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Märchen

Freitag, 23 November 2012 09:52 von BN-​Redaktion
Streit um den Gentechnik-Einsatz (17. Jh.) Streit um den Gentechnik-​Einsatz (17. Jh.)

STUDIENSCHAU. Die Pestizid-​Ersparnis durch Gentechnikpflanzen ist ein Märchen. Und der Sachsen-​Anhalt-​Monitor rückt die Friedrich-​Ebert-​Stiftung ins Reich der Geschichtenerzähler.

Das wichtigste Argument für die Aussaat von gentechnisch veränderten Pflanzen ist, dass so der Pestizid-​Einsatz massiv zurückgefahren werden könne. Doch Charles Benbrook, Pflanzenschutzexperte von der Washington State University kommt zu einem ganz anderen Ergebnis, das ihn selbst überrascht. In den ersten Jahren des Anbaus lässt sich der Herbizid-​Einsatz minimal verringern. In der Folgezeit schafft es das Unkraut, sich anzupassen, sodass auf Gentechnikflächen mittlerweile mehr Gift eingesetzt werden muss, als auf Äckern mit konventionellen Sorten.

Die Saatgutfirmen reagieren darauf und machen ihre Pflanzen gegen mehrere Mittel resistent, eine gefährliche Strategie, wie Benbrook meint, denn die Herbizide, die bei den neuen multi-​herbizid-​resistenten Sorten zum Einsatz kommen, gehören zu älteren, gefährlicheren Wirkstoffklassen, die wesentlich gefährlicher für Umwelt und Gesundheit sind. Besonders die Verwendung des Gifts Glyphosat bereitet Probleme. Sollten eigentlich nur die Nutzpflanzen gegen das Gift resistent sein, haben mittlerweile 22 Unkrautarten von sich aus eine Resistenz entwickelt. In einigen Regionen der USA lohnt sich daher die Bewirtschaftung der Felder kaum mehr.

Auch eine andere Form der gentechnisch-​veränderten Pflanzen bereitet Probleme, die sogenannten Bt-​Pflanzen. Bei diesen Pflanzen wird das Toxin eine Bakteriums (Bt) eingebaut, sodass sie den Giftstoff in den Blättern bilden und Fraßschädlinge abwehren können. Das führt tatsächlich zu niedrigeren Giftmengen, die versprüht werden müssen, allerdings muss die Zahl der Bt-​Gene ständig erhöht werden. Bei einer Mais-​Sorte sind es inzwischen sechs. So erhöht sich die „natürliche“ Giftmenge in den Blättern. Das ist zwar für den Menschen kein Problem, aber niemand kann die ökologischen Folgen dieser Toxine abschätzen. Es ist nicht erforscht, wie Bodenmikroben oder Insekten, die keine direkten Fraßschädlinge sind, auf die Freisetzung reagieren.

Letzte Woche zauberte eine Studie der Friedrich-​Ebert-​Stiftung allen hauptamtlichen Anti-​Rechts-​Kämpfer ein Glitzern in ihre Äuglein, konnten sie doch, bei den Ergebnissen, auf eine weihnachtliche Aufstockung ihres Budgets hoffen. Vor allem auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sollte die Nazi-​Dichte besonders hoch sein. Doch eine Untersuchung der Uni Halle im Auftrag des Kultusministeriums in Sachsen-​Anhalt (Sachsen-​Anhalt-​Monitor) macht ihnen nun, wenigstens teilweise, einen Strich durch die Rechnung. Denn laut dieser Umfrage ist die Zustimmung zur Demokratie stabil, ausländerfeindliche Einstellungen gehen zurück, besonders in der Gruppe 18– bis 24-​Jährigen. Auch interessant: Für diese Untersuchung wurden 1250 Menschen in ganz Sachen-​Anhalt befragt, die Friedrich-​Ebert-​Stiftung wollte gerade einmal die Meinung von 500 Leuten in sämtlichen neuen Bundesländern wissen.

Und was macht man, wenn die Nazi-​Gefahr auf einmal gar nicht mehr so groß scheint? Nordrhein-​Westfalens Innenminister Ralf Jäger weiß Rat. Um ein „klareres Bild vom Bedrohungspotenzial der Neonazis“ zu erhalten, lässt er jetzt auch allgemeine Straftaten von Neonazis gesondert erfassen. Auch der Handtaschenraub eines Rechtsextremisten soll nun zunächst vom Staatsschutz untersucht werden. Die Justiz soll auch bei nicht rechtsradikal motivierten Delikten über die Gesinnung des Täters aufgeklärt werden. So will Jäger den Neonazis „auf die Springerstiefel zu treten.“ Das sieht im Ergebnis für das erste Halbjahr 2012 dann so aus: Rechtsextreme haben 1.517 politisch motivierte Straftaten begangen, davon rund 1.200 Propagandadelikte (also Hakenkreuze an Bushaltestellen geschmiert und Aufkleber geklebt). Dazu sollen nun noch 616 Delikte der Allgemeinkriminalität, wie Diebstahl und Betrug gezählt werden. Zu der eigentlich einzig relevanten Kategorie für die Gefahr von rechts, den 88 politisch motivierten Gewaltdelikten (überwiegend Köperverletzungen) kommen nun noch 145 weiter hinzu, bei denen die politische Gesinnung keine Rolle gespielt hat.

Der NRW-​Landesgeschäftsführer des Deutschen Richterbunds, Christian Friehoff, meint, laut taz, zu der Eifrigkeit Jägers lakonisch: „Die Richterschaft des Landes NRW ist gefestigt genug, jeden Fall einzeln zu beurteilen und nicht nach politischen Vorgaben zu entscheiden.“

Was noch? Eine repräsentative Umfrage des Allensbach-​Instituts zeigt eine sehr differenzierte Auffassung der Deutschen zum Thema Islam und Muslime in Deutschland. Die FAZ, die die Studie in Auftrag gegeben hat, stellt das in diesem Artikel ebenso differenziert dar und verweist auch auf die kulturelle Prägung, die die Bedrohung Europas durch den Islam und speziell die Türken jahrhundertelang im Gedächtnis der europäischen Völker verankert hat.

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