Startseite Aktuelles Nachrichtenüberblick: Alkoholproblem bei Jugendlichen, Vollbeschäftigung und Nachwuchsprobleme
Nachrichtenüberblick: Alkoholproblem bei Jugendlichen, Vollbeschäftigung und Nachwuchsprobleme PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: BN-Redaktion   
Freitag, den 07. August 2009 um 13:59 Uhr

NachrichtenStudie zeigt, Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen nimmt zu. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier stellt „Deutschland-Plan“ vor: Vollbeschäftigung bis 2020 möglich. Deutschland weist die geringste Geburtenrate in Europa auf. Bundesfamilienministerium dementiert Zahlen als „falsch oder veraltet“.

Studie: Immer mehr Jugendliche trinken exzessiv

Der Alkoholkonsum unter jungen Menschen ist in Deutschland ungebrochen steigend. Das ergab eine Studie der Gmünder Ersatzkasse (GEK). So habe sich die Zahl der Klinikeinweisungen seit 2002 verdoppelt und im Vergleich zu 1990 sogar verfünffacht. Erschreckend sei ferner, dass nur 17 Prozent der Befragten angaben, ihre Einstellung nach einer Alkoholvergiftung ändern zu wollen.

Die Studie bestätigte das zügellosere Trinkverhalten von Jungen gegenüber gleichaltrigen Mädchen. So seien von 10 000 Jungen zwischen 15 und 19 Jahren im vergangenen Jahr 54 wegen Alkoholproblemen im Krankenhaus gewesen, während sich diese Zahl für das andere Geschlecht auf lediglich 37 beziffere. Allerdings habe das Umfeld auf Jungen wie Mädchen denselben entscheidenden Einfluss: Je mehr Alkohol dort konsumiert werde, desto mehr trinke auch der Einzelne.

Die Ursachen des exzessiven „Komasaufens“ seien komplex, so die Leiterin der Studie, Eva Maria Bitzer. Jedoch spiele vor allem „Spaß haben und gut drauf sein“ sowie der Wunsch nach Ansehen eine Rolle. Um riskantem Trinkverhalten vorzubeugen, setze man auf „Aufklärung und Prävention“, sagte der Vorstandsvorsitzende der GEK, Rolf-Ulrich Schlenker. Beispielsweise wolle man eine bundesweite Kampagne gegen Alkoholmissbrauch starten, die sich an „Runter vom Gas“-Plakaten auf den Autobahnen orientiere. Trinkverbote an einschlägigen Orten wie Spielplätzen oder Parks lehnt der GEK-Chef allerdings ab: „Dann trinken die Jugendlichen eben woanders."

Steinmeier: Vollbeschäftigung bis 2020 möglich

Der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat mit seinem am Montag vorgestellten Wahlprogramm Kritik geerntet. Im „Deutschland-Plan“ kündigte Steinmeier an, bis 2020 vier Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen, wobei die meisten durch „grüne Technologien“ entstehen sollen.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla bezeichnete das Programm im Handelsblatt als „unglaubwürdig“: „Er verspricht etwas, das er nicht schaffen kann. Und er lenkt den Blick auf die Abschlussbilanz der Regierung Schröder, die geprägt war von Massenarbeitslosigkeit.“ Auch die Opposition steht Steinmeiers „Deutschland-Plan“ skeptisch gegenüber. Linke-Chef Oskar Lafontaine warf dem Kanzlerkandidaten ebenfalls mangelnde Glaubwürdigkeit vor: „Wer sichere Arbeitsplätze schaffen und in die Zukunft investieren will, muss daher sagen, wie er beabsichtigt, die politischen Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre zu korrigieren.“

Unterstützung erhielt Steinmeier erwartungsgemäß von seiner eigenen Partei und den Gewerkschaften. Aber auch einige Wirtschaftsverbände äußerten sich positiv. SAP-Chef Leo Apotheker lobte in der Financial Times Deutschland den Plan, Deutschland im Bereich der Software zu stärken, weil er sich auf die Bildung und die Förderung von Frauen konzentriere.

Deutschland mit niedrigster Geburtenrate in Europa

Einer Studie des europäischen Statistikamtes (Eurostat) zufolge befindet sich Deutschland bei den Neugeburten im europaweiten Vergleich auf dem letzten Platz. Hierzulande seien 2008 pro 1000 Einwohner nur 8,3 Kinder auf die Welt gekommen und damit statistisch weniger als halb so viele wie in Irland (16,9), das die höchste Geburtenrate aufweist. Bereits im vergangenen Jahr hatte Deutschland die Schlussposition einnehmen müssen, wobei der Wert damals um 0,1 höher lag. Ferner ist Deutschland das einzige Land, dessen Geburtenrate im Verhältnis zu 2007 nicht gestiegen sei.

Weiterhin stellt die Studie fest, dass in Deutschland, Italien, den baltischen Staaten, Bulgarien, Rumänien und Ungarn die Sterbe- die Geburtenrate übersteige. Für Deutschland, das in der Studie europaweit die höchste Sterbeziffer aufweist, ergaben sich 2008 insgesamt 675.000 Neugeburten, denen 844.000 Sterbefälle gegenüberstehen, was einem Minus von 169.000 entspricht.

Das Bundesfamilienministerium kritisierte die Zahlen der Studie als „ entweder falsch oder veraltet“. Ein Sprecher von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) bemängelte außerdem die Berechnungsgrundlage der Erhebung: „Die Quote der Neugeborenen liegt auf demselben Niveau wie 2005 – und das trotz der Tatsache, dass wir heute in Deutschland über eine halbe Million potenzieller Mütter (laut internationaler Definition Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren) weniger haben als noch vor vier Jahren.”

Das Statistische Bundesamt wird im September die offizielle Geburtenrate für 2008 veröffentlichen. Wie Ministeriumssprecher Jens Flosdorff gegenüber SpiegelOnline sagte, sei aber „ziemlich sicher“, dass im vergangenen Jahr 682.524 Kinder geboren wurden. Ferner liege die Differenz zu 2007 „lediglich im Promillebereich“.

 
ANZEIGE

Verwandte Themen

Rundbrief







Aufgepasst!

Banner

Umfrage

Das größte Problem in Deutschland ist ...
 
Die dringlichste Aufgabe der deutschen Konservativen ist ...