| Blog-Panorama: Die, die Joachim Gauck nicht wollen |
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| Geschrieben von: Carlo Clemens |
| Dienstag, den 21. Februar 2012 um 19:08 Uhr |
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Fangen wir bei der Illustrierten Stern an. Publikationen wie Stern oder Frankfurter Rundschau finde ich am unerträglichsten. Man kann ja so links sein, wie man will. Überaus ehrenwert erscheint mir ein Sozialist von altem Schrot und Korn, ein echter Arbeiter mit Familientradition in Gewerkschaft und SPD. Auch Linksextreme bringen nichts außer – wahlweise – ihre Dummheit oder Weltfremdheit zum Ausdruck und desavouieren sich damit selbst. Aber diese quälend spießige Empörtensprache, die nur von satten Linksliberalen kommen kann, ist ganz schön harter Tobak. Jan Rößmanns Kommentar zum „Anti-Linken“ Gauck liest sich wie Peanuts. Meint unser eins vielleicht. Im Speckgürtelland sieht die Welt ganz anders aus. Gauck soll als konservativer Hardliner erscheinen, weil das von Rößmann herbeihalluzinierte „konservative Profil der Atomwende-Kanzlerin (…) dem Parteilosen offenbar nicht scharf genug“ sei. Mir auch nicht. Weiter geht’s bei der taz, die bei mir meistens gut wegkommt. Irgendwie süß, die Zeitung. Diese Woche bekommt sie den Blumentopf für den besten O-Ton. In einem Anti-Gauck-Artikel erfahren wir die Meinung der türkischstämmigen Schriftstellerin Hatice Akyün zum vorerst/zuerst gescheiterten Bundespräsidentschaftskandidaten von SPD und Grünen: „Sein romantisches Bild vom Kapitalismus ist stark geprägt von seinen Erfahrungen in der DDR. Mein Vater schiene mir besser geeignet, weil er das Land besser kennt. Er lebt schon seit 50 Jahren in der Bundesrepublik – und damit 30 Jahre länger als Gauck.“ Dieses Ossi-Volk mit seinen seltsamen Dialekten sollte sowieso dankbarer dafür sein, unsere guten Autobahnen mitbenutzen zu dürfen. Fortschrittlicher ist die Titanic: „Warum nicht auch mal ein Neger?“, fragt die Satire-Zeitschrift und schlägt Stimmungskanone Roberto Blanco als Kandidaten vor. Für ein harmonischeres Miteinander. Selbst das katholisch-konservative Nachrichtenportal kath.net rebelliert und verweist auf möglicherweise erneut unklare Eheverhältnisse im Schloss Bellevue. Gauck lebt seit Anfang der Neunziger getrennt von seiner Ehefrau, mit der er vier Kinder hat. Liiert ist er zurzeit mit einer Journalistin, von der er ebenfalls getrennt lebt. Gauck ist zudem evangelischer Pastor, hat sich von seinem Amt aber getrennt. |