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Schwarze und Schwule

Mittwoch, 19 Dezember 2012 14:48 von Felix Menzel
Zenit St. Petersburg Zenit St. Petersburg

Fans des russischen Fußballvereins Zenit St. Petersburg sorgen mit einem „Manifest für einen traditionellen Fußball“ europaweit für Aufsehen. Sie wollen keine schwarzen und schwulen Spieler.

In dem Manifest heißt es: „Wir sind keine Rassisten, aber wir halten es für eine wichtige Tradition, daß es bei Zenit keine schwarzen Spieler gibt.“ Zenit hatte im Sommer den Brasilianer Hulk vom FC Porto für ca. 40 Millionen Euro verpflichtet. Zudem spielt der dunkelhäutigen Belgier Axel Witsel seit kurzem für den Verein aus St. Petersburg.

Der größte Fanclub „Landskrona“ sieht durch diese Transfers die Identität des Vereins gefährdet. Zenit solle vorrangig auf slawische Spieler setzen. Nur zur Not könne man aber auch auf Europäer zurückgreifen. Nur, wenn man dann noch immer nicht den passenden Spieler gefunden habe, sei es angemessen, sich nach Südamerikanern umzusehen.

Neben der Herkunft der Spieler geht es in dem Manifest auch um die unvorstellbar hohen Gehälter der Stars. Zudem lehnen die Zenit-​Fans schwule Spieler ab und wollen auf Transfers aus Moskau verzichten.

Für die europäischen Medien paßt das Manifest wunderbar ins Bild des rassistischen und homophoben russischen Fußballfans, da es in den letzten Monaten und Jahren immer wieder zu rechtsextremen Vorfällen bestimmter Anhänger kam. Zenit hat ebenfalls mit einem Pawlowschen Reflex reagiert und mehr Einsatz für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit versprochen.

So daneben das Manifest auch sein mag, so wenig hilfreich sind auch die Reaktionen darauf. Viel wichtiger wäre es, anhand des Phänomens „Transfers im Fußball“ einmal über die generellen Auswüchse der Globalisierung zu sprechen. Ist es denn wirklich so toll, daß man heutzutage mit Geld dafür sorgen kann, jeden Menschen an einem beliebigen Ort für einen beliebigen Zweck einzuspannen? Oder haben wir uns nicht auch damit auf einen falschen Pfad begeben?

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