Startseite Anstoß Druck auf die Gesellschaft – Wie der „Kampf gegen Rechts“ gegen den gesunden Menschenverstand anrennt
Druck auf die Gesellschaft – Wie der „Kampf gegen Rechts“ gegen den gesunden Menschenverstand anrennt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Christoph George   
Montag, den 13. Februar 2012 um 07:41 Uhr

Zu den Absichten, auf deren Vollendung man in unserem Zeitalter hofft, gehört zweifellos der Versuch, die Gefahr aus dem Leben des Menschen zu verbannen. Das Bestreben darum kann als eines der wichtigsten für das Bürgertum überhaupt gelten, weswegen Bemühungen um eine möglichst gefahrlose Existenz auch zukünftig weitergeführt werden. Sämtliche Versicherungssysteme und Gesetze bis in den familiären Bereich hinein geben hierfür Beispiel ab, welchen Stellenwert ein kalkulierbares Leben hat, und wie alldurchdringend der Wille zu dessen Perfektion ist. Auch ist gerade der Fortschritt in der Medizin bereits so groß, daß die Suggestion der Selbstbefreiung des Menschen als ein erfüllbares Versprechen erscheint, von dem er nur noch Verbesserungen, aber keinerlei Rückschritte mehr erwarten kann. Doch diese vermeintliche Sicherheit muß sich nicht nur aus ihrer Unvollkommenheit heraus als äußerst fragil erweisen, sondern auch der zu schwinden drohenden Mittel wegen.

Suggerierte Sicherheit

Denn was bleibt an Sicherheit übrig, kollabiere das Finanzsystem? Was, wenn sich die gewohnten Krankenversicherungs- und Rentensysteme zukünftig als unfinanzierbar herausstellen, weil man mit ihnen zu lange zu unnachsichtig umging und der „demographische Wandel“ ganz konkret zum Tragen kommt? Durch derlei gewaltige Zusammenbrüche dringt die Gefahr mit souveränen Schritten erneut in breite Sphären der Masse ein, aus denen sie bereits lange irrtümlich als verbannt galt. Solche Scheidepunkte dürften es letztendlich sein, an denen die Geschichte zurück auf den Plan tritt. Denn gerade im Bereich der Gefahr gelten andere Regeln, als in Zeiten der Sicherheit. Kostenintensive gesellschaftliche Experimente, wie nicht zuletzt die Masseneinwanderung in die Sozialsysteme eines darstellt, sind so nur in Zeiten von hohem gesellschaftlichen Wohlstand möglich, in denen der Einzelne die Umverteilung nicht näher spürt.

Bricht dieser jedoch ein, ist damit zu rechnen, daß etliche Faktoren auf der klassischen Ausgabenseite plötzlich auf den Prüfstand gestellt werden. Als notwendig könnten nun Maßnahmen angesehen werden, welche gestern noch selbstverständlich verneint wurden, da die Illusion nicht enden wollenden Wohlstandes erlaubte, sich vor Realitäten zu verschließen. Der Verzicht auf verantwortungsvolles kollektives Denken scheint eben nur dann zu funktionieren, wenn die sozialen Organisationen dies zu finanzieren vermögen. Somit lässt sich bereits jetzt von kommenden Zeiten sagen, daß sie sich von der heutigen grundlegend unterscheiden müssen, was im Übrigen auch vielen bewußt ist.

1990 ließ sich die Gefahr noch aufkaufen

Die Angst der Linken aus der Wendezeit ist unserer Generation vollkommen fremd, Deutschland könne sich im Rausche seiner Wiedervereinigung zu einer Art „Viertem Reich“ entwickeln. Blickt man auf die politische Entwicklung der letzten 20 Jahre zurück, erscheint sie sogar absolut unbegründet. Und dennoch sollte man einmal versuchen, sich in das linke Gespür für diese Gefahr hineinzuversetzen. Wie bedrohend mußten ihnen doch diese schwarz-rot-goldenen Fahnenmeere vorkommen, sowie der Ruf „Wir sind das Volk“, aus dem sie wohl einen Eindruck davon bekamen, wie fragil ihre bis dahin erreichten gesellschaftlichen Errungenschaften doch waren. Um dieser drohenden Gefahr zu begegnen, konnte man ja nur die Forcierung der eigenen Ideen zu deren Verwirklichung vorantreiben, mit welchen man den Deutschen möglichst weiterhin so umerzieht, daß er ein nächstes Mal nicht wieder auf derlei Gefühle einsteigt.

„Extremismus der Mitte“ als hilflose Anschuldigung

Diesem Gedankengang folgend wird auch schnell klar, wieso gerade heute der „Kampf gegen Rechts“ als so immens wichtig angesehen wird. Denn ganz und gar vernachlässigbar wäre er, handele es sich bei dem zu bekämpfenden politischen Gegner um ein gesellschaftliches Randphänomen; würde man also nur die wenigen echten Extremisten damit meinen. Das tagtägliche Einschießen in diese Richtung hingegen deutet schon darauf hin, daß breitere politische Ansichten dadurch bekämpft werden sollen, worauf auch der relativ neu ins Feld geführte Begriff des „Extremismus der Mitte“ hinweist. Die tonangebenden Ideologen dieses Landes trauen dem Volk nicht mehr – und dies zu Recht.

In der Wendezeit entpuppte sich die Angst der Linken vor einem größer werdenden nationalen Bewußtsein nicht zuletzt dadurch als überzogen, da nicht nur die große Politik sich bereits ganz anderen Zielen gewidmet hatte, sondern diese eben auch finanzierbar waren. Aber werden sie dies morgen auch noch sein, wenn sich Utopia als dauerhaft unfinanzierbar erweist und außerdem die von vielen als überwunden angesehenen, „rechten“, menschlichen Reflexe wieder offen ans Tageslicht zu treten drohen?

Der „Kampf gegen Rechts“ hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht

Freiwillig aufgeben werden die linken Zeitgeistwächter ihr Meinungsmonopol jedoch deswegen sicherlich nicht. Im Gegenteil, ist noch mit weitaus mehr Repressionen gegen die Meinungen der Mehrheit zu rechnen, als dies ohnehin schon der Fall ist. Vorstellungen, wonach beispielsweise zwei natürliche Geschlechter existieren, und Deutschland primär das Land des deutschen Volkes ist und auch bleiben sollte. Der „Kampf gegen Rechts“ wird also in Zukunft eher noch intensiviert werden und dieser auch durch weiteren moralischen Druck auf die gesellschaftliche Mitte ausgeweitet. Aber ob diese Minderheitenmeinungen sich dadurch auf Dauer retten lassen, bricht der betäubende Wohlstand auf breiter Front erst einmal weg, bleibt fraglich.

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