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Deutschland rutscht nach links. Zu dieser Erkenntnis kommt wohl jeder, der das politische Geschehen auch nur am Rande verfolgt. Besonders stark trifft dieser Linksruck die Universitäten, oder genauer gesagt, deren Parlamente. Während ein Großteil der Studenten sich gar nicht erst für dessen Aktivitäten interessiert, festigen sich immer stärker linke beziehungsweise linksextremistische Strukturen. Zum einen erhalten diese hohe Finanzzuschüsse und zum anderen dient eine linke Mehrheit im Studentenparlament als ideale Plattform, um mit militanten linken Organisationen zusammenzuarbeiten. Wohin diese Entwicklung führt, konnte man in den letzten Wochen an der Bonner Universität ablesen.
Die Fachschaft (FS) Agrarwissenschaften stellte dem Bonner Asta einen Finanzantrag über 500 Euro für die letzte Fachschaftsfahrt. Während dies sonst immer problemlos abgewickelt wurde, lehnte der Asta dieses Mal ab. Grund ist, dass einem Mitglied der FS rechtsextremes Gedankengut unterstellt wird. Der Asta bot daraufhin der Fachschaft den Kuhhandel an, ihnen das Geld zu erstatten, falls diese das Mitglied im Gegenzug fallen lässt. Da dieses sich jedoch nichts zu schulden kommen lies, lehnte die FS das Angebot berechtigterweise ab.
Warum ein Burschenschafter ein Nazi sein muss
Als einziges Argument wurde darauf verwiesen, dass der Betroffene Mitglied der Studentenverbindung Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks sei. Diese wird im Basta, der Zeitung des Asta, von der Fachschaft Ethologie/Altamerikanistisch als NPD-nah dargestellt. Des Weiteren werden ihr die Referenten Horst Mahler, Martin Hohmann und ihr Alter Herr Norbert Weidner angelastet. Woran man die NPD-Nähe der gesamten Burschenschaft nun aber festmacht, blieb bis zuletzt offen. So besitzt weder ein Mitglieder der Raczeks ein NPD-Parteibuch noch existiert eine Kooperation zwischen beiden Organisationen. Während es lächerlich ist, Martin Hohmann Rechtsextremismus zu unterstellen, trifft dies heute wohl auf Horst Mahler zu. Mahler, der eine radikale Kehrtwende von links- nach rechtsaußen vollzog, sprach jedoch auf dem Verbindungshaus, als er sich in seiner gemäßigten, also nicht rechtsextremen, Zeit befand. Der Alte Herr Norbert Weidner, einst Mitglied in der FAP, hatte ebenfalls bei seinem Eintritt in die Burschenschaft bereits mit seiner extremen Vergangenheit gebrochen. Da also jeglicher Beleg einer rechtsextremen Tendenz fehlt, ist eine solche Deklassierung reine Willkür. Sie resultiert aus der ordinären linken Gleichung: nicht links = rechtsextrem!
Welche Konsequenzen hat das Verhalten des Asta?
In erster Linie war dieser Vorstoß ein Versuch der Erweiterung bestehender Einflussmöglichkeiten. Wie es in einer Diktatur üblich ist, wird versucht, möglichst viele Teile kontrollieren zu können. Nehmen wir einmal an, der Burschenschafter hätte in der FS extremistisches Gedankengut verbreitet. Hätte ihn dann die FS nicht vermutlich ausgeschlossen? Mit dem Vorstoß Gelder zu streichen, sofern nicht bestimmte Bedingungen erfüllt werden, wurde doch gezeigt, dass der Asta das Sagen hat. Deutlich wird dies in einer Stellungnahme der vom RCDS als linksextrem eingestuften Liste undogmatischer StudentInnen (Lust): „Wenn die Fachschaft Agrarwissenschaften indes zur Vernunft kommt und seine Mitarbeit in ihren Reihen unterbindet, kann sie ihren Finanzantrag gerne noch mal stellen und sich dabei der Zustimmung auch der LUST-Stimmen sicher sein.“ Da es zwar zu leichter Ablehnung der oben genannten Gruppierungen, jedoch zu keiner fundamentaleren Kritik kam, wird der Asta eine solche Machtprobe mit Sicherheit wiederholen. Vielleicht sind dies auch nur einige oberflächliche Vorzeichen davon, was unweigerlich passiert, wenn sich niemand gegen die linke Hegemonie wehrt. |