zu geben. Dass Bering dabei zu dem – zugegebenermaßen wenig überraschenden – Schluss kommt, dass Spiritualität den frühen Menschen einen adaptiven Vorteil verschafft hat, wirft eine viel wichtigere Frage auf: Hat Religion ihre Schuldigkeit getan?

Sein Leben war das traurigste der Welt“ urteilte Wilhelmine von Bayreuth über ihren jüngeren Bruder Friederich II., der später als „der Große“ in die Geschichte eingehen sollte. Der junge Thronfolger stand von der Wiege an unter den strengen Augen seines Vaters, in jeder Minute gedrillt darauf, eines Tages in die Fußstapfen des Soldatenkönigs zu treten. Für den eher zart besaiteten, künstlerischen Sohnemann ist das Leben im goldenen Käfig eine einzige Tortur. 1730 versucht Friedrich II. die offene Rebellion gegen den Vater und flieht mit seinem langjährigen Freund Hermann von Katte aus Preußen. Der Plan ist schlecht vorbereitet und scheitert, beide kommen ins Militärgefängnis. Der Soldatenkönig ist außer sich und lässt an dem Freund seines Sohnes ein Exempel statuieren. Nur mit Engelszungen gelingt es seinen Beratern, ihn von der Hinrichtung auch seines eigenen Sohnes abzubringen. Das Verhältnis zwischen beiden ist danach tief zerrüttet und bis es zu einer späten Versöhnung kommt, müssen noch einige Jahre ins Land ziehen. Wer einen Einblick in das Psychogramm und die Kindheit Friedrichs erhalten will, geprägt durch den Schattenwurf eines übermächtigen Vaters, dem bietet sich das im Piper-Verlag erschienene Buch Sein Leben war das traurigste der Welt- Friedrich II. und der Kampf mit seinem Vater an. Auf 288 Seiten, die 19.99€ kosten, erfährt der Leser dazu einige Interessante Dinge über europäische Adelsfamilien der späten Neuzeit.

 
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