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Geschrieben von: Felix Menzel
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Mittwoch, den 06. Mai 2009 um 01:00 Uhr |
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Im Ministerium von Ursula von der Leyen (CDU) bejubelt man auch die kleinsten Sprünge der Geburtenraten und legt diese als Indiz für eine gelungene Familienpolitik aus. Demnach sei das 2007 eingeführte Elterngeld ein messbarer Erfolg. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat genauer hingeschaut und heute ein Diskussionspapier mit dem Titel „Kleine Erfolge“ vorgelegt. Iris Hoßmann, Steffens Kröhnert und Reiner Klingholz stellen darin fest, daß in den neuen Bundesländern deutlich mehr Kinder geboren werden als noch vor 10 Jahren. Viele Regionen Westdeutschlands mit ehemals hohen Geburtenraten seien jedoch ins Mittelmaß zurückgefallen.
Kaum noch Unterschiede der Geburtenraten in Mittel- und Westdeutschland Seit 2007 unterscheidet sich die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in den neuen und alten Bundesländern nicht mehr. Sie beträgt 1,37. Das ist insbesondere für die neuen Bundesländer bemerkenswert, da dort die Geburtenrate 1994 mit 0,77 Kindern pro Frau einen absoluten Tiefstand erreichte. Das Berlin-Institut führt diese Angleichung auf „einen gewissen Nachholeffekt in Sachen Familiengründung“ in Mitteldeutschland zurück. Desweiteren würden traditionelle Familienverhältnisse in ländlichen Regionen Westdeutschlands an Bedeutung verlieren. „Gerade dort ist die Fertilitätsrate aller Familienpolitik zum Trotz häufig gesunken. Auch in diesen Regionen sind Frauen immer häufiger erwerbstätig, die öffentlichen Betreuungsangebote für Kinder sind aber noch nicht so gut ausgebaut wie in den urbanen Zentren. Weil das 2007 eingeführte Elterngeld die Doppelverdienergemeinschaft und damit erwerbstätige und oft auch gut qualifizierte Frauen begünstigt, profitieren diese Regionen anscheinend weniger davon“, so das Berlin-Institut. Viele junge Mütter in den neuen Bundesländern Außerdem falle auf, daß die Mütter in den neuen Bundesländern im Schnitt deutlich jünger sind als in Westdeutschland. „Späte Mutterschaft ist ein Zeichen von wohlhabenden Regionen mit hohem Qualifikationsniveau von Frauen. Vor allem in westdeutschen Großstädten bekommen viele Frauen erst zwischen 35 und 39 Jahren ein Kind.“ Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, dürfte Kinderreichtum ein Phänomen ärmerer Regionen werden. Gut situierte Familien scheinen sich hingegen noch häufiger für das „Ein-Kind“-Modell zu entscheiden. |