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Der deutsche Widerstandskämpfer Claus Schenk Graf von Stauffenberg ist an die Front zurückgekehrt. An die Front auf der Kinoleinwand. Und auch in Form von T-Shirt- und Schalmotiven ist er im Hier und Jetzt angekommen und versucht ausgelutschte Teenie-Idole wie Che Guevara zu ersetzen. Ob das wohl gelingen mag, bleibt abzuwarten. Aber wie funktioniert das eigentlich – ein Graffiti mit Stauffenberg als Motiv?
Fest steht, dass sich Autoren wie Ernst Jünger oder Oswald Spengler, die ja lange Zeit in eine Grauzone gedrängt und missachtet wurden, posthum einer gewissen Beliebtheit erfreuen können. „Sind diese rechten Außenseiter denn inzwischen in der Popkultur angelangt? Ist es wirklich soweit gekommen?“ Na gut, bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber vielleicht kann ja der ein oder andere Otto-Normal-Gutmensch mit poppigen Ikonen der Konservativen zur Verzweiflung gebracht werden. Nun ja, noch gibt es in der „Bravo“ keine Julius Evola Poster. Zum Glück! Doch es scheint so, als würden sich immer mehr junge Menschen, auch außerhalb der dafür prädestinierten Neuen Rechten und der Neofolk-Szene für Literatur und Kultur der konservativen Gangart interessieren. Dieses Potential darf nicht ungenutzt bleiben! Eine schöne Methode, um den Menschen da draußen ein paar konservative Leitfiguren und Leitsprüche vor den Latz zu knallen, ist das so genannte „Stenciling“. Bastelspaß und subtile Propaganda Das englische Wort „Stencil“, sowie das französische „Pochoir“ bezeichnen zusammen die Technik, mit Hilfe von Schablonen und Lackfarbe aus der Sprühdose ein Graffiti anzufertigen. So gut wie jedem dürfte so ein Werk schon einmal aufgefallen sein. Teilweise zieren diese Schablonengraffiti ganze Straßenzüge, mal trifft man sie nur vereinzelt an. Das Stenciling als Kunstform entstand in den Siebziger Jahren und verbreitete sich innerhalb der Achtziger über alle Metropolen Europas und ist auch heute noch recht populär. Da das Sprühen der Schablonenmotive seine Wurzeln gewissermaßen im Punkrock hat, ist es nicht weiter verwunderlich, dass man oft auf Graffiti mit politischem Hintergrund stößt. So werden von den „Street Art“-Künstlern aktuelle Themen, wie etwa Antikapitalismus oder die Angst vor einem Überwachungsstaat thematisiert. Auch politische Parolen und Symbole können kunstvoll dargestellt werden. Aber wer sagt, dass Schablonengraffiti, wenn politisch, per se eine linksalternative Botschaft vermitteln müssen? Wenn man einmal offenen Auges durch die Seitenstraßen bestimmter Viertel unserer Großstädte geht, kann man auch das eine oder andere rechte Schablonenmotiv entdecken. Doch zugegebenermaßen sind diese Graffiti erstens weit in der Unterzahl und zweitens weder kunstvoll noch subtil. Diese Wandbilder begnügen sich dann zu meist mit simplen Texten wie zum Beispiel „Fuck off, Antifa!“ Schade eigentlich, denn „Street Art“ ist für den Betrachter einprägsamer als jede Podiumsdiskussion. Aus dieser Nischenkunst ist doch definitiv mehr herauszuholen! Deshalb hier eine kleine Bastelanleitung. Zweifarbige Erschütterung der Gemüter Als erstes wählt man ein Motiv aus, welches man dann mit einem Bildbearbeitungsprogramm, zum Beispiel mit GIMP, öffnet (Die meisten Bildbearbeitungsprogramme dürften dafür tauglich sein). Wer das Programm noch nicht hat, kann es übrigens hier kostenlos herunterladen. Nun wird das Bild erst einmal in Graustufen umgewandelt, falls es farbig sein sollte (Rechte Maustaste drücken - Bild - Modus - Graustufen). Der nächste Schritt besteht darin, den Bildgehalt auf ein Minimum zu reduzieren. Schließlich ist es unmöglich jedes Detail einer Fotographie auf eine Schablone zu übertragen. Dazu benutzt man den selektiven Weichzeichner (Filter - Weichzeichnen - „Selektiver Gaußscher Weichzeichner“). Was die Werte angeht, die man verändern kann, heißt es etwas zu experimentieren. Das Ergebnis sollte kontrastreich und nicht zu detailliert sein. Jetzt kommt der interessante Teil, was die Arbeit am PC angeht. Man bearbeitet das Bild mit der Funktion „Schwellwert“, die als Maß für die Trennung von schwarzen und weißen Bildanteilen gilt. Das liest sich aber schwieriger, als es tatsächlich ist. Denn tatsächlich muss man, nachdem man die Funktion geöffnet hat (Ebene - Farben - Schwellwert), nur noch zwei Regler nach links oder rechts verschieben, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Was jetzt noch zu tun bleibt, ist das Bild auszudrucken und die schwarzen Bildelemente auszuschneiden. Um eine möglichst stabile Schablone zu erhalten kann man das ganze auch auf ein dünnes Pappstück oder eine Plastikfolie übertragen. Dazu eignen sich übrigens Overheadfolien, wie man sie an den Schulen teilweise verwendet, besonders gut. Als Schneidewerkzeug ist ein Skalpell oder ein Cuttermesser zu empfehlen. Das Ausschneiden ist zwar etwas zeitintensiv, aber es lohnt sich. Wenn die Schablone soweit fertig ist, kann es dann los gehen! Der schönste und zugleich einfachste Teil an der ganzen Stenciling-Sache: das Auftragen der Farbe. Etwa von 20 cm Entfernung die Lackfarbe (am besten nicht die billigste aus dem Baumarkt) auf die Schablone sprühen. Die vorher ausgeschnittenen Flächen werden so farbig, und der Rest bleibt so wie der Hintergrund aussieht, auf den man sprüht. Nun kann man sich am Endergebnis erfreuen und somit seine Mitmenschen, je nach Motiv, zum Grinsen, Nachdenken, oder zur Verzweiflung treiben.

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