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Studienschau: Instabile EU-Staaten, Dörfer schaffen sich ab und Internetsucht steigt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Freitag, den 17. Februar 2012 um 05:29 Uhr

Einem am Dienstag in Brüssel vorgelegten Bericht der EU-Kommission zufolge droht Europa größeres ökonomisches Ungemach als gedacht: Ein Dutzend Staaten - darunter auch Großbritannien, Dänemark und Schweden - wiesen große Risiken bei ihrer wirtschaftlichen Entwicklung auf. Gerade der hohe Schuldenstand und zurückgefahrene Export seien die Hauptprobleme, so der Bericht, der von EU-Währungskommissar Olli Rehn verantwortet wurde. Grund für die Misere sieht der Finne allerdings nicht ausschließlich in der Krise der Finanzwirtschaft. „Die gegenwärtige Krise wurde von instabilen Finanzmärkten ausgelöst, (...) doch sie wurde verstärkt von erheblich gestiegenen makroökonomischen Ungleichgewichten“, zitiert ihn die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Deutschlands wirtschaftliche Aussicht wird in dem Bericht weiterhin als stabil bezeichnet.

Einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zufolge sieht die Zukunft der dörflich geprägten Regionen eher düster aus. So verzeichneten in der Vergangenheit zwei Drittel aller ländlichen Gemeinden einen Bevölkerungsverlust. In den neuen Bundesländern fällt dieser Trend, wie in bisherigen Studien auch, besonders schlimm aus. Aber auch westdeutsche Regionen, insbesondere Nordbayern und Südostniedersachsen, droht die Ausdünnung. Diese führe zu einer massiven Verschlechterung der Infrastruktur durch wegbrechende Steuereinnahmen und Wertverlust von Immobilien, warnt das Positionspapier. Was ist gegen den Bevölkerungsschwund zu tun? Nach Ansicht der Autoren eigentlich nur eins: sich mit der Lage arrangieren. Denn aufhalten kann man sie nicht.

In Deutschland sind über eine halbe Millionen Menschen süchtig nach dem Internet. Dies ist das ernüchternde Ergebnis des Berichts der „Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik“, der am Donnerstag von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), vorgestellt wurde. Die genaue Zahl der Abhängigen zwischen 14 und 64 Jahren liege bei 560 000 Menschen, heißt es. „In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen ist die Verbreitung der Sucht am größten“, präzisierte die FDP-Politikerin bei der Vorstellung des Berichts. Alleine die Gruppe der Nutzer mit „problematischem Internetverhalten“ umfasse ca. 1,4 Millionen Menschen. Gleichzeitig forderte sie von der Politik, Onlinesucht endlich als eigenständige Krankheit anzuerkennen. Auch die Krankenkassen müssten Therapien endlich bezahlen und sich nicht länger ihrer Verantwortung verweigern. Außerdem fordert das Strategiepapier, Lehrer und Erzieher besser zu qualifizieren und Eltern für die Problematik zu sensibilisieren.

 

 
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