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Im Gespräch: Sacha Korn

Donnerstag, 15 November 2012 11:43 von BN-​Redaktion
Sacha Korn Sacha Korn

Eigentlich sei er unpolitisch, wolle einfach nur patriotische Musik machen. BN-​Autor Martin Süß führte ein Interview mit dem umstrittenen Liedermacher Sacha Korn.

Blaue​Narzisse​.de: Gratulation! Deine aktuelle Produktion, das Lied der Deutschen, verkauft sich gerade richtig gut, in ganz enormen Zahlen.

Sacha Korn: Danke. Ja, aber Media Control listet das nicht in seinen Verkaufscharts. Beziehungsweise der Handel schließt es aus. Damit kann Media Control mich nicht erfassen, was sehr schade ist, denn wir wären mit ziemlicher Sicherheit in den Top 10 der deutschen Verkaufscharts!

Media Control ist nach eigenen Angaben seit 35 Jahren Marktführer im Bereich der Ermittlung von Verkaufszahlen des Unterhaltungssektors in Deutschland. Kannst du für unsere Leser bitte kurz erklären, was Media Control genau ist?

Media Control hat ein Zählsystem entwickelt, das die Verkaufszahlen im Handel ermittelt. Im Verbund mit der GfK, der Gesellschaft für Konsumforschung, wird das Medienkonsumverhalten ermittelt und ausgewertet.

Was wurde als Grund dafür angegeben, dich nicht aufzuführen? Müßte nicht gerade diese Gesellschaft dich mit erfassen?

Würden sie auch, wenn mich der Handel nicht zensieren würde. Verboten war das vollständige Lied der Deutschen bekanntlich nie. Das hat aber, wie gesagt, nichts mit Media Control zu tun.

Heino singt es seit vielen Jahren und wird nicht aus den Charts verbannt.

…bedient aber eine ganz andere Altersklasse von Musik-​Konsumenten, und genau das wurde mir als Grund angegeben. Er bietet eine musikalische Heimat für die Kriegsgeneration und die Vertriebenen. Ich singe das ganz klar für die junge, nachwachsende Generation. Das Gemeinschaftsgefühl soll unterbunden werden.

Das Lied der Deutschen wurde 1990 als Ganzes durch das Bundesverfassungsgericht zur Hymne der Deutschen erklärt, lange davor bereits schon einmal, am 11. August 1922, vom ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert (SPD). 1952 entschied ein offizieller Briefwechsel zwischen Bundeskanzler und Bundespräsidenten, dass das Deutschlandlied Nationalhymne bleibt, zu offiziellen Anlässen werde nur noch die dritte Strophe gesungen. Wie gesagt, nach der Widervereinigung alle drei Strophen…

Es ist also offiziell erlaubt. Und dennoch, obwohl das Deutschlandlied wieder in Gänze zugelassen wurde, trafen 1991 Kanzler Helmut Kohl und Bundespräsident Richard von Weizsäcker wiederum die Absprache, lediglich die dritte Strophe des Liedes von Hoffmann von Fallersleben auf der Melodie von Joseph Haydn singen zu lassen.

Die Medien haben das verschwiegen. Somit konnte sich auch kein Widerstand regen. Ich wollte das wieder auf die Tagesordnung bringen, neu, modern produziert, dass sich die jungen Leute damit wieder beschäftigen. Es gibt bestimmte Interessengruppen, die das Einheitsgefühl, das Formulieren nationaler Interessen, unter allen Umständen verhindern wollen. Und natürlich die Speichellecker aus der Politik, die das dann auch so umsetzen, um sich Minister oder Kanzler nennen zu dürfen. Es ist eine Schande und eine Respektlosigkeit ohnegleichen, unseren Vorfahren gegenüber.

Erinnerst Du dich noch daran, wie sich Sarah Connor, Popsternchen und Jurymitglied bei Talentwettbewerben, versungen hatte, und „Brüh im Glanze dieses Lichtes“ trällerte?

Sarah Connor, ist das nicht die kämpferische Dame aus dem Terminator-​Film? Eine andere ist mir nicht bekannt.

In der Doku „Treibjagd“ betonst du, daß es auch als Deutscher im Umgang mit Angehörigen anderer Nationen wichtig ist, trotz der Geschichte und der damit verbundenen Vorwürfe mit erhobenem Haupt aufzutreten. Selbst die PDS hatte ein Plakat, das die Aufschrift „Kopf hoch, nicht die Nase“ trug. Soziologen heutzutage betonen dasselbe. So betont etwa der FAZ–Redakteur Jürgen Kaube, es sei z.B. jungen Türken schlechterdings nicht zu vermitteln, daß bzw. wie sie sich hier integrieren sollen, wenn sich die Lehrmeinung im ritualisierten Schuldkomplex ergehe.

Ja, ich habe das in meinem persönlichen Umgang, etwa mit jungen Polen, erlebt. Aber auch mit allen anderen anderer Nationen. Aber bleiben wir bei unseren Nachbarn, den Polen. Egal, ob jemand politisch links oder rechts steht, herrscht da in puncto Patriotismus Einigkeit. Man identifiziert sich positiv mit der eigenen Heimat, mit der eigenen Kultur aus der man stammt. Das ist der Normalfall. Was die 68er-​Generation hier installiert und aus der ehemaligen Demokratie gemacht hat, ist in meinen Augen Seelenmord und Heimatverstümmelung. Es ist absolut pervers, dieser oktroyierte Selbsthass. Sollen sie doch in eine Therapie gehen.

Wo man auch hinschaut, in Frankreich, Polen oder den USA gehört eine positive Assoziation mit der Heimat zum guten Ton, ist Grundvoraussetzung. Wer im Umgang auch mit hier lebenden Ausländern lächelnd, erhobenen Hauptes auftritt, wird ganz anders wahrgenommen als jemand, der den Kopf zwischen die Schultern gezogen hat. Es ist auch nicht gut für das Seelenleben eines Menschen, sich ständig eine Erbschuld und daraus abgeleiteten Selbsthass aufzubürden. Wegen so einer Haltung wirst du von jenen, denen die Deutungshoheit übertragen wurde, in die rechte Ecke gestellt.

So wird das Toleranz-​Gebot zum Lehrstoff, anstelle einer ehrlich empfundenen Anerkennung des unterschiedlichen Seins. Ich bin weder rechts noch links. Eine EP habe ich Deviationist, zu Deutsch „Abweichler“, getauft. Wenn die Linke wenigstens ihre Klientel, die Arbeiter und Angestellten, vertreten würde. Die aber orchestriert nur den Kampf gegen so genannte Nazis. Schon die Begriffserklärung der Deutungshoheit macht das ganze Dilemma deutlich. Nur sie bestimmen, wer Nazi ist und wer nicht. Aber die Linke in unsrem Land ist schon längst keine Gefahr mehr für die Machtelite. Sie steht, leider, mittlerweile für das Vertreten nichtnationaler Interessen, also für die Globalisten. Einem Ernst Thälmann würde das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufs Äußerste missfallen.

Dein Logo ist die geballte, nach oben gereckte Faust. Sie sieht dem Symbol der Otpor– bzw. Golos-​Bewegung ganz ähnlich – hast du von denen gehört?

Die Faust hat nichts damit zu tun. Jetzt hab ich auch noch eine Frage: Was ist die Blaue Narzisse für ein Organ?

Die BN richtet sich in ihrem Fokus an mitdenkende, konservative Schüler und Studenten. Ich bedanke mich herzlich für das Interview, für die Zeit, die Du dir genommen hast und wünsche Dir noch viel Erfolg!

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