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Aus der Zeit gefallen

Donnerstag, 20 Dezember 2012 10:40 von BN-​Redaktion

Kulturtips: Generationen bauen eine Kirche, Ludwig II. im Kino, IfS-​Akademie „Reaktion“ und die Märchen der Brüder Grimm werden 200 Jahre alt.

Von mittelalterlichen Kirchen weiß man, daß an ihnen häufig über Jahrhunderte gebaut wurde. Am Kölner Dom bspw. wurde erst nach über 600 Jahren fertiggestellt. Bei heutigen Kirchenbauten erwartet man das nicht mehr. Doch an der Sagrada Família in Barcelona wird ebenfalls bereits seit über 125 Jahren gebaut. Jüngste Prognosen gehen davon aus, daß die von Antoni Gaudí entworfene Kathedrale wohl 2026 vollendet wird. Eine Dokumentation (Trailer s. u.) beschäftigt sich mit dem Künstler und Architekten Gaudí, seinen Beweggründen eine Kathedrale zu initiieren, deren Fertigstellung er niemals selbst erleben würde. „Mein Kunde hat keine Eile“, so seine lakonische Äußerung, als darauf angesprochen wurde. Neben dem Künstler finden im Film auch die heutigen Handwerker, Arbeiter, Künstler, Architekten ihren Platz.

Wer zwischen den Feiertagen Lust auf ein wenig Kostümkino hat, der ist mit Ludwig II. sicherlich bestens bedient. Der „Märchenkönig“ aus Bayern ist Mythos. Zeitlebens glaubte er an die Veredelung des Menschen durch Kunst und Musik. Bleibt zu hoffen, daß dieses Streben im Film, der am zweiten Weihnachtstag startet, in den Vordergrund gestellt wird und nicht seine vermeintliche oder tatsächliche Homosexualität.

Zur besseren Möglichkeit der Jahresplanung sei hier bereits auf die kommende Akademie des Instituts für Staatspolitik hingewiesen. Sie widmet sich dem Thema „Reaktion“ und damit einem Begriff, zu dem wohl jeder seine eigenen Assoziationen hat. Die Bandbreite der Vorträge reicht von der „Reaktion als geistiges Prinzip“ über ihren Ursprung als Antwort auf die französische Revolution bis zu Ideen der Monarchie und vergangenem und heutigem Royalismus. Die Akademie findet vom 22. bis 24. Februar in Bad Pyrmont statt. Anmelden kann man sich unter Diese E-​Mail-​Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Für Kristina Schröder scheinen die Märchen der Brüder Grimm auch aus der Zeit gefallen. Ihre Äußerungen zeugen allerdings eher von völliger Ahistorizität als von ernsthafter Auseinandersetzung. Heute vor 200 Jahren erschien die erste Ausgabe der Kinder– und Hausmärchen der Brüder Grimm. Bis heute gehören sie zum bekanntesten deutschen Literaturgut. Bis zum 27. Januar noch widmet sich eine Ausstellung im Sauerland-​Museum in Arnsberg diesen Klassikern.

Vor zwei Jahren, zur Fußballweltmeisterschaft, haben wir uns intensiv mit Südafrika auseinandergesetzt. Damals waren wir skeptisch, ob die Berichte über und Prognosen für die vermeintliche „Regenbogennation“ tatsächlich so stimmen. Nun meldet sich mit Nadine Gordimer eine der wichtigsten südafrikanischen Schriftstellerinnen mit einem Roman zu Wort, in dem sie schonungslos mit den Mißständen im Land am Kap der Guten Hoffnung abrechnet: Grassierende Korruption, wachsende Kriminalität, anhaltende Armut. Darin verarbeitet sie die Desillusionierung derjenigen, die einst wie sie selbst am Kampf gegen die Apartheid teilnahmen, deren Hoffnungen auf eine bessere Gesellschaft aber zerstört wurden.

Nadine Gordimer: Keine Zeit wie diese. Aus dem Englischen Barbara Schaden. Berlin Verlag 2012. 506 Seiten, 22,99 Euro.

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