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Der letztendliche Dreh- und Angelpunkt einer jeden zielgerichteten Bewegung ist die Aktion. Über theoretisches Arbeiten lassen sich Mitstreiter versammeln, Zweifel und Streitpunkte ausräumen, sicherlich auch intellektuelle Grabenkämpfe austragen. Nur durch die Aktion jedoch lassen sich tatsächliche, greifbare Resultate herbeiführen: Entweder aktiv, durch den direkten Zugriff auf den zu verändernden Umstand, oder aber passiv, durch das Generieren von Öffentlichkeit – das Tragen der eigenen Gedanken in die Köpfe zuvor Unbeteiligter. Folgerichtig ist es allein die Aktion, die ein inneres Begehren vom Dasein als geistige Sisyphosarbeit erlöst!
Natürlich kann sie auf vielerlei Weisen erfolgen. Auch dem simpelsten Geist dürfte sich wohl erschließen, dass es auf den ersten Blick sehr erfolgversprechend scheint, dem jeweiligen Gegner der eigenen Bestrebung bei jeder sich bietenden Gelegenheit in großem Stil massive Schläge zu versetzen, um ihn schnellstmöglich in die Knie zu zwingen und den subjektiven Kampf zu einem siegreichen Ende zu führen.
Endstation Landwehrkanal
Doch so nachvollziehbar dieser Gedanke auch ist, so gefährlich ist er auch. Insbesondere dadurch, dass man, um anzugreifen, stets gleichsam seine Deckung aufgeben muss, ist der aktionistische Großangriff auf den Feind kritisch zu betrachten. Wer angreift, setzt bewusst alles auf eine Karte; von daher ist es das Kennzeichen eines schlechten Verlierers, den Sieger im Nachhinein für die eigene Niederlage zu verdammen. Als Beispiele seien – der geneigte Leser möge sich das innere Zusammenzucken einen Augenblick verkneifen – Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg herangezogen: Indem sie ihren sogenannten „Spartakusbund“ in einen bewaffneten Aufstand gegen den Staat führten, gingen sie selbstverständlich das Risiko ein, gleichsam diesem Kampf zum Opfer zu fallen. Die tatsächlichen Umstände ihrer letztendlichen Exekution durch Freikorpseinheiten sind deshalb natürlich nicht weniger als Mord zu bezeichnen, doch bekommt immerhin ihre bis heute fortgeführte Verklärung zu Märtyrern durch Linksextremisten einen faden Beigeschmack.
Letztlich ist unbestreitbar, dass sich Antifa und Linksjugend ['solid] längst Hand in Hand auf den molekularen Bürgerkrieg vorbereiten. Sie mögen diesen widerwärtigen Bestrebungen zwar klangvolle Namen wie „Trainingscamp Ziviler Ungehorsam“ geben, doch hinter diesem euphemistischen Blendwerk finden wir nichts anderes als Wehrsport für den urbanen Guerillakampf in der Tradition von Spontis und „Putzgruppen“. Niemanden scheint es zu wundern, weshalb Jahr um Jahr zum 1. Mai in Berlin der „Schwarze Block“ verstärkt auftritt, hochgradig organisiert, teils schwer bewaffnet und stets äußerst aggressiv. Mittlerweile muss man nicht einmal mehr in den Nahen Osten reisen, um eine Schulung zum Terroristen zu erhalten.
Wie erhebt man sich gegen angebliche „Antifaschisten“?
Wie Claus Wolfschlag in seiner Dissertation „Das antifaschistische Milieu. Vom 'schwarzen Block' zur 'Lichterkette' – Die politische Repression gegen 'Rechtsextremismus' in der Bundesrepublik Deutschland“ schon 2001 zutreffend schrieb: „Schließlich kann es keine Lösung des Problems sein, auf die kritisierten Taten der 'Antifaschisten' mit derselben Praxis zu reagieren, indem man Menschen gewaltsam traktiert, ihr persönliches Eigentum beschädigt, sie beruflich mobbt, und alles nur aufgrund von deren persönlicher Meinung. Die Betroffenen würden sich dadurch denjenigen angleichen, deren Tun sie verurteilen. Der Weg sollte also nicht zur bloßen Bekämpfung von 'Antifaschismus' (oder gar der 'antifaschistisch' eingestellten Menschen), sondern zu dessen Überwindung gehen.“
Folgerichtig kann uns – als entschiedenen Gegnern des nur dürftig demokratisch maskierten politischen Barbarentums der Linksautonomen – einzig daran gelegen sein, mehr und mehr insbesondere jungen Menschen den blanken Irrsinn dieses in der Öffentlichkeit so goutierten „Kampfes gegen Rechts“ und die zu befürchtende Rückkehr zu „Weimarer Verhältnissen“ klarzumachen und, wo immer sich die Möglichkeit bietet, für das Festhalten an Rationalität und Menschlichkeit einzutreten.
Wie kann dies geschehen? Zum Beispiel durch Infragestellen der bei öffentlichen Vorträgen und sonstigen Veranstaltungen zum Thema gerne in dogmatischer Form vorgebrachten Vorurteile und Hetzereien. Vor allem anderen jedoch sollte der geneigte Aktionist dabei um seine eigene Sicherheit besorgt sein, denn die Erfahrung zeigt, dass nicht wenige der toleranzpredigenden, vorgeblich über Gut und Böse erhabenen „Kämpfer gegen die Gewaltherrschaft“ nicht einmal ansatzweise intellektuell, sondern nur mithilfe physischer Gewalt argumentieren können.
Intelligenz und Aktion
Es gilt also: Wenn Ihr Euch einsetzen möchtet, so tut das, indem Ihr Eure persönlichen Qualitäten in die Waagschale werft. Werdet theoretisch aktiv – zum Beispiel auf dieser Plattform –, argumentiert in Diskussionen gegen die zahllosen starren Dogmen der Feinde an, organisiert Euch mit Gleichgesinnten, inspiriert Euch gegenseitig, zeigt mit Aktionen euer Vorhandensein! „Kampf“ kann viele Gesichter haben – nicht alle davon sind durch Gewalt entstellt. |