| Nachrichtenüberblick: 20. Juli, Lehrermangel, Jugend von Krise stark betroffen, Abwanderung hält an |
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| Geschrieben von: BN-Redaktion |
| Freitag, den 24. Juli 2009 um 14:17 Uhr |
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) fordert eine würdige Ehrung des konservativen Widerstandskreises um Stauffenberg gegen Adolf Hitler. / Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat vorgeschlagen, verstärkt auf Deutsch sprechende Lehrer aus Tschechien, Polen und Rumänien zu setzen, um den Lehrermangel in Deutschland zu verringern. / Die Jugendarbeitslosigkeit ist in der Finanzkrise überproportional schnell angewachsen. / 2008 sind 175 000 Deutsche ausgewandert.
Zu Guttenberg verteidigt Protagonisten des 20. Juli Anlässlich des 65. Jahrestages des Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 hat sich Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) für eine stärkere Würdigung des Widerstandes ausgesprochen. Auf einer Gedenkveranstaltung in der Berliner Gedenkstätte Plötzensee, wo mehrere Teilnehmer der Operation Walküre hingerichtet worden waren, wandte sich Guttenberg scharf gegen eine nachträgliche Verklärung: „Was für ein komfortables, ja manchmal hochmütiges Urteil, sei es aus dem angeblich gefestigten Wissen unserer Zeit oder aus Gründen individueller Geschichtsbewältigung.“ Weiterhin forderte Guttenberg, zu dessen Verwandten einige der Verschwörer zählten, den Widerstand nicht „auf ein unerreichbar hohes Podest“ zu stellen. Vielmehr müsse sich jeder die Frage stellen, wie er selbst in einer solchen Situation gehandelt hätte: „Tatsächliche Vorbilder für verantwortungsvolles Handeln entspringen jedoch nicht der Erkenntnis von Übermenschlichkeit, sondern im Ergebnis ist es gerade das Menschliche, was die Taten groß, auch heldenhaft erscheinen lässt.“ Der Verschwörergruppe um Claus Graf Schenk von Stauffenberg wurde in der Vergangenheit mehrfach „mangelndes Demokratiebewusstseins“ vorgeworfen.
Philologenverband warnt vor Lehrermangel – Osteuropäische Pädagogen gefordert Nach Sicht des Deutschen Philologenverband (DPhV) wird sich der Lehrermangel in Deutschland zum Schuljahresbeginn erneut verschärfen. Dem DPhV-Vorsitzenden Heinz-Peter Meidinger zufolge seien bundesweit bis zu 40.000 Stellen nicht mit ausreichend qualifizierten Pädagogen besetzt. „Statt ausgebildeter Lehrer unterrichten Quereinsteiger", so Meidinger gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Die Kultusministerkonferenz (KMK), ein Zusammenschluss der für Bildungsbelange zuständigen Minister bzw. Senatoren der Länder, wies die Zahlen gegenüber Focus Online als „Horrormeldung“ zurück. Jedoch sei es nicht neu, „dass wir in Deutschland dringend etwas für den Lehrernachwuchs tun müssen“. Zur Lösung des Problems forderte Meidinger, verstärkt Pädagogen aus Osteuropa einzustellen: „Vor allem in Tschechien, Polen und Rumänien gibt es sehr gut Deutsch sprechende, naturwissenschaftliche Lehrer, die man für eine Übergangszeit gewinnen könnte". Diese seien sehr gut ausgebildet, müssten aber noch in Sachen Pädagogik geschult werden.
DGB-Studie: Jugend leidet am stärksten unter der Krise Die Wirtschaftskrise wirkt sich am härtesten auf Menschen unter 24 Jahren aus. Das ist das Ergebnis eines Berichts des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der unter anderem Material der Bundesagentur für Arbeit auswertete. Der Studie zufolge ist die durchschnittliche Arbeitslosigkeit bei den 20- bis 24jährigen im Vergleich zu anderen Altersklasse um mehr als das Dreifache angestiegen. Während die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Mai um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr stieg, betrug dieses Plus bei jüngeren Menschen 16 Prozent. Der DGB sieht insbesondere im Zeitraum nach der abgeschlossenen Ausbildung Schwierigkeiten: „Die hohe Arbeitslosigkeit der Jugendlichen beruht überwiegend auf Übergangsproblemen nach der Ausbildung." Es seien zu wenige Arbeitgeber bereit, junge Fachkräfte auf unbefristete Zeit einzustellen, so die Studie weiter. Darüber hinaus seien Männer unter 24 Jahren ungleich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen. So habe sich die Anzahl arbeitsuchender Männer um 26 Prozent, die von Frauen aber lediglich um 2,8 Prozent erhöht. Dies ist laut Fachleuten unter anderem auf eine männliche Dominanz in exportorientierten Branchen, die von der Krise besonders schwer getroffen sind, zurückzuführen.
Statistisches Bundesamt: Abwanderung von Deutschen hält an Im Jahr 2008 sind insgesamt 682 000 Menschen nach Deutschland zugezogen, teilte das Statische Bundesamtes mit. Mit dieser Zahl sei die Zuwanderung im Vergleich zum Vorjahr mit 681 000 in etwa konstant geblieben, während sie im Zeitrahmen von 2001 bis 2006 gefallen war. Der Zuzug berechnet sich aus der Zahl ausländischer (574 000) und deutscher (108 000) Zuwanderer. Hauptherkunftsländer der ersten Gruppen sind Polen (119 200), Rumänien (47 000) sowie die Türkei (26 200), während deutsche Zuwanderer hauptsächlich aus Polen (12 100), den USA (10 500) und der Schweiz (8 200) stammen. Hauptorte der Zuwanderung waren wie 2007 Nordrhein-Westfalen (137 000), Baden-Württemberg (121 000) und Bayern (120 000). Prozentual zur Bevölkerung zieht es die meisten Menschen nach Berlin, das 13 Zuzüge pro 1 000 Einwohner verzeichnete. Am wenigsten beliebt bei Zuwanderern sind die neuen Bundesländer, die lediglich eine Zuwanderung von fünf Ausländern pro 1 000 Menschen aufwiesen. 2008 waren zudem insgesamt 738 000 Auswanderungen zu verzeichnen, was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 100 000 Personen entspricht. Diese Zahl setzt sich aus 175 000 deutschen (2007: 161 000) und 563 000 (2007: 476 000) ausländischen Auswanderern zusammen. |