Startseite Gesichtet Frauenquote? Eine Debatte voller Feigheit
Frauenquote? Eine Debatte voller Feigheit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Felix Menzel   
Mittwoch, den 02. Februar 2011 um 08:07 Uhr

Die Feigheit der FrauenDie derzeitige Debatte über Frauenquoten in Unternehmen ist an Lächerlichkeit kaum noch zu überbieten. Was kommt als nächstes? Wie wäre es mit einer „Ossi“-Quote, einer Migranten-Quote (Gut, diese Forderung ist nichts Neues) oder einer Sonderregelung, wonach Arbeitslose munter in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen mitentscheiden können? Geht´s noch? All diese Vorschläge fördern ein völlig falsches Verständnis von Repräsentativität zutage. Sie zeigen zudem, wie sehr sich der Mann im Geschlechterkampf in die Defensive hat drängen lassen.

Für die aktuelle Ausgabe des Spiegels vom 31. Januar 2011 haben die zwei Redakteurinnen Susanne Beyer und Claudia Voigt eine Streitschrift für die Frauenquote verfaßt. Bereits mittels der Überschrift wird „Die Machtfrage“ gestellt. Dabei bleibt es dann aber auch über elf Seiten hinweg. Wirklich schlüssige Antworten, warum es unbedingt eine Frauenquote braucht, finden Beyer und Voigt nicht.

Grundgesetz: Gleichberechtigung heißt noch lange nicht mengenmäßige Ausgeglichenheit

Sie berufen sich auf das Grundgesetz: Dort steht, Männer und Frauen seien gleichberechtigt. Das Argument zieht folglich nicht, weil Frauen die Karriereleiter rein juristisch betrachtet genauso hoch klettern dürfen wie Männer. Wenig später folgt der Hinweis auf andere Länder wie Frankreich und Norwegen, die recht zögerlich eine solche Quote eingeführt haben. Aber muß denn das, was andere machen, grundsätzlich gut sein? Dieses Argument können wir folglich auch gleich wieder vergessen.

Letztendlich beschränkt es sich dann doch auf einen Grund, der für die Frauenquote spricht. Ausgerechnet die ehemalige Chefredakteurin der linken taz, Bascha Mika, wird ihn in wenigen Tagen in ihrem neuen Buch Die Feigheit der Frauen ausbreiten. Mika betont darin, wie aus Vorabinformationen hervorgeht, daß viele Frauen gar nicht den unbedingten Willen hätten, in Führungspositionen aufzusteigen. „Weil wir es gar nicht wollen! Weil wir nicht nur leiden, sondern auch genießen. Sich abhängig machen war schon immer ein weibliches Erfolgsrezept“, so Mika.

Drücken sich Mütter vor schwereren Aufgaben?

Die Intention der heutigen Professorin an der Universität der Künste in Berlin ist klar. Sie will die Frauen mit ihrer provokanten Schrift anstacheln, ihre selbstverschuldete Unmündigkeit abzulegen. Mika meint, Frauen würden das Kinderkriegen als Vorwand nutzen, sich „vor anderen Lebensaufgaben zu drücken“. Damit diskreditiert sie die Mutterrolle, indem sie behauptet, die Erziehung von Kindern könne keine Freude bereiten und sei nur die Flucht vor schwierigeren Aufgaben. Zumindest muß man Mika aber zugute halten, daß sie nicht so dumm mit dem Grundgesetz herumfuchtelt wie die Redakteurinnen des Spiegels, sondern den Kern des Problems erkannt hat.

Es ist das gutes Recht von Bascha Mika, als Publizistin eine so scharfe Meinung in Umlauf zu bringen. Vielmehr verwundert, wie handzahm die Männer dieses Landes auf die Forderung nach der Frauenquote reagieren. Selbst der eher liberale Hans-Olaf Henkel (Rettet unser Geld!) ist gesetzlichen Regelungen nicht abgeneigt: „Es ist ein Armutszeugnis für die deutsche Wirtschaft, daß Frauen in den Aufsichtsräten meist von der Arbeitnehmerseite kommen. Wenn sich nichts ändert, muß der Gesetzgeber nachhelfen.“

Warum nun diese defensive Haltung? Warum sagt Henkel nicht, daß Frauen natürlich gern aufsteigen dürfen, der Gradmesser dafür aber die Leistung und nicht eine Quote sein müsse? Und warum betont er nicht die Vielzahl an Lebensentwürfen in unserer Gesellschaft? Neben der Karrieristin erscheint so die sorgende Mutter als graue Maus, die zu schüchtern ist, um etwas aus sich zu machen.

 
ANZEIGE

Rundbrief







Aufgepasst!

Banner

Umfrage

Das größte Problem in Deutschland ist ...
 
Die dringlichste Aufgabe der deutschen Konservativen ist ...