Startseite Aktuelles Kulturtipps: Der deutschen Seele auf den Grund gefühlt, Albert Renger-Patzsch und Ernst Jünger in München, Endkampf in Berlin
Kulturtipps: Der deutschen Seele auf den Grund gefühlt, Albert Renger-Patzsch und Ernst Jünger in München, Endkampf in Berlin PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Freitag, den 18. November 2011 um 08:29 Uhr

Platon wußte einst, daß Denken das Selbstgespräch der Seele ist. Wie sieht es mit Ländern aus? Gibt es – etwas romantisch formuliert- so etwas wie eine „deutsche Seele“? Wie Joachim Fernau mit „Disteln für Hagen“ setzen sich nun Richard Wagner und Thea Dorn mit dieser Frage auseinander. Ihr Buch Die deutsche Seele (Albrecht Knaus Verlag) erschienen ist, will Klarheit schaffen. Die Autoren haben dabei vor allem ein Ziel vor Augen: die Rückkehr zur Normalität. Über 65 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus muß eine Versöhnung mit dem typischen Deutschen möglich sein. Auf 560 Seiten, von „Abendbrot“ bis „Zerrissenheit“, kann der Leser für 26,99 Euro eine Liebeserklärung lesen.

So fern ihre Arbeit wohl auch gewesen sein mag, so nah sind sie sich doch in Briefen gekommen. Noch bis zum 26.02.2012 ist in der Münchner Pinakothek der Moderne, Barer Straße 27, eine Ausstellung zu Ernst Jünger und dem Fotografen Albert Renger-Patzsch zu sehen. Dabei liefert der Naturfotograph und Wegbereiter der „Neuen Sachlichkeit“ die Aufnahmen und der „Jahrhundertschriftsteller“ die passenden Essays – insgesamt sind so täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr und donnerstags bis 20 Uhr über 30 Exponate zu sehen. Über Bäume und Gestein ist dabei keineswegs so trocken, wie es der Titel der Ausstellung ahnen lässt. Um es mit Jünger zu sagen: „Noch heute, in der entgötterten Welt, fasst uns ein Bangen, wenn wir im Walde das Kommen und Gehen des Windes hören, das jetzt kaum die Blätter kräuselt und dann mit den hohen Stämmen wie auf den Saiten der Wetterharfe spielt. Da wacht, noch tiefer berührt als durch den Klang der Orgel, ein Altes und längst Vergessenes in uns auf.“

Ian Kershaw ist ein Experte auf dem Gebiet des Zweiten Weltkrieges. Spätestens mit seiner zweiteiligen Biographie von Adolf Hitler erlebte der Emeritus für moderne Geschichte seinen Durchbruch. Nun ist in der Deutschen Verlagsanstalt sein jüngstes Opus erschienen. Auf 704 Seiten - von denen 150 alleine Quellen angeben- geht der vielschreibende Brite der Frage nach, warum die Deutschen auch im Angesicht des Unterganges 1944/45 nicht die Waffen gestreckt haben. Das Ende: Kampf bis in den Untergang - NS-Deutschland 1944/45 seziert die letzten Monate vom Stauffenberg-Attentat bis zur Kapitulation am 8. Mai 1945. Wie konnte ein System wie der Nationalsozialismus bis zu seinem körperlichen Tod noch so reibungslos funktionieren? Wer sich dafür interessiert, bekommt für 29.99€ eine ausgiebige Antwort.

 
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