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Mögliches und Unmögliches

Freitag, 21 Dezember 2012 08:48 von BN-​Redaktion
M.C.Escher: Treppauf Treppab M.C.Escher: Treppauf Treppab

Studienschau: Zum Jahresende noch ein Parforceritt durch alle möglichen und unmöglichen Themen und Genres von Studien. Einfach alles wird untersucht, nicht nur sinnvolles.

Wirtschaft: Eigentlich gibt es keinen Fachkräftemangel in Deutschland. Dennoch erklären unterschiedliche Studien, Interessen– und Lobbygruppen sowie Politiker immer wieder, Deutschland müsse den Zuzug von Fachkräften erleichtern und malen das Schreckensszenario eines zukünftigen überalterten Landes ohne Arbeitskräfte an die Wand. Eine Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) gibt jetzt „Entwarnung“: Der Fachkräftemangel werde nicht so schlimm. Begründung: Der Wirtschaft geht es schlecht und die Zuwanderung nimmt weiter zu. Dennoch fehlten bis 2035 ca. 4 Millionen Hochqualifizierte. Daher benötige man weiterhin eine konstante Zuwanderung.

Rohstoffe: Die Deutsche Rohstoffagentur berichtet, daß Deutschlands Versorgung mit Rohstoffen gesichert ist. Unwägbarkeiten bleiben Naturkatastrophen oder wirtschaftlich-​politische Wirren in Ursprungsgebieten. Eine historische Anmerkung sei an dieser Stelle erlaubt: Mitte der 1980er waren Politiker, Gewerkschafter und Investoren davon überzeugt, daß die Zechen des Ruhrgebiets weit bis über das Jahr 2020 hinaus fördern würden, die Stromversorgung mithin aus dieser Quelle gesichert. Heute sind dort noch drei Zechen in Betrieb, 2018 ist endgültig Schluß. Und da ist ja auch noch die Sache mit der Energiewende…

Psychologie: Daß die „Generation Porno“ zumindest seelisch abstumpft haben nicht nur wir schon häufiger vermutet. Jetzt läßt eine Studie darauf schließen, daß Pornokonsum auch das Kurzzeitgedächtnis schädigt. Einer Gruppe von Männern wurden Bilder mit negativen, positiven, neutralen und pornografischen Inhalten gezeigt. Während des Betrachtens mußten sie per Knopfdruck signalisieren, ob das Bild bereits gezeigt wurde oder nicht. Diejenigen, die gerade pornografische Bilder vor der Linse hatten, schnitten signifikant schlechter ab. Die Forscher erklären allerdings, die Studie gebe nur einen ersten Zugang zu dem Phänomen und sei nicht repräsentativ.

Gesellschaft: Glaubt man einer Studie des Studie des Bundesinstituts für Bevölkerung soll an der niedrigen Geburtenrate in Deutschland auch das Mutterbild schuldig sein. Deutschland ist nicht nur eines der Länder mit einer äußerst niedrigen Geburtenrate, auch die Kinderlosigkeit ist mit 25 Prozent Frauen eines Jahrgangs ohne Kind sehr hoch. Schlußlicht ist Deutschland auch beim Kinderwunsch: Im Schnitt nur 1,7 Kinder. Die Ursache, so die Autoren der Studie „(Keine) Lust auf Kinder“, liege u. a. in den „ungünstigen Vereinbarkeitsbedingungen“ zwischen Familie und Beruf. Im Westen spiele das Leitbild der „guten Mutter“ eine entscheidende Rolle. Damit verbunden sei die Ansicht, daß Kinder bis zum dritten Lebensjahr nicht in Kindertagesstätten gehörten. Im Osten sei durch die höhere Betreuungsquote der Entscheidungszwang der Mutter wesentlich niedriger, Kinderlosigkeit daher seltener.

Konsum: In der Krise kaufen die Menschen weniger. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Frauen kaufen mehr Schönheitsprodukte, wenn es wirtschaftliche eng wird. Das berichtet die Apotheken-​Umschau unter Berufung auf eine Studie aus den USA. Der „Lippenstift-​Effekt“ lasse sich dadurch erklären, daß Frauen in Krisenzeiten ihre Attraktivität erhöhen wollen, um wohlhabende Männer anzuziehen.

Gesundheit: Schwarze Frauen in Amerika treiben wenig Sport, weil sie Angst um ihre Frisuren haben. Die amerikanischen Forscher weisen darauf hin, daß bei Strategien, mit denen Menschen zu mehr Sport animiert werden sollen, solche Sorgen miteinbezogen werden sollten.

(Bildquelle: Barbara Doduk/flickr.com/cc)

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