Startseite Aktuelles Bücherschau: Broder: „Vergesst Auschwitz!“, der biologisch bedingte arabische Islam und Forschungsprojekt „Hipster“
Bücherschau: Broder: „Vergesst Auschwitz!“, der biologisch bedingte arabische Islam und Forschungsprojekt „Hipster“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Donnerstag, den 16. Februar 2012 um 14:54 Uhr

Am 12. März erscheint Henryk M. Broders Großessay Vergesst Auschwitz! Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage. Darin prangert der jüdischstämmige Publizist den Auschwitz-Kult der Deutschen an, bemängelt aber zugleich die moralisch bemäntelte Israelkritik. Im andauernden politischen Gedenken an den Holocaust erkennt Broder einen „Erinnerungswahn”, der sich im deutschen Agieren auf internationaler Ebene schnell als Worthülse entlarven lässt. Stattdessen regiere ein „sekundärer Antisemitismus”, der als Antizionismus getarnt sei.

Im brutalen Vorgehen Israels, so Broder, entlaste sich das schlechte Gewissen der Deutschen. Israels Siedlungs- und Besatzungspolitik wirke auf die Deutschen wie ein zweiter Holocaust, der Israel seitens der Deutschen nur schwer zu verzeihen sei. Broder fordert: Vergesst den Holocaust und stellt euch der Gegenwart!

Henryk M. Broder: Vergesst Auschwitz! Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage. Knaus-Verlag 2012. 176 Seiten. Gebunden, mit Schutzumschlag und 13 s/w-Abbildungen. ISBN: 978-3-8135-0452-1. 16,99 Euro. Erscheint am 12. März 2012.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9. Februar 2012 widmete sich ebenfalls der Nahost-Problematik. Dazu griff sie auf eine Untersuchung mit Sprengstoff zurück. Die Natur der arabischen Kultur, ein Buch des Kulturtheoretikers Prof. Heiner Mühlmann, erschien bereits im Juli 2011 und denkt die These des Bremer Soziologen Gunnar Heinsohns von den jungen, aggressiven arabischen Männern weiter. Mühlmann betrachtet die „Instinkthöhe” und die homogene ethnische Struktur der arabischen Muslime als Ausgangspunkt einer ungezähmten, religiös fanatischen Jugend mit einseitiger Sexualmoral. Dieser „Kulturvergleich nach biologischem Muster” (FAZ) hat es in sich. Der Autor wertet jedoch nicht einseitig. Von der islamischen, zinsfeindlichen Wirtschaftsphilosophie könne der Westen noch viel lernen. Mühlmann argumentiert auf dem damaligen Stand der Neuroforschung und der aktuellen Kognitionsmodelle. Trotz der klar biologisch fundierten Argumentation verzichtet die FAZ auf einen politisch korrekten Verriss. Vielmehr berge Mühlmanns These vom „universalen, nomadischen Zug” der Araber einen wahren Kern.

Heiner Mühlmann: Die Natur der arabischen Kultur. Wilhelm Fink Verlag 2011. Paderborn 2011. 152 Seiten. Broschiert. ISBN: 978-3-7705-5235-1. 19,90 Euro.

Im September 2011 legte Mühlmann eine Neufassung seines Klassikers Die Natur der Kulturen. Entwurf einer kulturgenetischen Theorie vor. Bereits 1996 stießen die dort vertretenen Thesen auf heftige Kritik. Mühlmann verzichtete auf den „billigen Trost” eines ewigen Friedens und prophezeite auch für das 21. Jahrhundert militärisch-kulturelle Konflikte. Denn Kulturen, so der Kulturtheoretiker, würden immer entweder von realen externen Stressoren attackiert oder auf paranoide Weise selber Stress erzeugen. Daraus entstünden interne und externe Konflikte. Mühlmann wendete seine These von wechselnden kulturell-biologischen Stress und Relaxation auch auf den 11. September 2001 und damit insbesondere auf die arabische Welt an.

Heiner Mühlmann: Die Natur der Kulturen. Entwurf einer kulturgenetischen Theorie. Wilhelm Fink Verlag 2011. 247 Seiten. Festeinband. ISBN: 978-3-7705-5182-8. 29,90 Euro.

Manchen gelten sie als peinliche Nachfolger der „Emos”: Die „Hipster” gehen im postkapitalistischen Westen um. Gemeint sind modebewusste Trendsetter, wahlweise mit Horn- oder Pilotenbrille, Röhrenhose, Bierdose, Laptop, Vollbart und Turnschuhen. So wie im Video Being a dickhead's cool (s. u.) muss es ausgesehen haben, als die Subkultur 1999 das erste Mal in New York gesichtet wurde. Die Hipster sehen sich oft als Teil einer Kulturelite, die sich vegetarisch ernährt, humanitär denkt und handelt sowie Konsumentscheidungen zu Stilfragen macht. Die New Yorker Zeitschrift n+1 widmete den Hipstern 2009 eine Tagung an der „New School”. Auf dieser Grundlage untersuchen Jens-Christian Rabe (Süddeutsche Zeitung), Tobias Rapp (Der Spiegel) und Thomas Meinecke in Hipster. Eine transatlantische Diskussion die Generation, die Geld verdienen und zugleich nicht erwachsen werden will. Sie sehen die Hipster u. ä., doch nicht ausschließlich als Ausdruck eines tief ironischen Zeitalters und des postindustriellen Konsumkapitalismus.

Hipster. Eine transatlantische Diskussion. Herausgegeben von Marc Greif. Suhrkamp 2012. 208 Seiten. Broschiert. ISBN: 978-3-518-06173-2. 18 Euro.

 
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