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Sie wissen, was sie tun

Dienstag, 04 November 2014 12:24 von Felix Menzel

BN VOR ORT. In Dresden demonstrieren 1.500 Menschen gegen die Islamisierung und es werden immer mehr. PEGIDA zeigt, wie es geht.

Normalerweise steht bei einer Demonstration irgendein Schreihals mit Lautsprecher vorn und peitscht die Leute ein, damit diese irgendwelchen Stuß brüllen. Es geht laut zu, die Teilnehmer halten die Fahnen etlicher Parteien und Bündnisse in die Höhe, die Polizei hat zu tun, die Masse zu bändigen, und das normale Volk sieht angewidert zu und ärgert sich über die Verkehrseinschränkungen.

So läuft das, wenn die Antifa mal wieder gegen angebliche „Nazis“ demonstriert, eine Gewerkschaft für höhere Löhne durch die Stadt zieht und selbst, wenn die gesamte „Zivilgesellschaft“ dazu mobilisiert wird, sich gegen irgendeine Randgruppe zu wehren, von der eigentlich gar keine Gefahr ausgeht.

Sie drehen euch das Wort im Munde um

Bei PEGIDA, den „Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes“, ging es gestern Abend jedoch ganz anders zu und es wird schnell klar, warum dies so ist. Das Organisationsteam der Demo um Lutz Bachmann setzt auf eine stille Form des Protests. Keiner der Demonstranten darf während der Kundgebung Parolen brüllen, Alkohol ist strikt untersagt und vor dem Beginn werden alle Mitstreiter ermahnt, der Presse keine Interviews zu geben. „Sie drehen euch sowieso das Wort im Munde um“, gibt Bachmann mit auf den Weg.

Das einzige, was inhaltlich nach außen dringen soll, liest Bachmann am Beginn der Demonstration vor. Aufgrund der Erfahrungen mit den Medien in den letzten Wochen haben die Initiatoren das Motto ihrer Kundgebung erweitert. Es geht jetzt nicht mehr nur „gewaltfrei gegen Glaubenskriege auf deutschem Boden“, sondern auch „für das Recht auf freie Rede“. Später konkretisiert Bachmann, welche politischen Veränderungen sich PEGIDA wünscht: „Darum fordern wir:

  1. Bewahrung und Schutz unserer deutschen Identität und unserer christlich-​jüdischen Abendlandkultur
  2. Faire, kontrollierte Zuwanderung nach einem Modell von Kanada, Australien oder der Schweiz
  3. Eine konsequente Ausschöpfung und Durchsetzung der vorhandenen Gesetze zum Thema Zuwanderung & Abschiebung
  4. Sofortige Abschiebung straffällig gewordener Zuwanderer und scharfe Wiedereinreisekontrollen in ganz Europa“

Man könnte nun kritisieren, wie wenig ausgereift diese Vorschläge noch sind und daß PEGIDA sich erstmal auf das Kernanliegen der Islamismus-​Bekämpfung konzentrieren sollte, aber all das kommt einem nur in den Sinn, wenn man das Erlebnis dieser stillen Demonstration ausblendet. „Wenn wir Ossis eins können, dann ist es zu demonstrieren“, erzählt Bachmann unterwegs. Er war schon dabei, als es darum ging, die DDR zu beerdigen und saß damals sechs Tage in Stasihaft.

Wie schnell es eskalieren kann

Bachmann weiß also, wie es geht, ist sich aber auch im Klaren darüber, wie schnell eine solche Demonstration aus dem Ruder laufen kann. Es muß sich nur pegida2 3 11irgendein Idiot in den eigenen Reihen von der Gegenseite, die diesmal kaum präsent ist, provozieren lassen. Nein, das dürfe nicht passieren. Deshalb müsse jeder auf seinen Nebenmann aufpassen. Sobald es hier einmal eskaliert, ist PEGIDA gestorben.

Doch es läuft auch an diesem Abend alles nach Plan. 1.500 Menschen (selbst die Polizei schreibt von reichlich 1.000) ziehen vom Dresdner Postplatz durch die Altstadt zum Neumarkt vor das Lutherdenkmal. Rentner sind dabei, viele junge Leute, bemerkenswert viele Frauen und das ein oder andere bekannte AfD-​Gesicht. Zum Abschluß der Kundgebung schalten alle Teilnehmer die Taschenlampe ihres Handys ein und halten es hoch. Nun endlich dürfen sie auch einmal laut werden: „Wir sind das Volk!“, „Wir sind das Volk!“, schallt es durch Dresden.

Die Presse lügt und schert sich einen Dreck um das Volk

Bachmann berichtet, um über die Demonstration zu berichten, sei sogar BBC und das Schweizer Fernsehen gekommen und er ist sich sicher, daß man eigentlich nur einen positiven Eindruck von diesem Abend mit nach Hause nehmen kann. Doch es dauert nicht lange, da wird er sich wieder ärgern müssen. Die Berichte über die PEGIDA-​Demo lagen anscheinend schon vorgeschrieben in den Redaktionen. Das Medienecho ist groß nach dieser dritten Montagsdemonstration der Islamismus-​Gegner, aber es steht in allen Zeitungen der gleiche Mist und auch die Fernsehbilder, z.B. von SAT 1, werden garniert mit politisch korrekten Sprechertexten.

Stehen Bachmann und PEGIDA also auf verlorenem Posten gegen diese Medien-​Übermacht? Nein, wenn nächsten Montag wieder ein paar mehr Demonstranten zeigen, daß sie schon lange nicht mehr an das glauben, was in der Zeitung steht.

Hier geht es in unseren Weblog mit weiteren Fotos.

Am Dienstag, den 11. November, findet in unserem Dresdner Zentrum für Jugend, Identität und Kultur ein Gesprächskreis zu PEGIDA statt. Er beginnt 20 Uhr. Wer kommen möchte, sollte sich mit einer Nachricht an Diese E-​Mail-​Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden.

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