Startseite Aktuelles Bücherschau am Donnerstag: Hartmut Lange über Heidegger, Eric Voegelin über die Natur des Rechts und Jean Baudrillard über das Begehren
Bücherschau am Donnerstag: Hartmut Lange über Heidegger, Eric Voegelin über die Natur des Rechts und Jean Baudrillard über das Begehren PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 13:33 Uhr

Eine Vorschau der neuen Titel bei Matthes & Seitz braucht Zeit. Dafür wartet der kleine Berliner Verlag regelmäßig mit den Perlen konservativer Publizistik auf. In der aktuelle Vorschau kündigen die Verleger für das erste Halbjahr 2012 die Heidegger-Reflexionen des „Großwesirs der kleinen Prosaform”, Hartmut Lange, an. Zu erwarten sind auch Texte des berühmten konservativen US-Geschichtsphilosophen Eric Voegelin und des französischen Kulturphilosophen Jean Baudrillard.

In Positiver Nihilismus. Meine Auseinandersetzung mit Heidegger widmet sich Lange auf 150 Seiten der Lektüre von Heideggers Sein und Zeit. Dabei geht es um nichts weniger als um den „Kampf des Lebens”. Lange beschäftigte sich außerdem intensiv mit Friedrich Nietzsche. In seinem Miniaturprosa-Band Im Museum setzte er sich bereits literarisch mit der Idee eines nicht pessimistischen Nihilismus auseinander. Er besichtigte Deutschlands historische „Duftnoten”, die im französischen Liberté, égalité, fraternité münden.

Hartmut Lange: Positiver Nihilismus. Meine Auseinandersetzung mit Heidegger. 180 Seiten. Matthes & Seitz 2012. 14,80 Euro. Erscheint im ersten Halbjahr 2012.

Eric Voegelin zählte zu den scharfsinnigsten konservativen Geschichtsphilosophen der USA. In Die Natur des Rechts widmet er sich der Daseinsberechtigung des natürlich gegebenen, moralisch fundierten Rechts. „Eine Untersuchung über die Natur des Rechts ist mit Argwohn gegenüber ihrer Machbarkeit belastet, da die klassischen Philosophen gar keine Rechtsphilosophie kannten“, beginnt die deutsche Übersetzung. Voegelin geht der Frage nach, ob denn das Recht überhaupt einen eigenen ontologischen Status besitze.

Eric Voegelin: Die Natur des Rechts. Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Thomas Nawrath. 180 Seiten. Matthes & Seitz. 14,80 Euro. Erscheint im April 2012.

Jean Baudrillard gehört zu jenen Interpreten der westlichen Massengesellschaft, denen es im konservativen Lager noch an der verdienten Aufmerksamkeit fehlt. Dessen ebenfalls bei Matthes & Seitz neu aufgelegten Essay Im Schatten der schweigenden Mehrheiten oder Das Ende des Sozialen von 1978 kann als radikal-negatives Fazit einer Massengesellschaft gelten, in der der Staat schrittweise das Gewaltmonopol verloren hat. „Die Verführung gehört immer ins Reich des Bösen. Oder der Welt. Sie ist die List der Welt”, pointiert der französische Kulturphilosoph die verborgenen sozialen „Verhüllungs- und Entblößungsmechanismen” der modernen Gesellschaft. In Begehren und Macht entlarvt er die scheinbare sexuelle und ökonomische Libertinage der Gegenwart als soziales Kontrollwerkzeug.

Jean Baudrillard: Begehren und Macht. Von der Verführung. Aus dem Französischen von Michaela Meßner. 280 Seiten. Matthes & Seitz. 29,90 Euro. Erscheint im Mai 2012.

 
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